Für Brasilien wird es eng: Ab dem 3. September kann die EU den Zugang für brasilianisches Rinder- und Geflügelfleisch stoppen. Grund sind fehlende Nachweise zur Einhaltung der EU-Regelungen zum Antibiotikaeinsatz. Beim Geflügel gibt es allerdings noch eine letzte Chance – das südamerikanische Land hat die erforderlichen Papiere wohl eingereicht.
Rund drei Jahre hatte Brasilien Zeit, nachzuweisen, dass im eigenen Land bei der Erzeugung von tierischen Produkten wie Rindfleisch oder Geflügelfleisch die in der EU geltenden Regelungen zum Antibiotikaeinsatz eingehalten werden. Bis Ende August haben die Südamerikaner dies nicht geschafft. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Brasilien ab dem 3. September vorerst kein Rindfleisch mehr in die EU einführen darf.
Produktionszyklen bei Geflügel kurz
Beim Geflügelfleisch könnte es allerdings eventuell noch klappen. Anders als bei Rindfleisch soll Brasilien die Nachweise für einen regelgerechten Umgang für Geflügel bei der EU-Kommission eingereicht haben. Der Vorteil bei der Geflügelfleischerzeugung gegenüber der Rindfleischerzeugung: Die Produktionszeiten sind deutlich kürzer.
Laut einer Sprecherin der EU-Kommission sollte Ende August noch ein Team aus Kommissionsexperten der Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) vor Ort ein entsprechendes Audit durchführen.
Bevor Brasilien Geflügelfleisch in die EU einführen darf, muss dann noch der Ständige EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) vor dem 3. September grünes Licht geben.
EU zweitwichtigster Absatzmarkt Brasiliens
Für Brasilien hätte ein dauerhafter Ausschluss erhebliche wirtschaftliche Folgen: Die EU zählt nach China zu den wichtigsten Absatzmärkten für tierische Produkte aus dem Land, dazu gehören in erster Linie Rind- und Geflügelfleisch. 2025 exportierte Brasilien Fleischprodukte im Wert von rund 1,8 Mrd. Dollar in die Europäische Union (Quelle: WLV).
Für deutsche Geflügelhalter könnte ein Importstopp kurzfristig eine Entlastung des europäischen Marktes bedeuten. Wie stark dieser Effekt ausfiele, hängt jedoch davon ab, ob andere Exportländer die fehlenden Liefermengen rasch ersetzen könnten. Zunächst einmal darf man gespannt sein, ob der Importstopp für Geflügelfleisch aus Brasilien am kommenden Donnerstag in Kraft tritt.






































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