Stammtisch Lohmann Deutschland: Der „Energielandwirt des Jahres“ berichtet

28 März 2025
Deutschland
Terhorst

Einen spannenden Praxisbericht - etwas außerhalb der Hennenhaltung - gab es beim Lohmann Deutschland-Stammtisch in Wietmarschen (Grafschaft Bentheim, Niedersachsen) von Christoph Terhorst. Terhorst betreibt eine Biogasanlage mit angeschlossener Biomethan-Aufbereitung. Hauptfutter für die Biogasanlage ist Hühnertrockenkot und Mist.

Christoph Terhorst hält auf seinem Betrieb in Walchum (Landkreis Emsland, Niedersachsen) 12.000 Naturland-Biolegehennen und betreibt eine Biogasanlage. Hier entstand eine der ersten Biomethananlagen Deutschlands. Den Anteil an Mist bzw. Hühnertrockenkot (HKT) in der Futterration hat Christoph Terhorst in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht, er liegt aktuell bei ca. bei 80 Prozent, Mist und HKT kommen aus der Region.

Im vergangenen Jahr gewann Terhorst den Titel „Energielandwirt des Jahres“ beim Ceres Award. Der Ceres Award wird jährlich in mehreren Kategorien vom Fachmagazin agrarheute vergeben.

Auf der Lohmann Deutschland-Veranstaltung stellte Terhorst seinen Betrieb vor. Dabei erläuterte er die Hintergründe und Einflüsse auf den Mistmarkt und die praktischen Herausforderungen bei der Fütterung von Mist in Biogasanlagen.

Biomethan geht in den Kraftstoffmarkt

Das produzierte Biogas wird in der angeschlossenen Gasaufbereitung zu Biomethan veredelt. Das Biomethan geht in den Kraftstoffmarkt, es hat einen negativen CO2-Fußabdruck und wird unter der Marke „Sprit aus Shit“ vermarktet.

Zum Hintergrund: Der Kraftstoffmarkt soll laut EU-Plänen „grüner“ werden, sprich er muss seine Treibhausgasemissionen mindern – bis 2030 um 25 Prozent gegenüber 2021. Ein Weg dahin ist der Einsatz von Biomethan. Besonders interessant für Tierhalter: Bei Einsatz von Gülle/Mist/HKT ist der negative CO2-Fußabdruck fast dreimal so groß als bei Einsatz von Mais.

Wie Terhorst betonte, ist die Veredlungsregion Emsland/Grafschaft Bentheim durch den verstärkten Einsatz von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen keine Nährstoff-Überschussregion mehr. Die Nährstoffabgabe ist heute kein Kostenfaktor mehr, sondern ein Erlösfaktor im Betrieb.

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

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Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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