Die Deutschen sparen: Was heißt das für Fleisch aus höherer Haltung?

03 Oktober 2026
Deutschland
R+V Versicherung

Laut einer aktuellen Studie der R+V Versicherung haben 59 Prozent der Deutschen Angst, dass ihr Geld nicht mehr zum Leben reicht. Gleichzeitig will man höhere Standards in der Tierhaltung. Für hiesige Betriebe kann das ein schwieriger Spagat werden: Steigen die Produktionskosten, während Verbraucher preissensibler werden, wächst der Wettbewerbsdruck gegenüber günstigerer Auslandsware.

Wirtschaftlicher Pessimismus und politische Skepsis bestimmen 2026 die Ängste der Deutschen. „Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der finanziellen Sorgen. Gleichzeitig treiben politische Themen die Bevölkerung um“, berichtet Grischa Brower-Rabinowitsch, Leiter der Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“. In der repräsentativen Untersuchung befragt die R+V Versicherung seit 1992 jedes Jahr 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit.

Mehr Sorge um Lebenshaltungskosten

Die mit Abstand größte Angst in diesem Jahr: weiter steigende Lebenshaltungskosten. „Insgesamt 59 Prozent der Bevölkerung fürchten, dass ihr Geld dauerhaft nicht zum Leben reicht“, sagt Brower-Rabinowitsch. „Die Menschen erleben tagtäglich, wie kostspielig der Alltag inzwischen ist.“ Wie stark sie das belastet, zeigt der deutliche Anstieg der Sorge um sieben Prozentpunkte (2025: 52 Prozent). 

Die Schlüsselpreise Energie, Wohnen und Lebensmittel sind spürbar gestiegen. Dadurch sinkt der finanzielle Spielraum für Freizeit, Urlaub und Anschaffungen. Die Menschen können sich immer weniger leisten. Laut R+V ist die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten ein echter „Dauerbrenner“ der Studie. Sie belegt in diesem Jahr zum 16. Mal Platz eins – bei insgesamt 35 Jahren Befragung. Besonders markant ist der Pessimismus in Westdeutschland ausgeprägt: Hier liegt die Furcht bei 60 Prozent, in Ostdeutschland bei 53 Prozent.

Wieviel Spielraum für höhere Haltungsformen

Für die deutsche Tierhaltung bedeutet das Ergebnis der R+V-Studie:  Mehr Tierwohl lässt sich nicht allein politisch oder gesellschaftlich beschließen. Es muss auch bezahlt werden. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten stellt sich deshalb die Frage, ob der Markt die höheren Kosten deutscher Tierhalter tatsächlich honoriert – oder ob am Ende mehr Produktion ins Ausland wandert.

Christa Diekmann-Lenartz

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.