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OKT, 5xD und Risikostreuung: Vepymo und ab ovo / Het Anker starten gemeinsam in Bad Bentheim durch
Wissenspartner
V.l.n.r.: Standortleiter Hubertus Schulze Heiling (34), General Manager Erwout van Wolfswinkel (53) von Vepymo und Geschäftsführer und Eigentümer Jan Vroegindeweij (62) von Het Anker. „Die Brüterei betreiben wir gemeinsam, aber den Verkauf von Küken und Aufzuchthennen machen wir beide in eigener Regie“, betont Vroegindeweij.
Vepymo und ab ovo / Het Anker arbeiten in ihrer gemeinsamen Brüterei in Bad Bentheim (Deutschland) mit der kontaktlosen In-Ovo-Genus-Focus-Geschlechtsbestimmungstechnik. Sie betreiben die Brüterei seit Juli des vergangenen Jahres gemeinsam, wodurch die Kapazität der Brüterei besser genutzt wird. „Die Zusammenarbeit sorgt für einen Effizienzschub und bietet mehr Möglichkeiten, unsere Kunden bei der wachsenden Nachfrage nach Dekalb-Weiß-Hennen zu versorgen“, sagt Jan Vroegindeweij von ab ovo.
Das belgische Unternehmen Vepymo und ab ovo / Het Anker aus den Niederlanden betreiben seit Juli 2025 gemeinsam eine Brüterei im deutschen Bad Bentheim. „Die Zusammenarbeit sorgt bei uns für einen Effizienzschub und bietet mehr Möglichkeiten, die wachsende Nachfrage nach Dekalb-Weiß-Legehennen zu bedienen“, sagt Jan Vroegindeweij, Geschäftsführer von ab ovo / Het Anker. „Durch diesen Schritt wird die Kapazität der Brüterei deutlich besser genutzt“, begründet Erwout van Wolfswinkel, General Manager von Vepymo die Aktivität seines Unternehmens.
Von der Masthähnchen- zur Legekükenbrüterei
Im Außenbereich der westdeutschen Grenzstadt Bad Bentheim dient die ehemalige Masthähnchenbrüterei Heijmer heute als Legehennenbrüterei. Das belgische Vepymo und das niederländische Het Anker betreiben die Brüterei seit Juli vergangenen Jahres gemeinsam. „Brüterei Bad Bentheim GmbH“ ist auf einem Schild zu lesen. „Im Alltag sprechen wir meist von BBB“, sagt Standortleiter Hubertus Schulze-Heiling. Auf dem Auflieger, mit dem Bruteier und Küken transportiert werden, steht derzeit noch Vepymo, doch auch dort wird im Laufe dieses Jahres die gleiche Beschriftung angebracht, um die Zusammenarbeit sichtbar zu machen.
Die Brütereigruppe Yellow Bird BV, mit der Vepymo eng zusammenarbeitete, übernahm die Kükenbrüterei Heijmer im Januar 2021. Durch die Zusammenarbeit zwischen Van Hulst, ebenfalls Teil der Yellow-Bird-Gruppe, und der Brüterei Lagerweij ab dem 1. August 2023 stand innerhalb dieser Brütereigruppe plötzlich ausreichend Kapazität für Masthähnchen zur Verfügung. Dadurch wurde die deutsche Masthähnchenbrüterei wieder frei. Yellow Bird spezialisierte sich weiter auf die Masthähnchenhaltung und Vepymo wurde eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Zuchtunternehmens Hendrix Genetics.
In der Brüterei Bad Bentheim (BBB) wurde die Genus-Focus-Geschlechtsbestimmungstechnik des deutschen Unternehmens Orbem und der Vencomatic Group gewählt.
„Mit dieser Technik können wir bei allen Bruteiern von sowohl jungen als auch alten Elterntieren das Geschlecht des Kükens bestimmen“, erläutert van Wolfswinkel.
Die Technik nutzt eine Kombination aus MRT- und Artificial-Intelligence-(AI)-Technologien, um in 1 Sek das Geschlecht eines Embryos in einem Brutei zu bestimmen.
