Längere Nutzungsdauer bei Legeelterntieren: Diese Faktoren entscheiden

24 Oktober 2026
Niederlande
Wissensartikel Braune Elterntiere

Die Grenze einer längeren Produktionsdauer wird durch Qualität, Befruchtung und Fachkompetenz bestimmt.

Der genetische Fortschritt ermöglicht es, Legeelterntiere immer länger produktiv zu halten. Während Herden früher im Alter von etwa 70 Wochen aus der Produktion genommen wurden, werden heute 80 bis 85 Wochen und manchmal sogar noch höhere Altersstufen erreicht. Eine längere Produktionsdauer ist jedoch nur dann interessant, wenn auch Befruchtung, Schalenqualität, Kükenqualität und Lebensfähigkeit auf einem guten Niveau bleiben.

Was ermöglicht eine längere Produktionsdauer bei Legeelterntieren?

Eine längere Produktionsdauer bei Legeelterntieren wird durch eine Kombination aus genetischem Fortschritt, gezieltem Hahnenmanagement, angepasster Fütterung, guten Haltungsbedingungen, Tiergesundheit und rechtzeitigem Eingreifen auf Grundlage der Herdenentwicklung möglich. Zuchtunternehmen halten Reinzuchtlinien und Großelterntiere heute länger, damit besser erkennbar wird, wie sich Produktion, Qualität und Lebensfähigkeit im höheren Alter entwickeln. Dieses Wissen hilft dabei, das genetische Potenzial nachfolgender Generationen besser auszuschöpfen.

Vor zehn bis fünfzehn Jahren bestand ein Produktionszyklus in der Regel aus 17 Wochen Aufzucht und etwa elf Monaten Produktion. Legeelterntiere erreichten damals ein durchschnittliches Alter von 65 Wochen und produzierten etwa 265 Eier pro Tier. Inzwischen können Herden durchschnittlich bis zu einem Alter von 80 bis 85 Wochen gehalten werden, mit Spitzenwerten von bis zu 92 Wochen. Bei diesen länger gehaltenen Herden liegt die Zahl der produzierten Eier um etwa 180 Stück höher, während Produktion, Eiqualität und Schlupfergebnisse laut Pluriton weiterhin auf einem akzeptablen Niveau bleiben.

Bei Pluriton stellt man fest, dass die Produktionskurve sowohl bei H&N Brown Nick als auch bei H&N Super Nick und H&N Crystal Nick Legeelterntieren deutlich flacher geworden ist. So wurde kürzlich eine Herde von Brown-Nick-Legeelterntieren im Alter von 85 Wochen aus der Produktion genommen, obwohl die tägliche Legeleistung noch bei rund 90 Prozent lag. Das verdeutlicht das vorhandene Potenzial. Eine hohe Persistenz allein reicht jedoch nicht aus: Bruteier müssen auch eine gute Schalenqualität aufweisen, ausreichend befruchtet sein und vitale Küken hervorbringen.

Wie beeinflusst das Verhältnis zwischen Hähnen und Hennen die Leistung von Legeelterntieren?

Das richtige Verhältnis zwischen Hähnen und Hennen hilft dabei, Stress zu begrenzen und die Befruchtung sowie die Produktion von Legeelterntieren länger auf einem guten Niveau zu halten. Indem grundsätzlich weniger Hähne eingestallt werden, bleiben mehr Ruhe und Ausgewogenheit in der Herde erhalten. Das unterstützt nicht nur die Produktion, sondern auch die Persistenz der Befruchtung.

Darüber hinaus spielt die Fütterung eine wichtige Rolle für den Erhalt einer guten Schalenqualität. Phasenfütterung, angepasste Vormischungen und ein fester Plan für die Gabe von Magenkieseln, Muschelschrot und zusätzlichem Vitamin D3 über das Trinkwasser helfen dabei, den Bedarf der Hennen besser zu decken.

Weiße Legeelterntiere

Wie lässt sich die Verlustrate bei Legeelterntieren begrenzen?

Die Verlustrate bei Legeelterntieren lässt sich begrenzen, indem Stress frühzeitig erkannt und das Hahnenmanagement, die Haltungsbedingungen, die Fütterung, die Tiergesundheit und die Biosicherheit rechtzeitig angepasst werden. Vor allem das Verhältnis zwischen Hähnen und Hennen erfordert dabei Aufmerksamkeit. Wenn die Hähne die Oberhand gewinnen, kann Unruhe entstehen, und es ist schwierig, die Situation wieder zu verbessern.

Die Erfahrung des Geflügelhalters ist hierbei entscheidend: Indem er die Herde gut „lesen“ kann und rechtzeitig eingreift, bleibt die Lebensfähigkeit besser erhalten. Laut Pluriton hat sich die Verlustrate durch ein angepasstes Hahnenmanagement sowie Verbesserungen bei Haltung, Fütterung, Tiergesundheit und Biosicherheit in den vergangenen Jahren nahezu halbiert. Das trägt zu mehr Eiern je eingestalltem Elterntier und besser vorhersehbaren Ergebnissen bei.

