Billiges Geflügelfleisch drückt Hähnchenpreise in Belgien– Schlachtereien warnen Mäster

06 Oktober 2026
Belgien
Hähnchen Filets

Billiges Geflügelfleisch aus Osteuropa setzt den belgischen Hähnchenmarkt massiv unter Druck. Die Notierung fällt um 3 Cent. Schlachtereien gehen noch weiter und raten den Mästern, weniger Küken einzustallen.

Der Druck auf die flämischen Hähnchenmäster wächst. Große Mengen günstigen Geflügelfleischs aus Osteuropa belasten den belgischen Markt. Die Deinze-Notierung für Masthähnchen sinkt deshalb in der kommenden Woche um 3 Cent auf 1,15 Euro je Kilogramm ohne Mehrwertsteuer.

Das teilte der flämische Geflügelverband Landsbond Pluimvee nach der wöchentlichen Preiskommission in Deinze mit. Der Verband beschreibt die Stimmung in der Sitzung als ausgesprochen düster.

Billiges Geflügelfleisch aus Osteuropa drückt auf den Markt

Vor allem das große Angebot an preisgünstigem Geflügelfleisch aus Osteuropa macht der belgischen Geflügelwirtschaft zu schaffen. „Je länger wir warten, desto schlimmer wird es“, hieß es vonseiten der Schlachtereien. Sie forderten deshalb, die Notierung um 3 Cent zu senken.

Der Fleischmarkt steht im September traditionell unter Druck. Haushalte müssen in dieser Zeit viele andere Ausgaben stemmen. Nach Angaben des Landsbond verschärfen derzeit jedoch vor allem die großen Mengen günstigen Geflügelfleischs aus Osteuropa die Situation.

Die Schlachtereien hätten versucht, den Preis für Lebendgeflügel möglichst lange stabil zu halten. Gleichzeitig hatten sie ihre Verkaufspreise für Geflügelfleisch bereits zuvor gesenkt. Nun sei dieser Kurs nicht mehr durchzuhalten.

Wie angespannt der Markt ist, zeigt nach Angaben des Verbandes auch die Situation in Polen: Anbieter von dort sprechen demnach sogar belgische Schlachtereien direkt an, um ihnen günstiges Geflügelfleisch zu verkaufen.

Schlachtereien raten zu weniger Masthähnchen

Die Schlachtereien richteten während der Preiskommission eine ungewöhnlich deutliche Botschaft an die Hähnchenmäster: Sie sollten derzeit weniger Tiere einstallen.

„Sie sind nicht verpflichtet einzustallen. Je weniger Tiere jetzt in den Ställen stehen, desto besser“, lautete der Appell der Schlachtereien.

Landsbond: Im Zweifel Stall vorübergehend leer lassen

Am Ende senkte die Preiskommission die Deinze-Notierung um 3 Cent auf 1,15 Euro je Kilogramm. Die negative Entwicklung am Markt lasse sich nicht länger ignorieren.

Der Landsbond richtet deshalb einen klaren Appell an die Hähnchenmäster: Sie sollten ihre individuellen Produktionskosten genau berechnen und den Stall notfalls vorübergehend leer lassen.

Die Warnung trifft die Betriebe in einer ohnehin schwierigen Lage. Bereits zwei Wochen zuvor hatte ein flämischer Hähnchenmäster darauf hingewiesen, dass die Produktionskosten stark steigen. Höhere Ausgaben für Futter, Energie, Kraftstoff und Eintagsküken haben die Margen vieler flämischer Mäster nahezu aufgezehrt.

Geflügelnews / Cordula Möbius
Bild: Nepluvi
Quelle: Tom Schotman, Sterke Erven Pluimvee, Landsbond Poultry

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