„In der Brüterei werden die Arbeiten in der Regel von einem Mitarbeiter durchgeführt“, erzählt Standortleiter Hubertus Schulze Heiling. Diese Person muss Wagen mit Brutladen holen und vor die Maschine stellen. Die Maschine nimmt die Brutladen anschließend automatisch aus den Brutwagen.
Der Prozess der Zu- und Abfuhr von Bruteiern ist vollständig automatisiert durch Prinzen BV, ein Tochterunternehmen der Vencomatic Group aus Eersel (NB).
Standortleiter Hubertus Schulze Heiling (34) und Brüter Tiago Branco (34) von der Brüterei Bad Bentheim.
Die Brüterei wurde in der Vergangenheit genutzt, um Masthähnchen auszubrüten, und war bis Ende 2020 im Besitz von Bernard Heijmer. Seit Oktober 2024 werden Legeküken ausgebrütet, nachdem die Brüterei gründlich umgebaut und renoviert worden ist.
Die Brüterei wurde modernisiert. Durch die glatten Wände und beschichteten Böden kann hygienischer gearbeitet werden.
Die Zufuhr der Bruteier ist aus hygienischer Sicht strikt von der Abfuhr der Küken in der Brüterei getrennt.
Neben einer Außentür gibt es auch eine Innentür in der Grube für die Zufuhr der Bruteier. „Wir wollen verhindern, dass Vögel von außen in die Brüterei gelangen“, erklärt Schulze Heiling.
Mit Sauggeräten (Vakuumhebern) werden Bruteier von Mitarbeitern auf Brutladen gelegt.
Nachdem die Bruteier auf die Laden gelegt sind, gehen sie in den Desinfektionsschrank.
„Wir desinfizieren die Bruteier mit dem Brutei-Desinfektionsmittel Wessoclean Gold Line“, erzählt Schulze Heiling. „Wir sind zufrieden mit der Wirkung dieses Mittels.“
In der Brüterei wurde eine neue Schiermaschine installiert.
In der Brüterei Bad Bentheim (BBB) wurden zwei sogenannte Flexpicker installiert, die die unbefruchteten Eier und die früh abgestorbenen Küken (early deads) aussortieren.
Die geschierten Eier gehen zurück in die Brutwagen.
In der Brüterei stehen Vorbrutmaschinen von Peterstime (Foto) und Pas Reform.
Auch der Raum der Vorbrutschränke wurde vor zwei Jahren renoviert, indem die Böden beschichtet wurden.
In der Brüterei wird mit Schlupfmaschinen von Pas Reform gearbeitet.
In der Brüterei in Bad Bentheim schlüpfen zwei oder drei Tage pro Woche Küken. Der Kükenraum wurde ebenfalls renoviert.
Alle Küken werden in der Brüterei mit einer Sprühimpfung gegen infektiöse Bronchitis (IB) geimpft. Je nach Wunsch des Kunden werden die Legeküken auch gegen Kokzidiose geimpft.
Über eine Nadelimpfung können die Legeküken manuell gegen andere Krankheiten geimpft werden, wie infektiöse Laryngotracheitis (ILT) oder Marek.
In der Brüterei wird viel Wert auf Hygiene gelegt. So hat jede Abteilung ihren eigenen Farbcode und eigenes farbiges Werkzeug, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
In der Brüterei Bad Bentheim (BBB) wurde die Genus-Focus-Geschlechtsbestimmungstechnik des deutschen Unternehmens Orbem und der Vencomatic Group gewählt.
„Mit dieser Technik können wir bei allen Bruteiern von sowohl jungen als auch alten Elterntieren das Geschlecht des Kükens bestimmen“, erläutert van Wolfswinkel.
Die Technik nutzt eine Kombination aus MRT- und Artificial-Intelligence-(AI)-Technologien, um in 1 Sek das Geschlecht eines Embryos in einem Brutei zu bestimmen.
