Der Hähnchenfleischmarkt verlangt immer genauere Abstimmungen zwischen den Produktionsstufen. Für Mäster ist deshalb nicht nur das Ausstallen, sondern auch das Vorfangen eine wichtige Stellschraube. Der richtige Zeitpunkt für den Vorfang kann die Wirtschaftlichkeit des gesamten Durchgangs optimieren.
In der Produktionskette Hähnchenfleisch baut jedes Glied auf der Arbeit des vorherigen auf - von der Brüterei und dem Mäster über den Schlachthof bis hin zum Verbraucher. Dies erfordert eine gute Abstimmung entlang der gesamten Kette. Ziel im Stall ist, dass die Tiere zum richtigen Zeitpunkt das richtige Gewicht und die gewünschte Qualität haben. Wie Ad Rombouts (Leiter Broilerplanung) und Henk Manting (Verkaufsleiter Broiler in Deutschland) vom Futtermittelhersteller DeHeus betonen, muss man dabei die individuelle Entwicklung der Herde immer im Blick haben.
Effizienteres Wachstum - präzisere Abstimmung
Die Anforderungen des Hähnchenfleischmarktes werden immer spezifischer. Je nach Endprodukt gelten klare Vorgaben für das gewünschte Gewicht. So liegt das angestrebte Lebendgewicht bei der Teilausstallung zwischen 1,8 und 2,0 kg, während es bei der Endausstallung in der Regel zwischen 2,7 und 2,9 kg liegt. Da Broiler immer effizienter wachsen, erreichen sie ihr Endgewicht schneller. Das bietet Chancen, erfordert aber auch eine noch präzisere Abstimmung von Planung und Management. Für den Mäster besteht die Herausforderung darin, das Wachstum optimal zu nutzen und gleichzeitig die Vereinbarungen mit dem Schlachthof zu erfüllen.
Gezielte Steuerung über Zeitpunkt des Vorfangs
Dabei spielt die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Vorausstallung eine zentrale Rolle. Eine frühere Vorausstallung stößt bei vielen Geflügelhaltern noch auf Vorbehalte. Das ist nachvollziehbar, denn der erste Gedanke ist häufig: Weniger Gewicht bedeutet weniger Erlös. Es kommt jedoch auf das Gesamtergebnis des Durchgangs an. Und das kann positiv beeinflusst werden durch ein früheres Vorfangen.
Wird ein Teil des Bestandes einige Tage früher ausgestallt, ist mehr Platz im Stall. Die verbleibenden Tiere haben so die Möglichkeit, sich in der letzten Phase besser zu entwickeln und ihr Wachstumspotenzial optimal auszuschöpfen. „In der Praxis sehen wir, dass es nicht auf die paar Gramm weniger bei der Vorausstallung ankommt, sondern darauf, welche zusätzliche Leistung der verbleibende Bestand anschließend noch erbringt“, so Henk Manting. Gerade dieses zusätzliche Wachstum und die höhere Effizienz der verbleibenden Tiere machen den Unterschied. Was auf den ersten Blick wie ein Verlust erscheint, erweist sich in der Praxis häufig als Gewinn.
Ausstallen nach Gewichten im Stall
Viele Betriebe stallen seit Jahren an festen Tagen aus, weil dies so in ihrer Planung vorgesehen ist. Bei den heutigen Wachstumsraten der Broiler passt dieser Zeitpunkt jedoch nicht immer zum gewünschten Gewicht. Broiler, die zu Beginn der Woche eingestallt werden, werden häufig ebenfalls zu Beginn der Woche vor- bzw. endausgestallt. Idealerweise wird der Zeitpunkt der Ausstallung um einige Tage vorgezogen, um die Anforderungen des Schlachthofs besser zu erfüllen.
Mehr Platz im Stall bietet für die Masthähnchen mehrere Vorteile. Sie haben leichteren Zugang zu Futter und Wasser, bewegen sich aktiver und können ihr Wachstumspotenzial besser ausschöpfen. Gleichzeitig trägt eine geringere Besatzdichte zu einem stabilen Stallklima bei. Das ist Grundlage für eine gleichbleibende Produktionsqualität.
Optimierte Stallparameter sorgen für Qualität
Neben dem richtigen Gewicht ist die Qualität der am Schlachthof angelieferten Tiere ein entscheidender Faktor. Sie bestimmt in hohem Maße, wie die nächste Stufe der Kette mit den Tieren weiterarbeiten kann.
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