Australien war lange der letzte vogelgrippefreie Kontinent. Seit das Virus im Juni das Festland erreicht hat, steigt die Zahl betroffener Wildvögel. Nun ist erstmals auch ein Säugetier an H5N1 verendet, ein Seelöwe. Ranger haben derweil mit einer großangelegten Impfaktion bei Zwergpinguinen begonnen.
Die Geflügelpest hat sich über die vergangenen Jahre fast über die ganze Welt ausgebreitet – nur Australien war der einzige freie Kontinent. Das hat sich im Juni diesen Jahres geändert, als das Virus bei einer verendeten Seemöwe gefunden wurde. Seitdem stieg die Zahl betroffener Wildvögel auf über 300. Die Geflügelbranche des Kontinents ist bisher nicht betroffen, aber natürlich in Alarmbereitschaft.
Jetzt wurde aus Australien jedoch erstmals ein Vogelgrippefall bei einem Säugetier gemeldet. Betroffen ist ein Langnasen-Seelöwe im Bundesstaat South Australia. Die Infektion ist vermutlich durch Kontakt mit infizierten Wildvögeln oder deren Umgebung entstanden.
Sorge um einzigartige Tierwelt Australiens
Fachleute hatten sich nach dem ersten Vogelgrippe-Fall in Australien bereits besorgt geäußert, dass das Virus zum Aussterben seltener Tierarten beitragen könnte. Fast die Hälfte der wildlebenden Vogelarten Australiens und mehr als drei Viertel der Säugetiere kommen ausschließlich dort vor. Auch die Australischen Seelöwen haben keine große Population, eine Verbreitung der Vogelgrippe unter ihnen könnte existenzbedrohend sein.
Einmalige Impfaktion bei Pinguinen gestartet
Derweil haben Wildtier-Ranger eine großangelegte Impfaktion bei den ebenfalls seltenen Zwergpinguinen gestartet. Es sollen mehr als 5.000 Tiere in Pinguinkolonien in der Region Melbourne geimpft werden.
Wildtiere zum Impfen einzufangen, gilt üblicherweise als wenig praktikabel – auch weil zweimal im Abstand von mehreren Wochen geimpft werden muss. Bei Zwergpinguinen ist das wohl möglich, weil sie flugunfähig und in der Region Melbourne an Menschen gewöhnt sind, in stabilen Kolonien leben und abends zum Übernachten in die immer gleichen Erdhöhlen wandern. Dabei können sie gefangen werden.






































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