„In der Brüterei werden die Arbeiten in der Regel von einem Mitarbeiter durchgeführt“, erzählt Standortleiter Hubertus Schulze Heiling. Diese Person muss Wagen mit Brutladen holen und vor die Maschine stellen. Die Maschine nimmt die Brutladen anschließend automatisch aus den Brutwagen.
Der Prozess der Zu- und Abfuhr von Bruteiern ist vollständig automatisiert durch Prinzen BV, ein Tochterunternehmen der Vencomatic Group aus Eersel (NB).
Standortleiter Hubertus Schulze Heiling (34) und Brüter Tiago Branco (34) von der Brüterei Bad Bentheim.
Die Brüterei wurde in der Vergangenheit genutzt, um Masthähnchen auszubrüten, und war bis Ende 2020 im Besitz von Bernard Heijmer. Seit Oktober 2024 werden Legeküken ausgebrütet, nachdem die Brüterei gründlich umgebaut und renoviert worden ist.
Die Brüterei wurde modernisiert. Durch die glatten Wände und beschichteten Böden kann hygienischer gearbeitet werden.
Die Zufuhr der Bruteier ist aus hygienischer Sicht strikt von der Abfuhr der Küken in der Brüterei getrennt.
Neben einer Außentür gibt es auch eine Innentür in der Grube für die Zufuhr der Bruteier. „Wir wollen verhindern, dass Vögel von außen in die Brüterei gelangen“, erklärt Schulze Heiling.
Mit Sauggeräten (Vakuumhebern) werden Bruteier von Mitarbeitern auf Brutladen gelegt.
Nachdem die Bruteier auf die Laden gelegt sind, gehen sie in den Desinfektionsschrank.
„Wir desinfizieren die Bruteier mit dem Brutei-Desinfektionsmittel Wessoclean Gold Line“, erzählt Schulze Heiling. „Wir sind zufrieden mit der Wirkung dieses Mittels.“
In der Brüterei wurde eine neue Schiermaschine installiert.
In der Brüterei Bad Bentheim (BBB) wurden zwei sogenannte Flexpicker installiert, die die unbefruchteten Eier und die früh abgestorbenen Küken (early deads) aussortieren.
Die geschierten Eier gehen zurück in die Brutwagen.
In der Brüterei stehen Vorbrutmaschinen von Peterstime (Foto) und Pas Reform.
Auch der Raum der Vorbrutschränke wurde vor zwei Jahren renoviert, indem die Böden beschichtet wurden.
In der Brüterei wird mit Schlupfmaschinen von Pas Reform gearbeitet.
In der Brüterei in Bad Bentheim schlüpfen zwei oder drei Tage pro Woche Küken. Der Kükenraum wurde ebenfalls renoviert.
Alle Küken werden in der Brüterei mit einer Sprühimpfung gegen infektiöse Bronchitis (IB) geimpft. Je nach Wunsch des Kunden werden die Legeküken auch gegen Kokzidiose geimpft.
Über eine Nadelimpfung können die Legeküken manuell gegen andere Krankheiten geimpft werden, wie infektiöse Laryngotracheitis (ILT) oder Marek.
