CERES AWARD 2025: Diese Geflügelhalter sind im Finale

30 Juli 2025
Deutschland
Penk

Biobauer Jörge Penk, Landkreis Northeim, Niedersachsen

 

Der CERES AWARD ist eine Auszeichnung, die besondere Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten im deutschsprachigen Raum prämiert. Vergeben wird der CERES AWARD in mehreren Kategorien vom Fachmagazin agrarheute. Wir stellen die Geflügelhalter vor, die es dieses Jahr ins Finale geschafft haben.  

Der CERES AWARD wird jährlich in sieben Kategorien vergeben. Mit dabei ist auch die Kategorie Geflügelhalter/Geflügelhalterin. Unter den Bewerbungen wählt eine Fachjury für jede Kategorie drei Finalisten aus. Wer von diesen Finalisten dann gewinnt, wird erst auf der feierlichen Abschlussveranstaltung am 29. Oktober in Berlin bekanntgegeben. Wir stellen hier die drei Geflügel-Finalisten vor.

Biobauer Jörge Penk, Landkreis Northeim, Niedersachsen

Kleinstrukturiert und vielfältig – so beschreibt Jörge Penk seinen Bio-Hof, mit dem er nun ins Finale des CERES AWARDs eingezogen ist. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und bis zu sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewirtschaftet der Agraringenieur den mit 16,7 Hektar relativ kleinen Betrieb im Landkreis Northeim seit 2002 nach den Bioland-Richtlinien. Hier wachsen Kartoffeln, Getreide und Kleegras. In vier Hühnermobilen stehen insgesamt 1.850 Tiere.  Zudem gehören Hähnchen und Schweine zum Hof. Auf einem dreiviertel Hektar gedeiht saisonales Gemüse.

Im Hofladen werden mehr als 60 selbsterzeugte saisonale Produkte angeboten, außerdem werden Restaurants, Schulen und Supermärkte beliefert. Circa 50 Prozent seiner Arbeitszeit veranschlagt Penk für das Marketing und die Vermarktung.

Ehrenamtlich engagiert ist er als Bundesdelegierter für den Biolandverband. Zudem berät er zum Umstieg auf Ökolandbau oder den Einstieg in die Legehennenhaltung. 

Im Betrieb hat er Außenarbeitsplätze für betreute Menschen geschaffen und bindet die Behindertenwerkstätten der Region in die Herstellung der Verpackungen mit ein. Falls er über den Sieg in der Kategorie Geflügelhalter hinaus noch als „Landwirt des Jahres“ ausgezeichnet wird, weiß der 57-jährige schon, was er mit dem Preisgeld macht: „Ein betreuter Mitarbeiter fährt jeden Tag 20 Kilometer mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Arbeit“, erzählt er. Ein Mofaauto wäre für ihn ein Traum: „Wenn wir das Ding holen, dann kaufen wir ihm das Auto!“

Hähnchenmäster Philipp Beckhove, Landkreis Coesfeld, Nordrhein-Westfalen

Philipp Beckhove führt seinen Familienbetrieb im nordrhein-westfälischen Münsterland in 9. Generation. Seit 2007 widmet sich der 52-Jährige auch der Hähnchenmast und setzt auf hohe Tierwohlstandards. Vier moderne Ställe bieten den Tieren optimale Bedingungen, unterstützt durch engagierten Mitarbeiter und KI. Von den vier Ställen mit je 40.000 Plätzen (Schwermast mit Vorfangen) werden zwei Ställe über ein BHKW mit Wärme und Strom versorgt.

Als empathischer Manager und Ausbilder gestaltet Philipp Beckhove aktiv die Zukunft seines Hofs, wichtig ist ihm das Wirtschaften in nachhaltigen Kreisläufen. Sein Herz schlägt für die Balance aus Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung. Stolz zeigt er auch in den sozialen Medien, wie vielfältig und innovativ Landwirtschaft heute sein kann – und motiviert mit seiner Arbeit die nächste Generation Landwirte.

Philipp Beckhove ist zudem ehrenamtlich sehr aktiv. Im vergangenen Jahr wurde er zum neuen Vorsitzenden des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger e. V. (BVH) gewählt.

Hähnchenmäster Michael Sturl, Bezirk Amstetten, Niederösterreich

Michael Sturl aus Aschbach-Markt (Österreich) lebt Landwirtschaft mit Leidenschaft und Weitblick. Er mästet 52.000 Hähnchen unter anderem in einem besonders tierfreundlichen Stall mit Außenklimabereich.

Gleichzeitig legt der Hähnchenmäster Wert auf Energieeffizienz: Eine 300-kW-Biomasseheizung versorgt Stall, Tischlerei und Trocknung mit erneuerbarer Wärme. Ergänzt durch PV-Anlage, Stromspeicher und E-Fuhrpark wird seine Vision von Energieautarkie greifbar. 

Mit 54 Hektar Ackerfläche, vielfältigem Engagement in der Region und Erfahrung aus Bau und Betriebswirtschaft zeigt Michael Sturl: Landwirtschaft ist Berufung – lebendig, nachhaltig, wirtschaftlich. Fernsehen? Fehlanzeige – seine Zeit gehört Familie, Betrieb und der Zukunft.

Auf den CERES AWARD ist er über das Internet aufmerksam geworden. Und hat seine Bewerbung eingereicht – die ihn zumindest schon einmal ins Finale gebracht hat. 

agrarheute, Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

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Bild: Christa Diekmann-Lenartz, Penk, agrarheute / Martina Hungerkamp

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