Der 29-jährige Landwirt Fabian Schwarz setzt für seine Zukunft auf die Putenhaltung in Deutschland.
Im Bereich der Putenhaltung investieren derzeit nur wenige Betriebe noch in neue Ställe. CERES-AWARD-Finalist Fabian Schwarz geht einen anderen Weg. Die Jury hat seinen Familienbetrieb in Goldenbow bereits besucht und sich ein Bild davon gemacht, wie der 29-Jährige mit Millioneninvestitionen, Tierwohl und geschlossenen Betriebskreisläufen auf die Herausforderungen der Branche reagiert.
CERES-Finalist investiert trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Steigende Kosten, strengere Auflagen und politische Unsicherheit prägen die Putenhaltung in Deutschland. Umso bemerkenswerter ist der Schritt von Fabian Schwarz. Der junge Landwirt investiert gezielt in moderne Tierwohlställe und entwickelt seinen Betrieb konsequent weiter.
„Ich mache das gern und ich möchte die Putenhaltung auch in Zukunft weiterführen. Aber wir müssen schauen, wie sich Markt und politische Rahmenbedingungen entwickeln.“
Ehemalige Milchviehställe werden zu modernen Putenställen
Die Geschichte des Betriebs begann lange vor Fabian Schwarz. Nach der Wiedervereinigung bauten seine Eltern den enteigneten Familienbetrieb wieder auf. Seit 1995 hält die Familie Puten.
Nach seiner Ausbildung und dem Studium der Agrarwissenschaften stieg Fabian Schwarz in den Betrieb ein. Statt auf der grünen Wiese neu zu bauen, entschied er sich für einen anderen Weg. Er kaufte einen ehemaligen LPG-Standort mit leerstehenden Milch- und Jungviehställen und ließ einen Teil der Gebäude zu modernen Putenställen der Haltungsform 3 umbauen.
Die Tiere profitieren dort von einem Außenklimabereich, mehr Platz und einem modernen Stallklima. Gleichzeitig konnte der Betrieb bestehende Gebäude weiter nutzen und zusätzliche Flächenversiegelung vermeiden.
Weniger Tiere, mehr Tierwohl
In den neuen Ställen hält Fabian Schwarz rund 30 Prozent weniger Tiere als in der konventionellen Haltung. Gleichzeitig setzt der Betrieb zahlreiche Maßnahmen für mehr Tierwohl um. Dazu gehören Wintergärten, Picksteine, erhöhte Ebenen, Beschäftigungsmaterial sowie moderne Lüftungs- und Kühlsysteme. Organische Säuren unterstützen zusätzlich die Darmgesundheit der Tiere.
Nach den bisherigen Erfahrungen entwickeln sich die Puten gut. Fabian Schwarz berichtet von ruhigen und vitalen Herden, die den zusätzlichen Platz intensiv nutzen. Die Verlustraten liegen je nach Durchgang bei etwa sechs bis sieben Prozent. Tageszunahmen von rund 150 Gramm und eine Futterverwertung von etwa 1:2,4 zeigen nach seinen Angaben, dass sich höhere Tierwohlstandards wirtschaftlich umsetzen lassen.
Eigenes Futter stärkt die Wirtschaftlichkeit
Ein wichtiger Baustein des Betriebskonzepts liegt auf den eigenen Flächen. Die Familie bewirtschaftet rund 500 Hektar Ackerland. Einen großen Teil des erzeugten Weizens und der Erbsen setzt Fabian Schwarz im eigenen Betrieb als Futterkomponenten ein.
Dadurch sinken die Futterkosten. Dass sich damit nicht in jedem Durchgang die höchstmöglichen Mastleistungen erzielen lassen, nimmt der Betriebsleiter bewusst in Kauf.
„Mir ist wichtig, die Kreisläufe immer weiter zu schließen – beim Futter, bei den Nährstoffen und bei der Energie. Da steckt für unseren Betrieb noch viel Potenzial drin.“
Photovoltaik gehört zur Betriebsstrategie
Auch bei der Energieversorgung verfolgt der Betrieb einen klaren Kurs. Auf den Stalldächern erzeugt eine Photovoltaikanlage mit rund 1,6 Megawatt Strom. Weitere Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Agri-Photovoltaik befinden sich bereits in Planung.
Größere Tierbestände stehen dagegen derzeit nicht im Fokus des Junglandwirts. Fabian Schwarz möchte vor allem die betrieblichen Kreisläufe weiter schließen und die Abhängigkeit von externen Märkten verringern.
Jury verschafft sich vor Ort einen Eindruck
Mit seinem Betrieb gehört Fabian Schwarz zu den Finalisten des CERES AWARD 2026. Beim Besuch der Jury präsentierte der 29-Jährige sein Betriebskonzept und zeigte, wie sich Tierwohl, Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz miteinander verbinden lassen. Ob ihn dieser Ansatz am Ende zum Sieger macht, entscheidet sich im weiteren Verlauf des Wettbewerbs.
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