Cindy Kustermans: „Die erste Woche entscheidet über die folgenden siebzehn.“

08 Oktober 2026
Junghenne
Wissenspartner Cidy Kustermans

Nach 20 Jahren Impfpraxis weiß Cindy Kustermans, worauf es bei der Junghennenaufzucht ankommt. Oft entscheiden kleine Details über die Entwicklung einer ganzen Herde.

Tierärztin zu werden war ihr Traum, doch eine weiterführende Ausbildung war aus familiären Gründen nicht möglich. Trotzdem ließ sich Cindy Kustermans nicht davon abhalten, ihrer Leidenschaft für Tiere und insbesondere für Geflügel zu folgen. Mehr als zwanzig Jahre lang arbeitete sie mit Hühnern. Sie impfte und fing Tiere und war in unzähligen Ställen unterwegs. Zwischendurch arbeitete sie zwölf Jahre lang auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinen und Mastrindern. Jetzt ist sie wieder dort, wo ihr Herz schlägt: bei den Hühnern. Seit September übernimmt sie im Stall allerdings eine andere Aufgabe: als Aufzuchtberaterin bei Vepymo.

Für viele Aufzüchter ist Cindy daher kein unbekanntes Gesicht. Schätzungsweise drei Viertel der Betriebe, die sie heute betreut, hat sie früher bereits besucht, um die Hennen zu impfen. Sie kennt die Ställe, die Menschen und häufig auch deren Arbeitsweise. Schon damals hatte sie mehr im Blick als nur die Impfung, die sie durchführen sollte. „Was mir auffiel, habe ich immer zurückgemeldet.“

Beim Impfen hält Cindy Hunderte, manchmal sogar Tausende Tiere buchstäblich in den Händen. Dadurch nimmt sie Unterschiede innerhalb einer Herde wahr, die einem Geflügelhalter bei einem schnellen Stallrundgang nicht immer sofort auffallen. Ist die Uniformität anders als erwartet? Bewegen sich die Tiere langsamer? Gelangen sie problemlos auf die höheren Ebenen des Haltungssystems? Wie sehen Futter und Kot aus? Kommt ausreichend Wasser aus den Tränkenippeln?

Nach zwanzig Jahren ist dieser geschulte Blick für Cindy beinahe selbstverständlich geworden. Ein einzelnes Anzeichen sagt ihrer Meinung nach noch nicht viel aus. Erst wenn verschiedene Beobachtungen miteinander verknüpft werden, ergibt sich ein Gesamtbild. In ihrer neuen Funktion bei Vepymo kommt nun all das zusammen, was sie über die Jahre angetrieben hat: ihre Verbundenheit mit den Tieren, ihre genaue Beobachtungsgabe und die Möglichkeit, auf dieser Grundlage aktiv zu handeln.

Neue Aufgabe, gleiche Herangehensweise

Die Fragen, die ihr früher schon gestellt wurden – Cindy, was meinst du dazu? Fällt dir an den Tieren etwas auf? Was würdest du tun? – gehören heute zu ihrem Arbeitsalltag. Nur kann sie die Geflügelhalter inzwischen auch bei den nächsten Schritten begleiten. An ihrer Herangehensweise hat sich dabei nichts geändert. Sie möchte nicht den Geflügelhaltern gegenüberstehen, sondern an ihrer Seite arbeiten.

Weil sie so viele unterschiedliche Betriebe kennengelernt hat, bringt sie außerdem praktische Lösungen von einem Betrieb zum anderen mit. So entwickelt ein Geflügelhalter eine clevere Anpassung für ein Problem, mit dem sich ein anderer schon länger beschäftigt.

Frühzeitig reagieren

Bei Dingen, die Cindy früher während des Impfens manchmal kritisch hinterfragte, kann sie heute selbst aktiv zur Verbesserung beitragen. Zum Beispiel, wenn zu lange abgewartet wird, obwohl erste Anzeichen bereits erkennbar sind. Deshalb versucht sie, die Aufzüchter dazu anzuregen, frühzeitiger zu reagieren.

Nicht jede Auffälligkeit erfordert sofort einen größeren Eingriff. Doch langes Zögern hilft ebenfalls nicht. Manchmal lautet ihr Rat ganz einfach: Beobachte es heute noch, aber wenn es morgen nicht besser ist, schalte den Tierarzt ein.

Darin sieht Cindy ihre Aufgabe: Auffälligkeiten erkennen, sich abstimmen und dafür sorgen, dass die richtigen Personen rechtzeitig miteinander sprechen. Das gilt auch für Impfungen. Nach zwanzig Jahren Impfpraxis weiß sie, wie stark eine Impfphase eine Henne beeinflussen kann. Was in den Tagen danach passiert, wird ihrer Meinung nach manchmal unterschätzt. Besonders dann, wenn Impfungen kurz vor der Umstallung stattfinden.

