Die Ausbreitung der Vogelgrippe in Australien nimmt Fahrt auf: Nach dem ersten Nachweis bei einem Zugvogel vor ungefähr einem Monat wurde H5N1 jetzt erstmals zwischen heimischen Seeschwalben übertragen. Experten beobachten die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit.
Das, was Australiens Landwirtschaftsministerin Julie Collins jetzt zum Thema Vogelgrippe veröffentlichte, dürfte den Geflügelhalterinnen und Geflügelhaltern des Landes sorgenvolle Minen bereiten: In Südaustralien ist es zu einer lokalen Übertragung zwischen Seeschwalben gekommen. Die betroffenen Eilseeschwalben gehören zu den heimischen Wildvögeln auf dem australischen Kontinent. Dies ist das erste Mal, dass eine Übertragung des Virus zwischen Vögeln innerhalb Australiens bestätigt wurde.
Behörden rechnen mit weiterer Verbreitung
Bisher habe es keine Hinweise auf ein Massensterben in Wildvogelpopulationen gegeben, so Julie Collins. Doch es sei damit zu rechnen, dass sich das Virus sich weiter unter den heimischen Wildvögeln ausbreitet, schreibt der Sender ABC.
Die Veröffentlichung des Landwirtschaftsministeriums folgte auf positive Testergebnisse bei elf Eilseeschwalben in Südaustralien; die Proben waren zur Bestätigung der Vogelgrippe-Infektion an eine staatliche Forschungsorganisation geschickt worden.
Bisher 27 bestätigte Fälle bei Wildvögeln
Die Zahl der bestätigten Fälle in Australien liegt nun bei 27, davon 14 in Südaustralien, zehn in Westaustralien, zwei in New South Wales und einer in Queensland.
Die australische Chefveterinärin Beth Cookson erklärte, der beratende Ausschuss für Tierseuchen-Notfälle habe genetische Proben untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine lokale Übertragung von Vogel zu Vogel stattgefunden habe.
Der Erreger wurde bislang weder in Geflügelbetrieben noch in anderen landwirtschaftlichen Betrieben nachgewiesen. Behördenvertreter erklärten, das Risiko für die menschliche Gesundheit sei weiterhin gering. Man rechnet allerdings mit einer weiteren Verbreitung unter australischen Wildvögeln.
Geflügelhaltungen ergreifen Schutzmaßnahmen
Laut der australischen Chefveterinärin haben landwirtschaftliche Geflügelhaltungen und andere Geflügeleinrichtungen Maßnahmen ergriffen, um den Kontakt zwischen Wild- und Nutzvögeln zu minimieren. Für Entscheidungen über eine mögliche Stallpflicht seien die Bundesstaaten und Territorien zuständig abhängig vom jeweiligen Standort, der Infektionsrate in den betroffenen Gebieten und der tatsächlichen Lage vor Ort.
Quelle ABC-News




































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