Bis zu 15 Prozent weniger Soja und ab Dezember droht der nächste Engpass

19 September 2026
Biofutter
Sojabohnen

Weniger Soja aus Europa und gleichzeitig neue Vorgaben für entwaldungsfreie Lieferketten: Donau Soja warnt vor einer schwierigeren Versorgung. Für die Futtermittelbranche und Tierhalter könnte es deshalb wichtiger werden, Lieferketten frühzeitig abzusichern.

In der EU bis zu 15 Prozent weniger Soja geerntet

Die Versorgung mit europäischem Soja könnte schwieriger werden. Der Verein Donau Soja erwartet für 2026 eine EU-Ernte von lediglich 2,5 bis 2,6 Mio. t. Damit würden die Landwirte rund 10 bis 15 Prozent weniger Soja einfahren als im Vorjahr.

Als Hauptgründe nennt die Organisation Hitze und Trockenheit. Vor allem in Teilen Mittel- und Westeuropas haben die Witterungsbedingungen die Erträge gedrückt. In Kroatien, Rumänien und Polen könnten die Erträge dagegen ungefähr den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre erreichen.

Die kleinere Ernte trifft auf eine Phase, in der sich Futtermittelhersteller, Händler und andere Unternehmen zugleich auf neue Anforderungen an ihre Lieferketten einstellen müssen.

EUDR startet Ende Dezember 2026

Denn ab dem 30. Dezember 2026 müssen große und mittlere Unternehmen sowie Händler die Vorgaben der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) anwenden. Für Kleinst- und Kleinunternehmen gilt die Verordnung ab dem 30. Juni 2027.

Die EUDR betrifft neben Soja unter anderem Palmöl, Kaffee, Kakao, Rinder, Holz und Kautschuk.

Unternehmen müssen nachweisen, dass die betroffenen Rohstoffe und Erzeugnisse entwaldungsfrei sind. Außerdem müssen sie den rechtlichen Vorgaben des Erzeugerlandes entsprechen und die vorgeschriebene Sorgfaltsprüfung durchlaufen.

Donau Soja erwartet schwierigere Versorgung

Nach Einschätzung von Donau Soja könnte die Kombination aus kleinerer Ernte und neuen gesetzlichen Anforderungen die Versorgung künftig zusätzlich erschweren.

Unternehmen könnten deshalb gezwungen sein, sich nach neuen Lieferanten umzusehen. Marktinformationen helfen zwar dabei, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen. Sie ersetzen jedoch nicht die Sorgfaltspflichten der EUDR.

Unternehmen müssen weiterhin selbst die notwendigen Informationen über ihre Lieferketten beschaffen. Dazu gehören Lieferantendaten, die Geolokalisierung der Anbauflächen sowie Nachweise zur Rechtmäßigkeit und zu möglichen Entwaldungsrisiken.

Fehlende Daten können Lieferketten zum Problem machen

Gerade die erforderlichen Daten könnten Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Jovana Djisalov, Leiterin der Außenbeziehungen bei Donau Soja, bezeichnet die EUDR deshalb nicht nur als rechtliche Vorgabe, sondern auch als Herausforderung für die Datenlage entlang der Lieferketten.

Unternehmen müssten frühzeitig prüfen, welche Informationen bereits vorhanden sind, wo Daten fehlen und wer diese Lücken schließen kann.

Donau Soja empfiehlt deshalb, nicht bis zum Start der EUDR zu warten. Wer frühzeitig mit Lieferanten und anderen Partnern zusammenarbeitet, gewinnt Zeit, um fehlende Informationen zu beschaffen und die Qualität der Daten zu verbessern.

EUDR wurde bereits zweimal verschoben

Eigentlich sollte die EU-Entwaldungsverordnung bereits Ende 2024 greifen. Nach Kritik vor allem aus der Land- und Forstwirtschaft verschob die EU den Start jedoch zweimal und änderte zugleich Teile der Regelungen.

Nach dem derzeitigen Zeitplan müssen große und mittlere Unternehmen sowie Händler die Vorgaben ab dem 30. Dezember 2026 anwenden. Kleinst- und Kleinunternehmen folgen sechs Monate später.

Einen weiteren Aufschub soll es nach Angaben der zuständigen EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall nicht geben.

Für die Futtermittelwirtschaft fällt der Start damit in eine ohnehin angespannte Phase: Weniger europäisches Soja trifft auf zusätzliche Anforderungen an Lieferanten und Lieferketten. Donau Soja rät Unternehmen deshalb, ihre Versorgung und die dafür notwendigen Daten frühzeitig abzusichern.

Geflügelnews, AgE
Bild: AdobeStock_Vesna

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