Weil wichtige Exportwege blockiert sind, bleiben Eier und Geflügelfleisch in der Ukraine. Das Überangebot drückt die Preise und belastet die Erzeuger.
Die ukrainischen Geflügelhalter und Eiererzeuger stehen wirtschaftlich unter Druck. Weil Exportmöglichkeiten fehlen, gelangen große Mengen Geflügelfleisch und Eier auf den heimischen Markt. Das Überangebot lässt die Preise sinken. Gleichzeitig erschweren russische Angriffe auf die Logistikinfrastruktur den Transport der Waren.
Darauf weist Oleg Pendzin, Mitglied des Economic Discussion Club, gegenüber der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN hin. Nach seiner Einschätzung hängt die weitere Preisentwicklung vor allem davon ab, wann die Ukraine ihre Exporte wieder ausweiten kann.
Überangebot lässt Eierpreise in der Ukraine fallen
Das Hauptproblem der Erzeuger liegt Pendzin zufolge derzeit nicht darin, Eier und Geflügelfleisch in die Geschäfte zu bringen. Vielmehr fehlen Absatzmöglichkeiten außerhalb des Landes.
„Der Eierpreis fällt derzeit nicht deshalb, weil die Eier nicht in die Geschäfte geliefert werden können, sondern weil es auf dem Markt eine Überproduktion von Eiern gibt“, erklärt Pendzin.
Da Exportmöglichkeiten fehlen, bleibt ein großer Teil der Produktion im Land. Das steigende Angebot auf dem Binnenmarkt drückt sowohl die Einkaufs- als auch die Verbraucherpreise.
Für die Erzeuger hat das Folgen: Nach Angaben Pendzins arbeiten sie derzeit mit Verlust.
Geflügelhalter hoffen auf neue Exportmöglichkeiten
Eine Entspannung erwartet der Experte erst, wenn die Ukraine wieder größere Mengen exportieren kann. Dann könnte das Angebot auf dem heimischen Markt sinken und sich die wirtschaftliche Lage der Betriebe verbessern.
„Es gibt keine Exporte, und solange das so bleibt, werden die Preise weiter fallen“, sagt Pendzin. Sobald Exporte wieder möglich seien, könne sich der Markt stabilisieren und die Erzeuger könnten wieder ein akzeptables Rentabilitätsniveau erreichen.
Damit hängt die weitere Preisentwicklung entscheidend von den Absatzmöglichkeiten außerhalb der Ukraine ab. Bleibt der Export eingeschränkt, dürfte das große Angebot im Inland die Preise weiter belasten.
Russische Angriffe treffen auch die Geflügellogistik
Zusätzlich verschärfen Schäden an der Logistikinfrastruktur die Lage. Russische Angriffe haben Verteilzentren getroffen. Handelsketten versuchen deshalb, ihre Lieferwege neu zu organisieren und Supermärkte teilweise direkt zu beliefern.
Der ukrainische Geflügelverband „Union der Geflügelhalter der Ukraine“ warnt deshalb vor weiteren Folgen. Die veränderte Logistik könnte die Produktion und die Produktvielfalt beeinträchtigen. Zugleich könnten höhere Kosten entlang der Lieferkette die Verbraucherpreise für Eier und Geflügelfleisch belasten.
Damit wirken derzeit zwei gegenläufige Faktoren auf den ukrainischen Geflügelmarkt: Das Überangebot infolge fehlender Exporte drückt die Preise, während beschädigte Infrastruktur und aufwendigere Lieferwege die Kosten erhöhen.






































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