In der Brüterei wird viel Wert auf Hygiene gelegt. So hat jede Abteilung ihren eigenen Farbcode und eigenes farbiges Werkzeug, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
Start der Legekükenproduktion und Modernisierung der Brüterei
General Manager Erwout van Wolfswinkel (53) von Vepymo erklärt, warum Ende 2023 beschlossen wurde, in Bad Bentheim Legeküken auszubrüten: „Unsere bis dahin einzige Legehennenbrüterei in Poppel (Belgien) – wo wir etwa 10 bis 12 Millionen Küken ausbrüten können – stieß schon länger an ihre Kapazitätsgrenzen. Außerdem konnten wir dort nicht erweitern und wollten gerne in eine neue Technologie zur Geschlechtsbestimmung investieren. Die Verbindungen zwischen Yellow Bird und Hendrix Genetics sind kurz. Beide Parteien einigten sich schnell darauf, die Masthähnchenbrüterei so schnell wie möglich als spezialisierte Legehennenbrüterei zu nutzen. Zu diesem Zweck wurde die Hendrix Genetics Layers Deutschland GmbH gegründet. Der Umbau, die Renovierung und auch der Start als Legehennenbrüterei wurden von Vepymo durchgeführt. Am 19. Februar 2024 schlüpften die letzten Masthähnchen in Bad Bentheim. Es war eine große Herausforderung, aber am 21. Juni 2024 schlüpften die ersten (Test-)Legeküken. Im Oktober 2024 wurde die Brüterei nach einer gründlichen Renovierung und Modernisierung wirklich in Betrieb genommen. Worauf wir besonders stolz sind, ist, dass wir diese Renovierung größtenteils mit dem vorhandenen Personal durchführen konnten und dass letztlich alle geblieben sind, als wir mit dem Ausbrüten von Legeküken begonnen haben. Fachkundiges Personal ist schließlich der Schlüssel zur Qualität.“
8 Millionen Küken pro Jahr
Die ehemalige Masthähnchenbrüterei hatte eine Kapazität von 800.000 Eintagsküken pro Woche, etwa 40 Millionen pro Jahr. Nach dem Umbau und der Investition in die Geschlechtsbestimmungstechnologie beträgt die Kapazität rund 12 Millionen OKT-Legeküken pro Jahr. „Unser Absatz von Legeküken wächst. Mit dieser Brüterei können wir weiter wachsen und unsere Kunden mit OKT-Küken und Junghennen versorgen“, sagt van Wolfswinkel. Durch den gemeinsamen Betrieb mit Het Anker werden in diesem Jahr mehr als 8 Millionen Legeküken ausgebrütet, wodurch die Kosten pro Küken relativ niedrig bleiben.
„Die Zusammenarbeit sorgt für einen Effizienzschub und hilft, der wachsenden Nachfrage nach Dekalb-Weiß-Küken und -Legehennen gerecht zu werden“, begründet Geschäftsführer Jan Vroegindeweij (62) von ab ovo / Het Anker. „Wir haben 2023 den Neubau der Bio-Brüterei unseres Tochterunternehmens ab ovo im westdeutschen Ahlen realisiert. In den vergangenen drei Jahren wurde diese Kapazität fast vollständig für das Ausbrüten von Bio-Küken genutzt. Durch die Nutzung von Brutkapazitäten in Bad Bentheim können wir unsere Kunden weiterhin mit konventionellen Küken und Junghennen mit 5xD-Küken versorgen. Das Ausbrüten an unseren anderen Standorten – Ahlen (DE), Ochten (NL) und Geluwe (BE) – bleibt eine eigenständige Tätigkeit.“
Dem schließt sich van Wolfswinkel an. „Diese Brüterei betreiben wir gemeinsam, aber den Verkauf von Küken und Aufzuchthennen führen wir beide weiterhin in eigener Regie durch.“
In der Grube, in der Lastwagen für den Abtransport der Küken stehen können, ist sogar Platz für zwei Lastwagen.
OKT-Technologie und kontaktlose In-Ovo-Geschlechtsbestimmung
Het Anker, Vepymo und das Mutterunternehmen Hendrix Genetics arbeiten seit Jahren bei der Haltung von Elterntieren im Unternehmen Isacom zusammen. „In diesem Elterntier-Pool halten wir gemeinsam unsere Dekalb-Weiß- und ISA-Braun-Elterntiere. Die Brüterei Bad Bentheim ist eine schöne Erweiterung dieser Zusammenarbeit“, sagt van Wolfswinkel.
