Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet ist so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung wurden zwischen August 2025 und Juli 2026 rund 36 Prozent weniger als in den zwölf Monaten zuvor. Es sind jedoch immer noch 2.874 Quadratkilometer.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bei seinem Amtsantritt Anfang 2023 angekündigt, den Umwelt- und Klimaschutz stärken zu wollen. Die Entwaldung solle bis 2030 auf Null sinken. Der Amazonas-Regenwald gilt als CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion im internationalen Kampf gegen den Klimawandel.
Immer noch große entwaldete Flächen
Das brasilianische Wissenschaftsministerium gab jetzt aktuelle Zahlen zur Entwaldung im Amazonas-Regenwald bekannt. Das berichtet dpa. Nach Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung wurden zwischen August 2025 und Juli 2026 rund 36 Prozent weniger abgeholzt als in den zwölf Monaten zuvor. Es sind allerdings immer noch 2.874 Quadratkilometer. Dennoch ist es der niedrigste Wert, seit es Daten des Echtzeit-Systems zur Erkennung von Entwaldung gibt.
Waldbrände nahmen um 80 Prozent ab
Die Überwachungsinitiative MapBiomas hatte zuletzt auch einen Rückgang der Waldbrände im Amazonasgebiet gemeldet. Rund 3,1 Mio. Hektar waren demnach im vergangenen Jahr von Bränden betroffen. Diese Zahl scheint riesig, aber auch hier sind es rund 80 Prozent weniger als im Jahr davor.
Während der Amtszeit von Lulas Vorgänger Jair Bolsonaro (2019 - 2022) nahmen Abholzungen und Brandrodungen stark zu. Bolsonaro sah die Region vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und ließ Farmern und Goldschürfern bei der Landnahme weitgehend freie Hand. Den Kontrollbehörden kürzte er Gelder oder entzog ihnen ihre Kompetenzen.
EU-Gesetz über entwaldungsfreie Lieferketten
In der Vergangenheit sind im Amazonas-Regenwald riesige Flächen gerodet oder abgebrannt worden, um dort unter anderem Soja anzubauen. Soja ist wichtiges Exportprodukt des Landes. In der EU ist 2023 das Gesetz über entwaldungsfreie Lieferketten in Kraft getreten. Es regelt EU-weit, dass bestimmte Rohstoffe und deren Erzeugnisse nur dann in den Unionsmarkt eingeführt werden dürfen, wenn diese nicht mit Entwaldung und Waldschädigung in Verbindung stehen.
In Deutschland 90 Prozent Sojaschrot entwaldungsfrei
In Deutschland stammen heute bereits rund 90 Prozent des eingesetzten Sojaschrots aus entwaldungsfreien Gebieten. Das geht aus dem Soja-Sachstandsbericht hervor, den der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) gerade erstmals vorgelegt hat. Die deutsche Futtermittelbranche hat schon früh freiwillige Maßnahmen für nachhaltige Lieferketten etabliert.





































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