EU braucht immer mehr Sojaschrot: Importe steigen auf 20,4 Mio. Tonnen

21 August 2026
Rohstoffe
Soja

Der weltweite Handel mit Sojaschrot wächst weiter. Für 2026/27 erwartet das USDA erneut Rekordmengen bei Exporten und Importen. Die EU dürfte mit 20,4 Mio. Tonnen der mit Abstand größte Importeur bleiben. 

Weltweite Sojaschrot-Exporte steigen auf 89,4 Mio. Tonnen

Der weltweite Handel mit Sojaschrot dürfte im Wirtschaftsjahr 2026/27 das vierte Jahr in Folge wachsen. Das geht aus einer Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums USDA hervor, auf die die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) hinweist.

Das USDA erwartet weltweite Sojaschrot-Exporte von 89,4 Mio. Tonnen. Das wären 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr und zugleich der vierte Rekordwert in Folge.

Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort: Innerhalb von zehn Jahren ist die weltweit gehandelte Exportmenge laut UFOP um 36,6 Prozent gestiegen. Vor allem der wachsende Einsatz von Sojaschrot in der Tierfütterung treibt die Nachfrage.

Argentinien bleibt wichtigster Sojaschrot-Lieferant

An den Kräfteverhältnissen auf dem Weltmarkt dürfte sich 2026/27 wenig ändern. Argentinien bleibt nach der USDA-Prognose mit Abstand der größte Exporteur. Das Land könnte 29,6 Mio. Tonnen Sojaschrot ausführen und damit rund 600.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Brasilien folgt voraussichtlich mit 27,1 Mio. Tonnen. Für die USA erwartet das USDA Exporte von 20,6 Mio. Tonnen.

Damit konzentriert sich ein großer Teil des internationalen Sojaschrotangebots weiterhin auf drei Lieferländer.

EU importiert 20,4 Mio. Tonnen Sojaschrot

Auch bei den weltweiten Importen erwartet das USDA einen neuen Höchststand. Insgesamt könnten 2026/27 rund 85,4 Mio. Tonnen Sojaschrot eingeführt werden. Das entspräche einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dass die weltweiten Import- und Exportmengen in der Statistik um rund 4 Mio. Tonnen voneinander abweichen, hat vor allem methodische Gründe. Die großen Erzeuger USA, Brasilien und Argentinien arbeiten mit unterschiedlichen Wirtschaftsjahren. Zudem erfassen die Statistiken eine Lieferung beim Export bereits beim Verlassen des Herkunftslandes, beim Import dagegen erst bei ihrer Ankunft.

Größter Abnehmer dürfte erneut die Europäische Union werden. Die EU könnte ihre Sojaschrotimporte um rund 300.000 Tonnen auf 20,4 Mio. Tonnen erhöhen.

Mit deutlichem Abstand folgen nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) Vietnam mit 6,9 Mio. Tonnen und Indonesien mit 6,8 Mio. Tonnen.

UFOP fordert mehr heimische Proteinpflanzen

Für die UFOP zeigen die steigenden Handelsmengen, dass Europa seine Versorgung mit pflanzlichem Protein stärker absichern sollte. Die Organisation fordert deshalb, den Anbau von Proteinpflanzen in der EU gezielt auszubauen.

Dabei verweist die UFOP auf die Anfang Juli von der EU-Kommission vorgelegte Proteinstrategie. Die Mitgliedstaaten müssten diese nun umsetzen und die heimische Eiweißversorgung stärken.

Aus Sicht der UFOP geht es dabei nicht nur um mehr Nachhaltigkeit im Ackerbau. Ein stärkerer europäischer Proteinpflanzenanbau soll auch die Abhängigkeit von Importen verringern und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_kanpisut
Quelle: AgE

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