Eine angepasste Junghennenaufzucht – insbesondere früher Volierenzugang und mehr Rohfaser im Futter – kann die Haltungsdauer von Legehennen positiv beeinflussen.
Projekt OptiLeg: Mehr Tierwohl durch angepasste Junghennenaufzucht
Diese zentrale Frage untersucht das Projekt OptiLeg, das Dr. Philipp Hofmann von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beim NRW-Geflügeltag 2025 auf Haus Düsse vorstellte. Ziel des Projekts ist es herauszufinden, ob und wie eine angepasste Aufzucht die Haltungsdauer von Legehennen verlängern kann – unter Berücksichtigung von Tierwohl, Tiergesundheit, Ökonomie und Ökologie.
Aus genetischer Sicht sei die Grundlage für eine längere Legeleistung vorhanden, so Dr. Hofmann. Entscheidend sei jedoch, dass auch die Bedingungen in der Aufzuchtphase entsprechend angepasst werden. Zwei Faktoren stehen dabei im Fokus: der Zeitpunkt, zu dem Junghennen Zugang zur Voliere erhalten, sowie der Rohfasergehalt im Futter.
Futter mit mehr Rohfaser wirkt sich positiv auf die Tiergesundheit aus
Im Projektverlauf erhalten die Hennen je nach Versuchsgruppe zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten Zugang zum Scharrraum, was die frühzeitige Förderung der Mobilität und damit eine langlebigere Legehenne unterstützen soll. Zusätzlich werden zwei Futtermischungen mit unterschiedlichem Rohfaser- und aNDFom-Gehalt getestet, um die Auswirkungen auf Tiergesundheit und Nährstoffverwertung zu erfassen. Auch Stickstoff- und Phosphoransätze im Körper der Tiere werden dokumentiert.
Ein zentrales Teilergebnis zeigt: Wird die Voliere bereits am 14. Lebenstag geöffnet und enthält das Futter mehr Rohfaser, lässt sich das Risiko für Federpicken und kannibalistisches Verhalten deutlich senken. Die Tiere aus dem Projekt OptiLeg befinden sich aktuell in der Legephase, mit endgültigen Ergebnissen wird im Jahr 2026 gerechnet.
Vier Jahre Forschung: Interdisziplinäres Team untersucht Haltung und Fütterung
Das Projekt OptiLeg wird von einem interdisziplinären Konsortium getragen, zu dem neben der LfL auch die Universität Rostock, die Landwirtschaftskammer NRW und die Bayerischen Staatsgüter gehören. Gefördert wird das Vorhaben vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Die Laufzeit des Projekts beträgt vier Jahre – von Januar 2023 bis Ende 2026.

































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