Wie nachhaltig ist das Soja, das in deutschen Tierhaltungen verfüttert wird? Eine aktuelle Bestandsaufnahme des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT) liefert darauf eine konkrete Antwort: Rund 90 Prozent des eingesetzten Sojaschrots stammen bereits aus entwaldungsfreien Gebieten.
Die deutsche Futtermittelwirtschaft hat erhebliche Fortschritte bei der nachhaltigen Beschaffung des wichtigen Rohstoffs Soja erzielt. Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) hat jetzt erstmals einen Soja-Sachstandsbericht veröffentlicht. Demnach stammt heute bereits rund 90 Prozent des eingesetzten Sojaschrots in Deutschland aus entwaldungsfreien Gebieten – egal in welchen Regionen der Welt es angebaut wurde.
Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT, erläuterte dazu: „Soja ist aufgrund seiner Eigenschaften ein zentraler Baustein in der Fütterung von Schweinen, Geflügel und Rindern.“ Der DVT-Bericht mache deutlich, dass der ökologische Fußabdruck von Soja weniger von seinem Herkunftsland als vielmehr von den jeweiligen Produktionsbedingungen, Lieferketten und Landnutzungshistorien abhängt. Früher habe man mit pauschalen Durchschnittswerten gearbeitet. Heute sei eine präzisere Bewertung der Nachhaltigkeit durch moderne, räumlich differenzierte Ansätze möglich.
Entwaldungsfreies Soja fest verankert in Lieferketten
Nachhaltig, entwaldungsfrei erzeugte Sojaprodukte sind heute fest in den Lieferketten der deutschen Mischfutterhersteller verankert. Eine wichtige Rolle dabei spielt das QS-Zusatzmodul „Sojaplus“. Es wurde offiziell zum 1. Januar 2024 nach einer vorherigen freiwilligen Phase verbindlich. Es sorgt dafür, dass QS-Betriebe in der Fütterung ausschließlich nachhaltig erzeugtes und entwaldungsfreies Soja verwenden.
Baaken dazu: „Konnten 2023 vor Einführung des Zusatzmoduls nur 35 Prozent aller Teilnehmer eine Angabe zu den verwendeten Modellen machen, so waren es 2024 und 2025 bereits 88 Prozent.“ Heute stammen bereits rund 90 Prozent des eingesetzten Sojaschrots in Deutschland aus entwaldungsfreien Gebieten.
Anforderungen an nachhaltige Futtermittel steigen
Nach Einschätzung des DVT werden die Anforderungen an nachhaltige Futtermittel und transparente Lieferketten in den kommenden Jahren weiter steigen. Nationale und europäische Regelungen, steigende Erwartungen des Handels sowie ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für Klima- und Ressourcenschutz treiben die Weiterentwicklung nachhaltiger Rohstoffstrategien voran. Der Einsatz nachhaltig erzeugter Eiweißfuttermittel sei eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Nutztierfütterung und die Nachhaltigkeitsberichterstattung, resümierte der DVT-Sprecher.
Die wichtigsten Importregionen für Soja und Sojaschrot
Nach aktuellen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) decken heimische Futtermittel rund 88 Prozent des Rohproteinbedarfs für die Tierernährung. Die restlichen zwölf Prozent stammen vor allem aus proteinreichen Rohstoffen wie Soja. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 stammten laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) beim Import nach Deutschland von den insgesamt 2,4 Mio. Tonnen Sojabohnen 1,7 Mio. Tonnen aus den USA und 0,2 Mio. Tonnen aus der Ukraine. Darüber hinaus wurden insgesamt 1,6 Mio. Tonnen Sojaschrot in Deutschland importiert, davon entfielen 1,2 Mio. Tonnen auf Südamerika und 0,3 Mio. Tonnen auf Indien.




































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