Die Schweiz folgt der EU und stoppt Fleischimporte aus Brasilien. Besonders beim Geflügel könnte das Folgen haben: Brasilien ist ein wichtiger Lieferant.
Die Schweiz hat die Einfuhr von Rind- und Geflügelfleisch aus Brasilien gestoppt. Damit folgt sie dem Vorgehen der Europäischen Union. Seit dem 3. September dürfen entsprechende brasilianische Produkte nicht mehr eingeführt werden. Hintergrund sind fehlende Garantien zum Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung.
Wie das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin „Espresso“ erklärte, erfüllt Brasilien derzeit die vorgeschriebenen Anforderungen nicht ausreichend.
Antibiotika-Vorgaben führen zum Importstopp
Drittstaaten müssen für Fleischlieferungen nach Europa bestimmte Garantien zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung vorlegen. Die Vorgaben sollen dazu beitragen, Antibiotikaresistenzen einzudämmen.
Nach Angaben des BLV kann Brasilien diese Garantien derzeit nicht ausreichend erbringen. Die Schweiz schließt sich deshalb dem Importstopp der EU an.
Während sich die Folgen beim Rindfleisch in Grenzen halten dürften, könnte der Schritt den Geflügelmarkt stärker treffen.
Brasilien liefert erheblichen Anteil des importierten Geflügels
Nach Angaben der Branchenorganisation Proviande erzeugt die Schweiz fast 80 Prozent ihres Rindfleischs selbst. Entsprechend gering ist hier die Abhängigkeit von Importen.
Anders sieht es beim Geflügelfleisch aus. Rund 40 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Geflügels stammen aus dem Ausland. Etwa ein Drittel dieser Importe kam bislang aus Brasilien. Damit entfällt ein relevanter Teil der Schweizer Geflügelversorgung auf brasilianische Ware.
Mit Versorgungsengpässen rechnet Proviande nach Angaben des BLV dennoch nicht. Andere Lieferländer könnten zumindest einen Teil der fehlenden Mengen ersetzen.
Höhere Geflügelpreise sind nicht ausgeschlossen
Welche Folgen der Importstopp für die Preise hat, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Das BLV schließt Preissteigerungen allerdings nicht aus. Entscheidend dürfte sein, wie schnell Importeure alternative Lieferquellen erschließen können und zu welchen Konditionen Geflügelfleisch dort verfügbar ist.
Der Importstopp muss zudem nicht dauerhaft bestehen bleiben. Sobald Brasilien die geforderten Garantien vorlegt und die notwendigen Zulassungen wieder erhält, könnten Lieferungen erneut möglich werden. Nach Angaben des BLV prüfen die zuständigen Stellen in der EU derzeit die betroffenen brasilianischen Produkte.







































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.