Westfälische Totleger | Übersicht & Steckbrief

Westfälische Totleger | Übersicht & Steckbrief

Der Westfälische Totleger ist eine bemerkenswerte und historisch bedeutsame Hühnerrasse in Deutschland, die auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblicken kann. Ihr Ursprung liegt in der Region Westfalen, insbesondere in den Gebieten um Herford und Bielefeld. In diesem Artikel soll diese Geflügelrasse näher betrachtet werden.

Westfälische Totleger: Steckbrief

Hier ein kurzer Steckbrief zu dieser Hühnerrasse:

Eigenschaft: Beschreibung:
Herkunft  ursprünglich aus Ostwestfalen, Deutschland, mit Ursprüngen im 16. Jahrhundert
Farben  zwei anerkannte Farbschläge - Silber gesprenkelt und Gold gesprenkelt, mit charakteristischem Kontrast im Gefieder
Größe 30-45 cm
Gewicht Hennen: 1,5-2,0 kg, Hähne: 2,0-2,5 kg.
Legeleistung ca. 180-200 Eier pro Jahr, bis zu 220 möglich
Eierschalenfarbe weiß.
Eigewicht  ca. 60-65 g pro Ei
Lebenserwartungen 5-8 Jahre
Besonderheiten robust, wetterhart, mittlere bis hohe Flugfähigkeit, lebhaft und aufgeweckt
Platzbedarf  benötigen viel Auslauf und Freiflächen sowie einen Rückzugsort
Brutlust gering ausgeprägter Bruttrieb
Haltung pflegeleicht, benötigen einen gut belüfteten, trockenen Stall, Futter, Wasser und ausreichend Auslauf
Futter  kommerzielles Hühnerfutter, Körner, Grünzeug, im Freilauf oft selbstversorgend
Flugfähigkeit 

mittel bis hoch, hohe Umzäunung des Freilaufs empfohlen

Herkunftsland 

Deutschland

Historischer Ursprung und Entwicklung der Westfälischen Totleger

Der historische Ursprung und die Entwicklung des Westfälischen Totlegers sind tief in der deutschen Geflügelzucht verwurzelt. Diese Rasse stammt aus der Region Westfalens, genauer aus den Gebieten um Bielefeld und Herford, und lässt sich über 400 Jahre zurückverfolgen. Sie ist eng verwandt mit anderen regionalen Hühnerrassen wie den Braekeln.

Die Westfälischen Totleger wurden traditionell in ländlichen Gebieten Westfalens gehalten und waren schon immer für ihr kontrastreiches Gefieder bekannt. In der lokalen Sprache wurden sie ursprünglich als "Alltagsleger" oder "Dauerleger" bezeichnet, was sich im Laufe der Zeit zu "Daudtleijer" und später zu "Totleger" entwickelte. Diese Namensgebung hat interessanterweise nichts dem deutschen Wort "tot" zu tun.

Trotz ihrer Beliebtheit und Leistungsfähigkeit geriet die Rasse im 19. Jahrhundert in Bedrängnis, als produktivere ausländische Hühnerrassen eingeführt wurden. Dies führte zu einem Rückgang der Population, der seinen Tiefpunkt in den 1980er Jahren erreichte. Die Rasse stand kurz davor, ganz zu verschwinden, konnte sich aber dank der Bemühungen von Züchtern und Erhaltungsorganisationen erholen. Trotz dieser Erholung bleibt der Westfälische Totleger eine bedrohte Hühnerrasse.

Westfälische Totleger: Charakteristika und Erscheinungsbild

Westfälische Totleger sind im Erscheinungsbild mittelgroß, robust und wetterfest, was sie für die Freilandhaltung besonders geeignet macht. Sie werden in zwei Hauptfarbenschlägen gezüchtet: Silber gesprenkelt und Gold gesprenkelt. Diese Hühner haben ein lebhaftes und aktives Verhalten und sind für ihre relativ gute Flugfähigkeit bekannt, weshalb ein ausreichend hoher oder überdachter Auslauf empfohlen wird. Sie sind vergleichsweise anspruchslos in der Haltung, benötigen jedoch ausreichend Platz, Futter und Auslauf.

Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist die hohe Legeleistung von durchschnittlich 180 bis 200 Eiern pro Jahr, wobei im ersten Legejahr bis zu 220 Eier gelegt werden können. Die Eier haben in der Regel eine weiße Schale. Die Eier wiegen etwa 60-65 Gramm und die Hennen haben keinen stark ausgeprägten Brutinstinkt, weshalb für die Zucht oft Brutmaschinen eingesetzt werden. Dennoch sind sie fürsorgliche Elterntiere, die sich gut um ihre Küken kümmern.

Westfälische Totleger gelten als robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Sie sind gute Futtersucher und benötigen in der warmen Jahreszeit bei ausreichendem Auslauf weniger Zufütterung als viele andere Rassen. Für eine optimale Haltung sollten sie jedoch Zugang zu frischem Wasser und einer ausgewogenen Futtermischung haben.

Leider gilt die Rasse inzwischen als stark gefährdet. Der Bestand der Westfälischen Totleger ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen und es gibt nur noch etwa 100 Züchter in ganz Deutschland. Der "Sonderverein der Züchter des Westfälischen Totlegerhuhnes" setzt sich aktiv für den Erhalt dieser seltenen Rasse ein.

Quellen:

  • https://www.g-e-h.de/rassebeschreibungen/55-gefluegelhuhn/160-westfaelischer-totleger
  • https://www.huehner-haltung.de/gefluegel/huehnerrassen/westfaelische-totleger/
  • https://www.huehner-hof.com/rassen/huehnerrassen/westfaelische-totleger/
  • https://www.xn--sv-der-zchter-des-westflischen-totlegerhuhnes-d1d62i.de/
  • https://www.provieh.de/tiere/alte-nutztierrassen/alte-huehnerrassen/westfaelische-totleger-huhn/
  • https://www.guetersloh.de/de/rathaus/fachbereiche-und-einrichtungen/umweltschutz/programm-biologische-vielfalt/guetersloher-artenkorb/westfaelischer-totleger.php

Bildquellen:

  • Canva

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