CERES AWARD 2026: Putenhalter Fabian Schwarz ist Geflügelhalter des Jahres
23 Oktober 2026
Deutschland
Putenhalter Fabian Schwarz ist Geflügelhalter des Jahres 2026.
Fabian Schwarz aus Mecklenburg-Vorpommern ist Geflügelhalter des Jahres 2026. Der 29-Jährige setzt auf Tierwohlställe, eigene Futtererzeugung und erneuerbare Energien.
Ein 29-jähriger Putenhalter aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Jury des CERES AWARD 2026 überzeugt: Fabian Schwarz aus Goldenbow ist Geflügelhalter des Jahres. Der Landwirt hat einen ehemaligen LPG-Standort zu modernen Putenställen der Haltungsform 3 umgebaut. Dabei verbindet er mehr Platz für seine Tiere mit eigener Futtererzeugung, erneuerbaren Energien und einem offenen Austausch mit Verbrauchern.
Mit seinem Betriebskonzept setzte er sich gegen die beiden Finalisten Henning Krüssel aus Twist-Hebelermeer und Sebastian Schlottmann aus Mistorf durch.
Wintergärten, erhöhte Ebenen und Beschäftigungsmaterial sollen das Tierwohl in den Ställen von Fabian Schwarz verbessern.
Putenhalter setzt auf Haltungsform 3 und weniger Tiere im Stall
Fabian Schwarz hat seinen Familienbetrieb in Goldenbow konsequent weiterentwickelt. Auf einem ehemaligen LPG-Gelände entstanden moderne Putenställe, die den Anforderungen der Haltungsform 3 entsprechen.
Dabei nutzt der 29-Jährige vorhandene Gebäude und hält rund 30 Prozent weniger Tiere als in der konventionellen Putenhaltung. Wintergärten, erhöhte Ebenen und Beschäftigungsmaterial sollen das Tierwohl verbessern.
Auch bei der Fütterung setzt der Betrieb auf eigene Ressourcen. Auf rund 500 ha Ackerfläche baut die Familie unter anderem Weizen und Erbsen an, die sie für die Putenfütterung nutzt. Der anfallende Putenmist gelangt als organischer Dünger zurück auf die Felder.
Eine Photovoltaikanlage mit rund 1,6 MW Leistung ergänzt das Betriebskonzept und unterstützt die eigene Stromversorgung.
Die Erbsen für das Putenfutter stammen von den eigenen Feldern der Familie Schwarz.
Warum der Geflügelhalter seine Stalltüren für Verbraucher öffnet
Neben Tierwohl und Wirtschaftlichkeit spielt für Fabian Schwarz der Kontakt zur Bevölkerung eine wichtige Rolle. Bei Hoffesten und Stallbesuchen zeigt er Interessierten, wie moderne Putenhaltung funktioniert.
„Wir müssen den Menschen zeigen, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Deshalb öffnen wir unseren Betrieb und suchen das Gespräch“, erklärt Schwarz. Ihm sei wichtig, dass Verbraucher selbst sehen können, wie seine Tiere gehalten werden.
Die Fachjury überzeugte vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Betriebszweige. Sie lobte das Konzept aus Tierwohl, Wirtschaftlichkeit, Kreislaufwirtschaft und Transparenz.
Junglandwirt des Jahres hält 1.000 Legehennen und vermarktet direkt
Auch der Titel „Junglandwirt des Jahres 2026“ ging an einen Tierhalter, bei dem die Geflügelhaltung mit zum Betriebskonzept gehört: Eike Alswede aus Gehrde in Niedersachsen gewann die Auszeichnung mit einem Betrieb, der verschiedene Produktionszweige und eine umfangreiche Direktvermarktung verbindet.
Der 28-Jährige erzeugt Gemüse, Obst, Eier sowie Schweine- und Rindfleisch. Rund 70 Prozent seiner Produkte verkauft er direkt an Verbraucher. Dafür nutzt er Wochenmärkte, Verkaufsautomaten, die rund um die Uhr zugänglich sind, und seinen hofeigenen Landmarkt Gehrde.
Zum Betrieb gehören rund 1.000 Legehennen in Freilandhaltung. Außerdem hält Alswede Schweine im geschlossenen System nach Haltungsform 4 sowie Angus- und Galloway-Rinder, die ganzjährig im Freien leben.
Besucher können sich selbst ein Bild von der Tierhaltung machen. Im umgebauten Schweinestall ermöglichen Glasluken in der Decke einen Blick auf die Tiere.
Eike Alswede mit einer seinr 1000 Freilandhennen.
Auch bei der Energieversorgung nutzt Alswede eigene Technik: Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher deckt im Sommer den gesamten Strombedarf für den Hof, den Hofladen und die Kühlung der Schweineställe.
Die Jury würdigte vor allem, dass Alswede die verschiedenen Betriebszweige wirtschaftlich erfolgreich miteinander verbindet.
Landwirtin des Jahres 2026 kommt aus Nordrhein-Westfalen
Den Gesamtsieg beim CERES AWARD 2026 holte Theresa Ungru aus Nordrhein-Westfalen. Sie wurde als „Landwirtin des Jahres“ ausgezeichnet und ist damit die dritte Frau, die diesen Titel erhält.
Die Jury würdigte insbesondere, wie Ungru Tierwohl, Ackerbau, erneuerbare Energien und regionale Verantwortung in ihrem Betrieb miteinander verbindet.
CERES AWARD zeichnet zum 13. Mal Landwirte aus
Der CERES AWARD wurde 2026 zum 13. Mal verliehen. Mehr als 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Landwirtschaft kamen zur Preisverleihung nach Berlin.
Insgesamt standen 21 Landwirtinnen und Landwirte aus Deutschland und Österreich im Finale. Die Fachjurys hatten zuvor alle Finalisten auf ihren Betrieben besucht und neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch Ideenreichtum, unternehmerischen Mut und den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Tier und Natur bewertet.
Der CERES AWARD wird von agrarheute aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag verliehen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 29.500 Euro vergeben. Die sieben Kategoriesieger erhalten jeweils 1.000 Euro, der Gesamtsieg ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Sonderpreis der Initiative Tierwohl ist mit 2.500 Euro ausgestattet.
Geflügelnews
Bild:
© Timo Jaworr, Christa Diekmann-Lenartz
Quelle:
CERES Award
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