Mit dem Herbst steigt die Gefahr der Vogelgrippe. Geflügelhalter sollten deshalb ihre Biosicherheit überprüfen. Eine Expertin zeigt, worauf es jetzt ankommt.
Mit dem Herbst steigt das Risiko, dass das Vogelgrippevirus in Geflügelbestände gelangt. Für Geflügelhalter heißt das: Sie müssen ihre Betriebe gegen mögliche Eintragswege absichern. Doch wo liegen die größten Risiken und welche Schutzmaßnahmen sind besonders wichtig?
Carola Basmer, Fachberaterin für Geflügel bei MS Schippers, erklärt auf dem Betrieb von Landwirt Baumeister in Breckerfeld, wie Geflügelhalter ihre Biosicherheit verbessern können. In diesem Video zeigt sie, worauf es bei der Stallhygiene, beim Besucherverkehr und bei der Reinigung und Desinfektion ankommt.
Vogelgrippe: Hygienezonen schützen den Geflügelstall
Eine wirksame Biosicherheit beginnt bereits vor dem Stall auf dem Hof. Geflügelhalter sollten ihren Betrieb in klar abgegrenzte Hygienebereiche einteilen. Dabei hilft das Schwarz-Grau-Weiß-Prinzip. Es trennt Bereiche mit unterschiedlichem Hygienestatus und soll verhindern, dass Krankheitserreger in den Stall gelangen.
Besonders wichtig sind die Übergänge zwischen den einzelnen Zonen. Wer den Stall betritt, muss die geltenden Hygieneregeln einhalten. Dazu gehören stallbezogene Schutzkleidung, saubere Stiefel und eine konsequente Handhygiene.
Auch Arbeitsgeräte sollten möglichst nur in dem Stall zum Einsatz kommen, für den sie vorgesehen sind.
Besucher und Fahrzeuge: Eintragswege für Vogelgrippe begrenzen
Nicht nur Menschen, sondern auch Fahrzeuge und Maschinen können Krankheitserreger auf den Betrieb verschleppen. Deshalb sollten Geflügelhalter genau festlegen, wer den Hof und die Ställe betreten darf.
Besucher benötigen geeignete Schutzkleidung und müssen die Hygieneschleusen nutzen. Besucher- und Stallprotokolle helfen dabei, Kontakte und Arbeitsabläufe nachzuvollziehen.
Auch bei Futterlieferungen und anderen Transporten ist Vorsicht geboten. Geflügelhalter sollten die Verkehrswege auf dem Betrieb klar regeln und Fahrzeuge bei Bedarf reinigen und desinfizieren.
Reinigung und Desinfektion: Geflügelhalter müssen vorbereitet sein
Wer seinen Bestand schützen will, muss Reinigung und Desinfektion fest in den Betriebsablauf einbauen. Dazu gehört, die Maßnahmen im Voraus festzulegen und ihre Durchführung zu dokumentieren.
Ebenso wichtig ist ein ausreichender Vorrat an geeigneten Desinfektionsmitteln und Verbrauchsmaterialien. Fehlen diese im Ernstfall, kann das die Umsetzung der Hygienemaßnahmen erschweren.
Geflügelhalter sollten deshalb regelmäßig prüfen, ob alle benötigten Materialien vorhanden und einsatzbereit sind.
Wildvögel und Schadnager vom Geflügel fernhalten
Besonders bei Freilandhaltung müssen Geflügelhalter mögliche Kontakte zwischen Wildvögeln und ihren Beständen im Blick behalten. Auch Schadnager, Käfer und andere mögliche Überträger gehören zu den Risikofaktoren, die Betriebe begrenzen sollten.
Futter und Tränkwasser müssen vor Verunreinigungen geschützt sein. Dazu gehört auch, Futterlager und Versorgungsbereiche regelmäßig zu kontrollieren.
Weitere mögliche Schwachstellen sind die Lagerung und der Umgang mit Einstreu und Mist sowie gemeinsam genutzte Maschinen. Auch die Zu- und Abluftbereiche der Ställe sollten Geflügelhalter regelmäßig kontrollieren und reinigen.
Biosicherheit gegen Vogelgrippe beginnt vor dem Ernstfall
Entscheidend ist, dass Geflügelhalter ihre Schutzmaßnahmen nicht erst verschärfen, wenn in der Region ein Vogelgrippefall auftritt. Wer Zuständigkeiten, Hygieneregeln und Arbeitsabläufe frühzeitig festlegt, kann schneller reagieren.
Im Video auf dem Betrieb Baumeister zeigt Geflügelfachberaterin Carola Basmer, wie sich diese Maßnahmen praktisch umsetzen lassen. Im Mittelpunkt stehen Legehennenbetriebe. Viele der Hinweise lassen sich jedoch auch auf Puten- und Masthähnchenställe übertragen.
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