Warum erfordert eine längere Produktionsdauer mehr Fachkompetenz?

Je länger Legeelterntiere gehalten werden, desto wichtiger wird es, die Herde genau zu beobachten und rechtzeitig einzugreifen. Die Genetik bietet das Potenzial, doch Haltungsbedingungen, Fütterung, Tiergesundheit, Hahnenmanagement und Planung bestimmen mit, in welchem Umfang dieses Potenzial ausgeschöpft wird.

Dabei spielen mehrere Beteiligte eine Rolle. Zuchtunternehmen, Aufzüchter, Vermehrer, Futtermittellieferanten und Tierärzte tragen jeweils zum Endergebnis bei. Das Ziel besteht daher nicht einfach darin, möglichst viele Produktionswochen zu erreichen, sondern Produktion, Befruchtung, Eiqualität, Kükenqualität und Lebensfähigkeit so lange wie möglich im Gleichgewicht zu halten.

Wie weit lässt sich die Produktionsdauer von Legeelterntieren noch verlängern?

In der Legehennenbranche wird bereits seit Längerem über 500 Eier je eingestallter Henne bis zu einem Alter von 100 Wochen gesprochen. Bei kommerziellen Legehennen ist inzwischen auch von 600 Eiern in 120 Wochen die Rede. Auch bei Legeelterntieren scheint sich die produktive Lebensdauer weiter zu verlängern.

Laut Pluriton zeigen die Ergebnisse sowohl bei weißen als auch bei braunen Linien, dass 500 Eier je eingestalltem Elterntier in Reichweite kommen. Die Herausforderung besteht jedoch nicht nur darin, mehr Eier zu produzieren. Auch im höheren Alter müssen ausreichend befruchtete Bruteier mit guter Schalenqualität und vitale Küken erzeugt werden, während die Lebensfähigkeit der Herde auf einem guten Niveau bleibt. Letztlich liegt dort die praktische Grenze einer längeren Produktionsdauer.

Über Pluriton

Pluriton ist Vertriebspartner für H&N-Legehennenlinien und bildet ein Bindeglied zwischen dem Zuchtunternehmen H&N International, Vermehrungsbetrieben und Legehennenhaltern. Vor zehn Jahren hielt das Unternehmen rund 200.000 Legeelterntiere in den Niederlanden. Inzwischen sind es mehr als 850.000, verteilt über ganz Europa.

Im vergangenen Jahr erbrütete die Pluriton-Gruppe 56,6 Millionen Küken für Kunden auf dem lokalen, europäischen und internationalen Markt. Das entspricht einem Wachstum von etwa 18 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Größenordnung bietet nicht nur Kapazitäten, sondern auch die Flexibilität, präziser zu planen, Erfahrungen schneller auszutauschen und die Grenzen der Produktion weiter zu verschieben.

Die Ergebnisse der Legeelterntierherden werden alle vier Monate mit denen anderer Betriebe weltweit verglichen (Benchmarking). Alle von Pluriton gehaltenen Zuchtlinien liegen dabei im oberen Leistungsbereich. Darüber hinaus erhielt das Unternehmen Auszeichnungen sowohl für eine weiße als auch für eine braune Legeelterntierherde.



Mehr erfahren?

Möchten Sie mehr über die Leistungen und Möglichkeiten von H&N Crystal Nick, H&N Super Nick oder H&N Brown Nick erfahren? Nehmen Sie Kontakt mit den Kundenbetreuern von Pluriton auf. Sie informieren Sie gerne darüber, welche Zuchtlinie am besten zu Ihrem Betrieb und Ihren Zielen passt.

Pluriton
Bild: Pluriton

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.

Pluriton – Eintagsküken und Junghennen

Pluriton leistet einen wichtigen Beitrag zu einem innovativen und fortschrittlichen Legehennensektor. Jeden Tag wieder schaffen wir die Grundlage für gesunde, vitale Eintagsküken und Legehennen. Ganz gleich, ob es sich um Volieren-, Freiland- oder ökologische Legehennenhaltung handelt und unter Einhaltung der 5 mal D. Dies machen wir gemeinsam mit dem Sektor auf transparente und nachhaltige Weise.

Wir glauben an eine gesunde Zukunft für die heutige Generation und zukünftige Generationen. Jeden Tag aufs Neue sind wir der Ausgangspunkt von BRIGHT NEW LIFE.

Pluriton

Postanschrift: Postbus 1, 6740 AA Lunteren, Niederlande
Besucheradresse: Postweg 146, 6741 MN Lunteren, Niederlande
Tel.: +31 318 486769
E-Mail: info@pluriton.com