Christoph Klomburg ist Putenhalter im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Sein Betrieb liegt damit in der Region mit dem aktuell schlimmen Geflügelpestgeschehen. Das, was er berichtet, steht mit Sicherheit stellvertretend für die Sorgen und Nöte sehr vieler Berufskolleginnen und -kollegen.
„Wir halten rund 20.000 Puten im Landkreis Diepholz. Aktuell bin ich jeden Morgen etwas angespannt, wenn ich in den Stall gehe. Wenn die Tiere dann aber aufspringen und mir entgegenlaufen, bin ich richtig erleichtert und weiß sofort, dass alles in Ordnung ist. Bislang hatten wir noch keinen Ausbruch der Vogelgrippe auf unserem Betrieb, aber ich lese ja, wie viele Ställe jeden Tag neu betroffen sind, und das macht mir natürlich ein sehr ungutes Gefühl.
Viel gelernt durch Ausbrüche der letzten Jahre
Jetzt sollte wirklich jeder die Biosicherheit gut im Griff haben. Ich glaube allerdings, dass das in den allermeisten Betrieben bereits der Fall ist. Wir Geflügelhalter sind in den letzten Jahren immer besser geworden und haben durch die vergangenen Ausbruchsjahre viel dazugelernt. Durch die QS- und ITW-Kontrollen wird ja auch vieles geprüft. Dennoch gibt es auch bei uns auf dem Betrieb an der einen oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf.
Ein Beispiel ist, dass ich noch einmal mit meinen Stiefeln vom Hof in den Stall muss, weil ich vergessen habe, etwas am PC einzutragen. Das geht aktuell einfach nicht mehr. Stattdessen sind wir sehr konsequent, was die Hygiene angeht.
Verendete Wildvögel sind eine Gefahr
Wichtig ist auch die Schädlingsbekämpfung. Denn wenn irgendwo ein toter Wildvogel liegt, gehen da natürlich Füchse oder Mäuse ran, die sich anschließend am Stall aufhalten könnten. Es ist auch wichtig, Spaziergänger darauf hinzuweisen, ihre Hunde anzuleinen, um das Virus nicht aus Versehen zu verbreiten. Aber viel mehr können wir nicht tun, denn wir können ja nicht vor der Natur weglaufen.
Was allerdings spätestens jetzt überprüft werden sollte, ist, ob die Angaben, die ich an die Tierseuchenkasse und an meine Ertragsschadensversicherung gemacht habe, noch aktuell sind. Wenn die Tierzahlen und vor allem auch die Haltungsform nicht richtig gemeldet sind, bekomme ich im Ausbruchsfall nicht die volle Leistung ausgezahlt.
Was mir etwas Hoffnung macht, ist, dass das Seuchengeschehen in diesem Jahr deutlich früher losging als in den vergangenen Jahren. Vielleicht ist es deshalb auch früher wieder vorbei.“




































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