DVT-Präsident Cord Schiplage
Deutschland deckt 88 Prozent des Rohproteinbedarfs in der Tierernährung mit heimischen Futtermitteln. Trotzdem bleiben Tierhalter bei wichtigen Rohstoffen indirekt vom Weltmarkt abhängig. Der DVT warnt vor neuen Handelshemmnissen und zusätzlichen Kosten.
Die deutsche Tierernährung kann einen großen Teil ihres Rohproteinbedarfs aus heimischen Quellen decken. Nach Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) liegt der Anteil bei rund 88 Prozent. Trotzdem bleibt die Futtermittelwirtschaft bei wichtigen Rohstoffen und Zusatzstoffen auf internationale Lieferketten angewiesen.
Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) fordert deshalb von Bundesregierung und EU politische Rahmenbedingungen, die Lieferketten sichern und die europäische Produktion stärken. Zusätzliche Bürokratie dürfe die Versorgung dagegen nicht erschweren, sagte DVT-Präsident Cord Schiplage auf der 26. DVT-Jahrestagung in Berlin.
Bei Vitaminen und Aminosäuren bleibt Europa abhängig
Besonders deutlich zeigt sich die Importabhängigkeit bei Vitaminen und Aminosäuren. Europa bezieht diese in erheblichem Umfang aus Drittländern, vor allem aus China.
Der DVT fordert deshalb, die Produktion solcher Stoffe in Europa zu fördern. Das soll die Versorgung stabilisieren, wenn internationale Lieferketten ins Stocken geraten.
Auch bei Proteinpflanzen will die EU unabhängiger werden. Ihre Proteinstrategie sieht vor, den Selbstversorgungsanteil bis 2035 von zuletzt 25 auf 35 Prozent zu steigern.
Der DVT warnt jedoch davor, kurzfristig zu viel von einer höheren europäischen Eigenversorgung zu erwarten. Wetterextreme und geopolitische Krisen könnten den Importbedarf weiterhin beeinflussen.
Europa könnte sieben Millionen Tonnen Mais zusätzlich benötigen
Wie schnell sich die Versorgungslage verändern kann, zeigt nach Angaben des Verbands der Maismarkt. Der europäische Mischfutterverband FEFAC rechnet für dieses Jahr mit einem zusätzlichen Importbedarf von rund sieben Millionen Tonnen Mais. Insgesamt könnten die Importe damit bei etwa 26 Millionen Tonnen liegen.
Der DVT hält deshalb offene Handelswege für entscheidend. Bilaterale Abkommen, etwa mit der Ukraine, könnten aus Sicht des Verbands zur Versorgung beitragen und gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen.






































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