Soja wächst zunehmend auch auf niedersächsischen Äckern. Zur Ernte 2026 stehen voraussichtlich rund 2.600 Hektar bereit – knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Tierhalter ist der Trend interessant, denn Sojabohnen liefern wertvolles Eiweiß für die Fütterung. Noch spielt heimisches Soja allerdings eine kleine Rolle: Deutschland importiert weiterhin ein Vielfaches der eigenen Erntemenge.
Niedersachsen baut knapp 15 Prozent mehr Soja an
Der Sojaanbau gewinnt in Niedersachsen an Boden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wächst die Anbaufläche innerhalb eines Jahres um knapp 15 Prozent. Zur Ernte im September 2026 sollen Sojabohnen auf rund 2.600 Hektar stehen.
Trotz des deutlichen Zuwachses bleibt Soja im Land eine Nischenkultur. Die Pflanze wächst auf weniger als 0,2 Prozent der niedersächsischen Ackerfläche.
Der langfristige Trend zeigt dennoch nach oben. Immer mehr Landwirte nehmen Soja und andere Hülsenfrüchte in ihre Fruchtfolgen auf.
Sojaanbau hat sich in Deutschland fast verdreifacht
Bundesweit ist die Entwicklung noch deutlicher. Zwischen 2016 und 2025 wuchs die Sojafläche nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 174,1 Prozent.
2016 bauten deutsche Landwirte Sojabohnen auf 15.800 Hektar an. 2025 waren es bereits 43.300 Hektar. Damit hat sich die Fläche innerhalb von neun Jahren fast verdreifacht.
Gemessen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche bleibt die Bedeutung allerdings gering. Soja kam 2025 lediglich auf einen Anteil von 0,3 Prozent.
Deutschland bleibt auf Sojaimporte angewiesen
Für die Tierhaltung ist Soja vor allem wegen seines hohen Eiweißgehalts und seiner günstigen Aminosäurenzusammensetzung interessant. Besonders in der Geflügel- und Schweinefütterung spielt Sojaschrot eine wichtige Rolle.
Die heimische Produktion kann den Bedarf jedoch bei Weitem nicht decken. Einer deutschen Sojaernte von 130.800 Tonnen stehen Importe von rund 3,4 Millionen Tonnen Sojabohnen gegenüber.
Damit bleibt Deutschland trotz der wachsenden Anbaufläche stark auf Ware aus dem Ausland angewiesen. Heimisches Soja kann die Importmengen bislang nur zu einem kleinen Teil ersetzen.
Leguminosen bringen Vorteile für die Fruchtfolge
Soja ist nicht die einzige Hülsenfrucht, die für Landwirtschaft und Tierfütterung interessant ist. Auch Ackerbohnen, Erbsen und Süßlupinen liefern pflanzliches Eiweiß.
Zugleich bieten Leguminosen ackerbauliche Vorteile. Sie können enge Fruchtfolgen erweitern und durch die Bindung von Luftstickstoff die Stickstoffversorgung im Anbausystem unterstützen. Zudem können sie sich positiv auf Bodenstruktur, Humushaushalt und Bodenleben auswirken.
Gerade für Betriebe, die ihre Fruchtfolgen breiter aufstellen wollen, können heimische Körnerleguminosen deshalb eine interessante Option sein.
Auch Ackerbohnenfläche in Niedersachsen wächst
Neben Soja bauen niedersächsische Landwirte auch mehr Ackerbohnen an. Ihre Fläche stieg nach Angaben von Destatis von 9.100 auf 9.500 Hektar. Das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent.
Bei Erbsen und Süßlupinen blieb die Fläche 2025 dagegen weitgehend stabil. Erbsen wuchsen auf rund 9.000 Hektar, Süßlupinen auf etwa 2.000 Hektar.
Deutschlandweit ernteten die Landwirte im Wirtschaftsjahr 2023/24 nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rund 670.900 Tonnen Hülsenfrüchte – Sojabohnen nicht eingerechnet.






































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