In der Brüterei wurde die Genus-Focus-Geschlechtsbestimmungstechnologie des deutschen Unternehmens Orbem und der Vencomatic Group gewählt. Dabei handelt es sich um eine kontaktlose In-ovo-Geschlechtsbestimmung für sowohl braune als auch weiße Legehennenlinien. Die Technik erfüllt zudem die deutsche Gesetzgebung, wonach das Geschlecht vor dem 13. Bruttag bestimmt werden muss. Van Wolfswinkel: „Damit können wir bei allen Bruteiern – sowohl von jungen als auch von älteren Elterntieren – im Ei das Geschlecht des Kükens bestimmen. Es ist kein Loch im Ei nötig und die MRT-Technik hat nur begrenzten Einfluss auf die Schlupfergebnisse.“
Die Technik nutzt eine Kombination aus MRT- und Artificial-Intelligence-(AI)-Technologien, um innerhalb einer Sekunde das Geschlecht eines Embryos in einem Brutei zu bestimmen. „Es wird gewissermaßen ein MRT-Scan von jedem Brutei erstellt und anschließend automatisch das Geschlecht bestimmt“, erklärt van Wolfswinkel.
5xD-Küken: Ein wichtiges Verkaufsargument für Deutschland
Die Möglichkeit, 5xD-Küken in Deutschland anzubieten, war Ende 2023 ebenfalls ein Grund für Vepymo, in Bad Bentheim Legeküken auszubrüten. Einige deutsche Abnehmer verlangen seit einigen Jahren 5xD. Das bedeutet, dass Brüterei, Aufzucht, Futtermittelhersteller, Legehennenbetrieb und Eierpackstelle in Deutschland angesiedelt sein müssen. „In der Legehennenhaltung spielt das eine geringere Rolle als im Masthähnchensektor, aber wir können Kunden, die dies wünschen, nun mit 5xD-Küken versorgen“, erklärt Vroegindeweij. Het Anker ist seit Jahrzehnten auf dem deutschen Markt aktiv, seit 2012 auch über das Tochterunternehmen Ab Ovo. „Unsere deutschen Kunden legen in der Regel mehr Wert auf Küken- und Hennenqualität als auf 5xD. Die Nachfrage nach Dekalb-Weiß-Legehennen steigt sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland. Die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot. Außerdem läuft auch der Absatz unserer ISA-Braun-Legehennen gut.“
Alle Mitarbeiter der Brüterei müssen zuerst duschen und Betriebsbekleidung anziehen, bevor sie ihre Arbeit in der Brüterei aufnehmen.
Herausforderungen bei Genehmigungen und Aufzuchtbetrieben
Um die wachsende Nachfrage nach Junghennen zu bedienen, haben Het Anker, Vepymo und Hendrix Genetics ihre Aktivitäten in der Bruteierproduktion innerhalb von Isacom auf Legehennenvermehrungsbetriebe ausgeweitet. „Wir sind im vergangenen Jahr von elf auf vierzehn Vermehrungsbetriebe gewachsen, in denen insgesamt 440.000 Vermehrungshennen gehalten werden können“, sagt van Wolfswinkel. Vroegindeweij ergänzt: „Die Genehmigungsverfahren sind – wie in den Niederlanden und Belgien – auch in Deutschland schwierig. Es dauert im Durchschnitt drei bis fünf Jahre, bis ein Geflügelhalter eine Genehmigung erhält – wenn er überhaupt eine bekommt. Wir haben einen Betrieb von der Fleischvermehrung auf die Legehennenvermehrung umgestellt. Außerdem ist ein Legehennenvermehrer zu uns gewechselt.“
Das Finden ausreichender Aufzuchtbetriebe ist in der Legehennenhaltung eine Herausforderung. Aufzüchter in den Niederlanden beklagten im vergangenen Jahr ihre Vergütung. „Wir haben unsere Aufzuchtvergütung seit Mitte letzten Jahres deutlich erhöht, um die Betriebe zu unterstützen“, sagt Vroegindeweij. Van Wolfswinkel erklärt, dass Vepymo das Gleiche getan hat. „Dadurch bleibt der Rückgang der Aufzuchtkapazitäten bislang begrenzt“, sagt er. Vroegindeweij betont, wie wichtig es ist, genügend gute Aufzuchtbetriebe in den Niederlanden zu erhalten. „Wir haben den Preis für Junghennen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, um höhere Vergütungen zahlen zu können.“ Van Wolfswinkel ergänzt: „Weiße Legehennen werden immer länger gehalten – häufig bis zu 110 Wochen. Auch ISA-Braun wird länger gehalten. Dadurch sinkt zwar der Bedarf an Aufzuchtkapazitäten etwas, aber die Nachfrage nach unseren Hennen wächst weiter, sodass wir weiterhin zusätzliche Aufzuchtbetriebe suchen.“
Es gibt mehrere Durchlaufduschen für das Personal.