Eine Henne kann äußerlich völlig gesund aussehen und trotzdem noch unter Beschwerden leiden. Wenn sie anschließend im Legehennenstall viel springen muss und nicht richtig auf die höheren Ebenen gelangt, wird die Ursache nicht immer sofort mit der vorherigen Impfung in Verbindung gebracht.

Dieses Praxiswissen kann Cindy nun schon früher im Aufzuchtprozess einbringen. Lässt sich die Impfung vorziehen? Hat das Tier ausreichend Zeit, sich vor der Umstallung zu erholen? Es sind kleine Anpassungen, die sich jedoch positiv auf das Tierwohl und einen reibungslosen Übergang in die nächste Phase auswirken können.

„Kommunikation ist das A und O“

Fragt man Cindy, was für sie eine gute Betreuung ausmacht, kommt das Gespräch immer wieder auf dasselbe Thema zurück: Kommunikation. In ihren Jahren im Stall hat sie regelmäßig erlebt, dass etwas schiefging, ohne dass jemand schlechte Absichten hatte. Der eine ging davon aus, dass der andere Bescheid wusste. Jemandem fiel etwas auf, aber die Beobachtung wurde nicht weitergegeben. Oder Informationen blieben irgendwo auf dem Weg hängen. „Das passiert nie absichtlich. Häufig gehen Dinge schief, weil die Kommunikation an irgendeiner Stelle nicht richtig funktioniert.“

Cindy selbst nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie legt Wert auf eine offene und ehrliche Kommunikation, erwartet aber nicht, dass jeder Geflügelhalter auf dieselbe Weise zum Telefon greift. Ob Anruf, Nachricht oder E-Mail: Für sie spielt das keine große Rolle. Entscheidend ist, dass sich jemand meldet, wenn etwas ist.

Ein guter Start beginnt bereits in der Brüterei

Für Cindy beginnt die Betreuung deshalb nicht erst auf dem Betrieb. Wenn für einen ihrer Aufzüchter Küken schlüpfen, fährt sie zunächst zur Brüterei, um sich die Tiere selbst anzusehen, bevor sie zum Aufzuchtbetrieb gebracht werden.

Wie sehen die Küken aus? Aus welchen Elterntierherden stammen sie? Sind beispielsweise kleinere Küken von jungen Elterntieren dabei? Diese Informationen gibt sie bereits vorab an den Aufzüchter weiter.

So kann der Aufzüchter bei der Ankunft direkt auf die Unterschiede reagieren. Kleinere Küken können beispielsweise in einem geeigneten Bereich untergebracht werden, in dem die Tränkelinie etwas niedriger eingestellt ist, zusätzliches Licht zur Verfügung steht oder die Tiere näher an einer Wärmequelle sind.

Gerade solche Kleinigkeiten können laut Cindy viel bewirken. „Diese erste Woche ist so entscheidend für die siebzehn Wochen.“ Wer den Küken einen guten Start ermöglicht, verhindert ihrer Erfahrung nach viele Probleme im weiteren Verlauf der Aufzucht.

Während ihrer Betriebsbesuche macht Cindy viele Fotos und Videos, die sie mit Kollegen und Vertriebsmitarbeitern teilt. So erhält auch der zukünftige Legehennenhalter einen Einblick, wie sich die Herde während der Aufzucht entwickelt.

Diese Offenheit passt zu dem, was sie bei Vepymo erlebt: kurze Kommunikationswege, engagierte Kollegen und der gemeinsame Antrieb, Qualität und Service kontinuierlich weiterzuentwickeln. Bodenständig und praxisorientiert: genau hinschauen, offen ansprechen, was man beobachtet, und gemeinsam nach Verbesserungen suchen.

Eigentlich genau so, wie Cindy schon gearbeitet hat, bevor „Aufzuchtberaterin“ auf ihrer Visitenkarte stand.

Vepymo
Bild: Vepymo

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Über die Vepymo GmbH

Die Vepymo GmbH verfügt über 25 Jahre Erfahrung in den Niederlanden und Belgien in der Aufzucht starker, einheitlicher und vitaler Legehennen.

Vepymo bietet in Deutschland jetzt auch Eintagsküken der bewährten Linien Dekalb White und ISA Brown an. Betriebe profitieren von hochwertiger Genetik, praxisnaher Begleitung während der Aufzucht und persönlichem Kontakt vor Ort, unter anderem über den Standort Bad Bentheim.

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Vepymo GmbH

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Verkaufsleiter
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