Tierhaltung im Wandel: Diese Lösungen zeigt die EuroTier 2026

24 September 2026
Agribusiness
Dr. Lothar Hövelmann

Fehlende Arbeitskräfte, steigende Anforderungen an Tierwohl und Umwelt sowie die Gefahr von Tierseuchen stellen Tierhalter vor große Herausforderungen. Die EuroTier 2026 zeigt vom 10. bis 13. November in Hannover, welche technischen und betrieblichen Lösungen dafür entwickelt werden.

Für unternehmerischen Erfolg braucht es eine realistische Einschätzung des Marktes und seiner Einflussfaktoren, auch auf der Kostenseite. Daraus resultieren die Investitionsentscheidungen im Betrieb. Für diese Investitionsentscheidungen liefert die EuroTier Informationen und Strategien. Das sagte Dr. Lothar Hövelmann, Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), auf der Presse-Vorschau zur EuroTier 2026. Die DLG ist Veranstalter der EuroTier.

Auf steigende Produktionskosten reagieren

Die Tierhaltung steht heute vor großen Herausforderungen. Geopolitische Entwicklungen unterbrechen Lieferketten und stören eingefahrene Handelswege. Das sorgt für Kurskapriolen bei Agrarrohstoffen und Energie. Für Betriebe bedeutet das höhere Produktionskosten, zum Beispiel Futter und Wärme werden teurer. 

Aber auch andere Einflussfaktoren müssen im Blick bleiben: Gerade in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass das Thema Tierseuchen zur ständigen Bedrohung der Tierhaltung wird, Biosicherheit wird dadurch immer wichtiger. 

Für den tierhaltenden Betrieb wird es immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu finden. Automatisierung und Robotisierung werden interessanter, um die Arbeit im Stall zu unterstützen oder zu reduzieren. 

Senkung von Emissionen bleibt Thema

Im Sinne von Umweltschutz müssen Emissionen aus der Tierhaltung weiter reduziert werden, die diesbezüglichen Anforderungen steigen. 

Zu all diesen Themen bietet die Weltleitmesse EuroTier fachliche Impulse sowie technische Lösungen und innovative Management-Konzepte, betonte Dr. Lothar Hövelmann. Zur Reduzierung von Emissionen wird es beispielsweise ein DLG Spotlight geben 

Der DLG-Hauptgeschäftsführer gab einen Überblick über die Marktsituation bei den einzelnen Tierarten. Die Geflügelbranche ist derzeit im Aufwind. Es bestehen grundsätzlich gute Absatzperspektiven. Doch auch bei Geflügel reagierten die Margen empfindlich auf Veränderungen bei Futter-, Energie- und Stallkosten, so Dr. Hövelmann. Ein hohes Risiko bestehe zudem durch das Vogelgrippe-Geschehen, das kurzfristig die Tierbestände erheblich dezimieren könne.

Wirksame Biosicherheitskonzepte gefragt

Um das Angebot auf der EuroTier möglichst passgenau auf das Besucherinteresse zuzuschneiden, hat die DLG die Ergebnisse einer Online-Befragung 2025/2026 in die Konzeption des Fachprogramms zur EuroTier einfließen lassen. Die rund 1.770 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden unter anderem nach Innovationsfeldern mit hoher Priorität gefragt. 

Tierseuchen und deren Eindämmung durch Prävention, Monitoring und wirksame Biosicherheitskonzepte stehen bei den Teilnehmenden demnach weit oben auf der Prioritätenliste; besonders wichtig sei dieses Themenfeld für Geflügelhalter, stellte Hövelmann die Ergebnisse der Befragung vor. „Biosicherheit ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Prävention, Überwachung und konsequentem Management“, erläuterte er.

Automatisierung und KI Messeschwerpunkt

Der Mangel an Arbeitskräften und steigende Lohnkosten werden perspektivisch die Automatisierung in der Tierhaltung weiter beschleunigen. Dr. Hövelmann unterstrich aber auch, dass Smart Farming und Künstliche Intelligenz (KI) kein Selbstzweck sein dürfen. Der gegenwärtig rasante technologische Fortschritt sei eine Herausforderung für sich. 

Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz insbesondere von KI seien praxistaugliche, verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die sich in bestehende Betriebsabläufe integrieren lassen und dem Tierhalter konkrete Entscheidungen erleichtern. Die EuroTier 2026 werde diese Verbindung von Technologie, Tierwohl und Produktivität unter anderem im Barn Robot Event aufzeigen, das automatisierte Lösungen in der Tierhaltung auf der Messe live erlebbar machen.

Christa Diekmann-Lenartz, DLG
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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