EuroTier zeichnet neue Technik aus: Diese vier Lösungen helfen Geflügelhaltern

22 September 2026
Agribusiness
Gold und Silbermedaille

Zur EuroTier werden alle zwei Jahre spannende und zukunftsweisende Neuheiten prämiert – mit Gold- oder Silbermedaillen. Bei den 27 Silbermedaillen gab es auch ein paar Prämierungen, die für Geflügelbetriebe interessant sind. 

Alle zwei Jahre zeichnet die EuroTier technische Neuheiten aus, die nach Ansicht der Jury die Tierhaltung weiterentwickeln können. Neben Goldmedaillen vergibt sie Silbermedaillen für Innovationen mit praktischem Nutzen.

Unter den 27 mit Silber ausgezeichneten Neuheiten finden sich 2026 auch mehrere Entwicklungen für Geflügelbetriebe. Vier davon setzen an sehr unterschiedlichen Stellen an: beim Transport der Eier, bei der Tierbeobachtung, beim Management von Mobilställen und bei der Futterlagerung.

Elektronisches Ei von Bröring

Elektronisches Ei findet Schwachstellen beim Eiertransport

Vom Legenest bis zur Sortier- und Verpackungsstation legen Eier in modernen Legehennenställen weite Strecken über automatische Fördersysteme zurück. Dabei können Eier beschädigt werden. In der Praxis kann der Anteil laut Hersteller teilweise mehr als zehn Prozent erreichen. Wer kritische Stellen im Fördersystem erkennt und beseitigt, kann die Zahl beschädigter Eier senken.

Genau hier setzt das Bröring Electronic Egg der Bröring Technology GmbH an. Das elektronische Ei durchläuft das Transportsystem und erfasst dabei Stoßbelastungen. LEDs zeigen Belastungen unmittelbar an. Geflügelhalter können so kritische Übergänge und andere Problemstellen direkt im Stall erkennen und anschließend nachbessern.

Optional lassen sich die Messdaten per WLAN auf Smartphone, Tablet oder PC übertragen und dokumentieren. Eine zusätzliche Software muss dafür nicht auf dem Endgerät installiert werden.

BarnBuddy der VetVise GmbH

KI beobachtet die Herde rund um die Uhr

Bei der Bestandskontrolle spielen Erfahrung und Aufmerksamkeit des Tierhalters weiterhin eine zentrale Rolle. Üblicherweise kontrolliert er seine Tiere ein- bis zweimal täglich. Zusätzlich liefern Fütterungs- und Klimacomputer wichtige Daten. Veränderungen zwischen den Kontrollgängen können dabei jedoch zunächst unbemerkt bleiben.

Der BarnBuddy der VetVise GmbH soll die Tierbeobachtung ergänzen. Das kamerabasierte und KI-gestützte System eignet sich für Geflügel sowie für Schweine und Rinder. Es analysiert unter anderem Fressverhalten, Aktivität und Verteilung der Tiere im Stall.

Aus Veränderungen dieser Parameter soll das System mögliche Gesundheits- oder Klimaprobleme frühzeitig erkennen und dem Tierhalter konkrete Handlungsempfehlungen liefern. Auch Daten der Stalltechnik lassen sich einbinden. Damit soll BarnBuddy die Bestandskontrolle unterstützen und den Landwirt im täglichen Herdenmanagement entlasten.

Der ROVABARN SE von UKKÖ Robotics kann sich selbstständig bis zu 20-mal täglich über die Fläche bewegen.

Dieser Mobilstall fährt selbstständig über die Fläche

Mobile Geflügelställe ermöglichen es, Legehennen oder Masthühner regelmäßig auf neue Flächen zu bringen. Dadurch lässt sich die Grasnarbe gleichmäßiger nutzen und der Nährstoffeintrag besser über die Fläche verteilen.

Das Versetzen der Ställe bedeutet bislang allerdings zusätzliche Arbeit. Häufig braucht es dafür einen Traktor oder eine Seilwinde. Auch Lüftung sowie Futter- und Wasserversorgung müssen beim Standortwechsel berücksichtigt werden.

Der ROVABARN SE von UKKÖ Robotics soll diesen Arbeitsaufwand reduzieren. Der Folien-Mobilstall kann sich selbstständig bis zu 20-mal täglich über die Fläche bewegen. Über eine App überwacht das System außerdem den Wasser- und Futterverbrauch.

Durch die häufigen Standortwechsel erhalten die Tiere innerhalb des Stalls immer wieder Zugang zu einer neuen Fläche. Gleichzeitig verteilen sich die Nährstoffeinträge gleichmäßiger.

Lasersensor misst Futtervorrat im Silo

Automatische Füllstandsmesser in Futtersilos erleichtern Landwirten bereits heute die Vorratskontrolle. Sie zeigen, wann neues Futter bestellt werden muss. Ungleichmäßig verteiltes Futter im Silo kann eine genaue Mengenbestimmung jedoch erschweren.

FEED CHECK von Constantec Co., Ltd. setzt deshalb auf Lasertechnik. Das System erfasst die Oberfläche des Futterhaufens und berechnet daraus das noch vorhandene Volumen.

Zusätzlich misst der Sensor Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Silo. Damit soll das System nicht nur anzeigen, wie viel Futter noch vorhanden ist. Es liefert zugleich Daten zu den Lagerbedingungen und kann dadurch helfen, mögliche Qualitätsprobleme frühzeitig zu erkennen.

Geflügelnews, Christa Diekmann-Lenartz
Bild: DLG
Quelle: DLG

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