Abhängigkeit von China gefährdet Futtermittelversorgung: DVT fordert politisches Handeln

10 Dezember 2025
Deutschland
futtersilo

Der Deutsche Verband Tiernahrung sieht die Versorgung mit essenziellen Futtermittelzusätzen in Gefahr. Er fordert die Politik auf, rasch zu handeln, die Abhängigkeit von China zu senken und Produktionskapazitäten in Europa zu sichern. Gleichzeitig bewertet der Verband zentrale EU-Maßnahmen unterschiedlich und legt Zahlen zur aktuellen Lage der Mischfutterproduktion vor.

DVT sieht Lieferketten gefährdet

Der Deutsche Verband Tiernahrung hält die Lieferketten für Vitamine und Aminosäuren für instabil. Nach Ansicht des Verbands fehlt es der EU an Wettbewerbsfähigkeit, besonders gegenüber China. Viele Produkte lassen sich kaum aus alternativen Quellen beziehen. Diese Engpässe gefährden aus Sicht des DVT die Versorgung der Nutztierhaltung.

Der Verband fordert deshalb kurzfristige politische Maßnahmen. Er will, dass die europäische Produktion von Futtermittelzusätzen wieder wächst und die starke Abhängigkeit von Herstellern aus China sinkt. Eine Rückverlagerung der Produktion in die EU oder in benachbarte Staaten wie Großbritannien und die Schweiz sieht der DVT als zentralen Schritt. Nur so lasse sich die Versorgung langfristig stabilisieren.

Kritik an Antidumpingzöllen, Lob für geplantes Vereinfachungspaket

Scharf kritisiert der Verband die von der EU-Kommission verhängten Antidumpingzölle auf Lysin aus China. Aus seiner Sicht verschärfen sie die Wettbewerbsprobleme und behindern den Zugang zu wichtigen Aminosäuren.

Zugleich bewertet der DVT das geplante Vereinfachungspaket für den Lebens- und Futtermittelbereich positiv. Vor allem mittelständische Unternehmen könnten profitieren, weil vereinfachte Zulassungsregeln Abläufe beschleunigen und Kosten senken.

Mischfutterproduktion legt zu, Unsicherheit bleibt

Neben politischen Forderungen präsentierte der DVT Leistungsdaten der Mitgliedsunternehmen für 2025. Die Branche rechnet mit einer rund zwei Prozent höheren Mischfutterproduktion, etwa 22 Millionen Tonnen. In den ersten neun Monaten des Jahres lag die Produktion bereits 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Die Werke im Norden steigerten ihren Ausstoß um 3,2 Prozent, im Süden lag das Plus bei 2,2 Prozent. Diese Entwicklung könnte jedoch zum Jahresende an Dynamik verlieren. Der Verband erwartet aufgrund aktueller Tierseuchen ein schwächeres Geschäft im vierten Quartal.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock-Leonid
Quelle: DVT, AgE

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