Sorgenvoller Blick nach oben: Die Kraniche fliegen wieder

27 September 2026
Biosicherheit
Herbstzug Kraniche

Jeder Geflügelhalter dürfte sich noch erinnern: Vergangenen Oktober verendeten unzählige Kraniche auf ihrem Weg in den Süden an der Geflügelpest. Zugleich war das der Beginn des schlimmen Seuchenzugs, der bis zum Frühjahr anhielt. Jetzt hat der Kranichzug wieder begonnen.

Mit dem bereits begonnenen Herbstzug der Kraniche wächst bei Geflügelhalterinnen und Geflügelhaltern die Sorge vor einer erneuten Ausbreitung der Geflügelpest. Das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems (FLI) rechnet in den kommenden Monaten mit einem steigenden Risiko. Wie hoch es in dieser Saison ist, ist nicht zuverlässig vorhersagbar, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Biosicherheit im Fokus behalten

Die Experten erinnern Geflügelhalter daran, Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Das Virus könne nicht nur durch infizierte Vögel, sondern auch durch verschmutzte Schuhe, Kleidung, Geräte, Fahrzeuge, Futter oder Wasser verschleppt werden.

Nach einer Meldung von „KranichAktuell“ vom 23. September nimmt der Kranich-Herbstzug 2026 Fahrt auf. In Skandinavien veränderten sich die großen Ansammlungen bereits, während immer mehr Vögel in Richtung Süden aufbrechen. Auch Deutschland werde zunehmend erreicht. An der Ostseeküste wurden bereits mehr als 9.000 Kraniche gezählt, und in der Diepholzer Moorniederung, einem wichtigen Rastplatz in Niedersachsen, sind die ersten größeren Trupps angekommen.

Die Rastplätze genau beobachten

Nach den erheblichen Verlusten durch die Geflügelpest im vergangenen Herbst und Winter wird die Entwicklung an den großen Rastplätzen jetzt besonders aufmerksam verfolgt. Große Ansammlungen bedeuten gleichzeitig eine hohe Konzentration von Vögeln auf relativ engem Raum. Dies begünstigt gegenseitige Ansteckungen.

Ob die überlebenden Kraniche inzwischen einen gewissen Schutz gegen das Virus entwickelt haben, ist nach Ansicht der FLI-Experten unklar, schreibt der MDR. Es gebe dazu keine verlässlichen Daten. Darüber Aufschluss geben könnte die Untersuchung von Blutproben einer ausreichend großen Anzahl der Tiere. 

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: AdobeStock_Jiriviehmann

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