Marktpotenziale liegen in Deutschland
Strenge gesetzliche Vorgaben und insbesondere Aufkaufprogramme führen dazu, dass der Legehennenbestand in den Niederlanden und in Flandern schrumpft. Vroegindeweij bedauert den Abbau moderner Legehennenbetriebe in Süd-Niederland, ist aber erleichtert, dass etwa die Hälfte der Betriebe nicht an Stilllegungsprogrammen teilnimmt. „Wir gingen zunächst von einem Rückgang von 15 bis 20 Prozent aus, nachdem sich so viele Betriebe angemeldet hatten. Ich schätze, dass der Rückgang eher bei etwa 10 Prozent liegt und der Bestand in den Niederlanden derzeit noch rund 30 Millionen Legehennen umfasst.“
Der belgische Legehennenbestand ist deutlich kleiner und sank in den vergangenen zehn Jahren von etwa 11,5 bis 12 Millionen auf 8,5 bis 9 Millionen Tiere. Der deutsche Bestand ist etwa eineinhalbmal so groß wie der niederländische, so Vroegindeweij. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland durchschnittlich rund 45,2 Millionen Legehennen gehalten. Im Gegensatz zu den Niederlanden und Belgien ist der Bestand in Deutschland zuletzt leicht gewachsen. Es entstehen viele neue Ställe mit rund 15.000 Plätzen, da hierfür vergleichsweise leicht Genehmigungen erteilt werden. Zudem werden Freilandställe mit rund 40.000 Plätzen gebaut. Das eröffnet Wachstumsmöglichkeiten für Het Anker und Vepymo.
Während Het Anker seit Jahren in Deutschland aktiv ist, ist dieser Markt für Vepymo neu. Van Wolfswinkel: „Zu 5xD gehört auch die Aufzucht in Deutschland. Wir haben dort noch keine Aufzuchtbetriebe. Der erste Schritt ist jedoch der Verkauf von Küken. Wir wollen auch Kunden beliefern, die ihre Aufzucht selbst organisieren. Wir sehen, dass die Nachfrage nach Dekalb Weiß in Deutschland steigt. Das bietet Chancen. Dass wir dort bisher nicht aktiv waren, war auch ein Grund dafür, in Bad Bentheim Legeküken auszubrüten – das soll uns neue Zugänge zum deutschen Markt eröffnen.“
Viele Chancen
Trotz des deutlichen Rückgangs des niederländischen Legehennenbestands blickt Vroegindeweij positiv in die Zukunft. „Ich sehe viele Chancen. Der Eierkonsum ist in den Niederlanden und vor allem in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Niederländische und deutsche Eier werden auch künftig stark nachgefragt. Das ist gut für die Legehennenhalter. Der Rückgang in den Niederlanden schafft Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland, da deutsche Abnehmer eine klare Präferenz für deutsche oder niederländische KAT-zertifizierte Eier haben“, sagt er. „Wenn der Absatz von Dekalb-Weiß-Legehennen weiter wächst, können wir die Brüterei Bad Bentheim bei Bedarf von 12 auf 15 Millionen Küken erweitern, indem wir ein oder zwei zusätzliche Maschinen zur Geschlechtsbestimmung installieren. Das reicht aus. Wir müssen hier keine 30 Millionen Legeküken pro Jahr ausbrüten“, schließt Vroegindeweij.
Tom Schotman
Bild:
Ingrid Sweers
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