Landwirtschaftliche Erzeugerpreise fallen deutlich – doch Eier verteuern sich um 11 Prozent

17 August 2026
Absatz
Erzeugerpreise Eier

Deutschlands Landwirte erzielten im Juni 2026 deutlich niedrigere Erzeugerpreise als ein Jahr zuvor und viele tierische Erzeugnisse gerieten stark unter Druck. Doch nicht alle Sparten folgten diesem Trend: Eier verteuerten sich binnen eines Jahres deutlich. Grundsätzlich entwickelten sich die  Preise innerhalb des Geflügelsektors unterschiedlich.

Erzeugerpreise liegen 13,9 Prozent unter dem Vorjahr

Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in Deutschland sind weiter gesunken. Im Juni 2026 lagen sie im Durchschnitt 13,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.

Damit setzte sich der deutliche Preisrückgang fort. Bereits im Mai hatte das Minus gegenüber dem Vorjahr 13,9 Prozent betragen. Im April waren es 12,3 Prozent. Auch von Mai auf Juni gaben die Preise nach: Landwirtschaftliche Erzeugnisse verbilligten sich im Monatsvergleich um 1,7 Prozent.

Tierische Produkte waren vom Rückgang stark betroffen. Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse lagen im Juni 17,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Pflanzliche Erzeugnisse verbilligten sich im gleichen Zeitraum um 6,5 Prozent.

Eier stemmen sich gegen den Abwärtstrend

Die Entwicklung bei Eiern fällt vor diesem Hintergrund besonders auf. Während die Erzeugerpreise in weiten Teilen der Landwirtschaft sanken, erzielten Eierproduzenten im Juni deutlich höhere Preise als ein Jahr zuvor.

Die Erzeugerpreise für Eier lagen 11,0 Prozent über dem Niveau vom Juni 2025. Damit entwickelte sich der Eiermarkt deutlich entgegen dem allgemeinen Trend bei Tieren und tierischen Erzeugnissen.

Geflügelpreise nur leicht im Minus

Beim Geflügel fällt die Gesamtbilanz zunächst unspektakulär aus. Die Erzeugerpreise lagen im Juni 2026 lediglich 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hinter diesem kleinen Minus verbergen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geflügelarten.

Vor allem Hähnchen verloren an Wert. Ihre Erzeugerpreise lagen 5,5 Prozent niedriger als im Juni 2025.

Bei Enten und Puten zeigte die Entwicklung dagegen nach oben. Destatis fasst beide in der Kategorie „Sonstiges Geflügel“ zusammen. Hier stiegen die Erzeugerpreise binnen eines Jahres um 8,0 Prozent.

Für die Geflügelbranche ergibt sich damit ein geteiltes Bild: Eier sowie Enten und Puten verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr, während die Preise für Hähnchen nachgaben.

Milch und Schlachtschweine verlieren besonders stark

Andere Bereiche der tierischen Erzeugung mussten deutlich größere Preisrückgänge hinnehmen. Bei Milch lagen die Erzeugerpreise im Juni 25,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber Mai 2026 blieben sie allerdings unverändert.

Auch bei Schlachttieren ging es abwärts. Die Erzeugerpreise für Tiere lagen insgesamt 14,8 Prozent unter dem Niveau vom Juni 2025. Besonders stark traf es Schlachtschweine mit einem Minus von 25,5 Prozent. Für Rinder meldete Destatis einen Preisrückgang von 8,0 Prozent.

Auch Getreide und Futterpflanzen werden günstiger

Bei pflanzlichen Erzeugnissen sanken die Preise im Schnitt um 6,5 Prozent gegenüber Juni 2025. Besonders deutlich verbilligten sich Speisekartoffeln. Ihre Erzeugerpreise lagen 35,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Auch Getreide kostete auf Erzeugerebene 7,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Preise für Futterpflanzen sanken um 6,4 Prozent. Raps entwickelte sich dagegen in die andere Richtung: Hier lagen die Preise 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Geflügelnews, Proplanta
Bild: Cordula Möbius

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