Würmer kommen in nahezu jedem Geflügelbetrieb vor. Ein geringer Befall muss nicht direkt zu Problemen führen, doch ein zunehmender Wurmdruck kann sich auf die Gesundheit der Herde auswirken. Deshalb ist es wichtig, den Wurmdruck gut zu überwachen und Maßnahmen zu ergreifen, die eine erneute Infektion möglichst verhindern. Mit einer guten Stallhygiene, einem durchdachten Auslaufmanagement und regelmäßiger Überwachung behalten Sie die Situation im Griff.
Vorbeugung beginnt mit einer sauberen Umgebung
Ein großer Teil des Wurmdrucks entsteht dadurch, dass Wurmeier in der Umgebung verbleiben. Deshalb ist eine gründliche Reinigung zwischen zwei Durchgängen entscheidend. Entfernen Sie den gesamten Kot sorgfältig aus Stall und Wintergarten und achten Sie darauf, dass auch in der direkten Umgebung des Betriebs kein Kot zurückbleibt. Reinigen Sie anschließend den Stall gründlich und führen Sie das Spülwasser sorgfältig ab. Auch das Aufheizen des Stalls kann dazu beitragen, die Überlebensfähigkeit von Wurmeiern zu verringern. Auch rund um den Stall gibt es Möglichkeiten, den Infektionsdruck zu reduzieren. Entfernen Sie bei Bedarf die oberste Bodenschicht im stallnahen Bereich des Auslaufs und ersetzen Sie diese durch sauberes Material. So wird verhindert, dass Jungtiere direkt mit einer hohen Konzentration an Wurmeiern in Kontakt kommen.
Behalten Sie den Wurmdruck im Blick
Eine gute Überwachung bildet die Grundlage für ein wirksames Vorgehen. Durch regelmäßige Kotuntersuchungen erhalten Sie einen Einblick in die Entwicklung des Wurmdrucks innerhalb der Herde. So können Sie rechtzeitig eingreifen, wenn der Befall zunimmt, und gleichzeitig unnötige Behandlungen vermeiden. Viele Tierärzte und Untersuchungseinrichtungen bieten hierfür Monitoringprogramme an. Untersuchungen zeigen außerdem, dass gesunde Legehennen einen gewissen Wurmbefall verkraften können. Deshalb ist es besonders wichtig, nicht nur auf das Vorhandensein von Würmern zu achten, sondern auch auf die Gesundheit und Leistung der Herde insgesamt.
Reinfektionsdruck im Auslauf senken
Auch im Auslauf können Maßnahmen ergriffen werden, um den Reinfektionsdruck zu senken. Das regelmäßige Entfernen von Kot reduziert die Verbreitung von Wurmeiern. Darüber hinaus trägt ein gut gestalteter Auslauf dazu bei, die Tiere besser über die Fläche zu verteilen, sodass sich der Kot weniger an einzelnen Stellen ansammelt. Vermeiden Sie außerdem stehendes Wasser und Pfützen, aus denen die Tiere verunreinigtes Wasser aufnehmen können. Eine gute Verteilung von Unterständen, Futter und Tränken kann zu einer gleichmäßigen Nutzung des Auslaufs und damit zu einem geringeren Infektionsdruck beitragen.
Ist ein Eingreifen notwendig?
Bei zunehmendem Wurmbefall gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Wurmdruck zu senken. In der Praxis werden natürliche und aromatische Produkte wie Oregano als Teil eines umfassenderen Ansatzes eingesetzt. Besprechen Sie die Möglichkeiten immer mit Ihrem Spezialisten oder Tierarzt. Zeigt das Monitoring, dass eine Behandlung notwendig ist, sollten Sie die möglichen Folgen vorab sorgfältig prüfen. Für Bio-Betriebe gelten spezielle Vorschriften für den Einsatz von Entwurmungsmitteln und die Vermarktung der Eier. Stimmen Sie sich deshalb vor einer Behandlung immer mit Ihrem Spezialisten, Tierarzt und Abnehmer ab.
Vier praktische Punkte, auf die Sie achten sollten
- Sorgen Sie zwischen zwei Durchgängen für eine gründliche Reinigung von Stall, Wintergarten und Auslauf.
- Lassen Sie regelmäßig Kotuntersuchungen durchführen, um den Wurmdruck zu überwachen.
- Entfernen Sie möglichst viel Kot aus Stall und Auslauf, um eine erneute Infektion zu begrenzen.
- Besprechen Sie Maßnahmen und eine mögliche Behandlung rechtzeitig mit Ihrem Spezialisten oder Tierarzt.
Dieser Ansatz hilft dabei, den Wurmdruck unter Kontrolle zu halten und unterstützt eine gesunde Bio-Geflügelherde mit so wenig Eingriffen wie möglich.
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