Vogelgrippe: Jäger dürfen kranke Kraniche erlösen

06 November 2025
Krankheiten
Jäger beobachtet Kraniche

In Niedersachsen erhalten Jäger jetzt Ausnahmegenehmigungen, um schwer erkrankte Kraniche tierschutzgerecht zu töten. So wird Tierleid verhindert und die Gefahr von Ansteckungen reduziert. 

Jäger dürfen sichtbar kranke Kraniche von ihrem Leid erlösen. Ein entsprechendes Schreiben hat das Niedersächsische Umweltministerium jetzt an die zuständigen Unteren Naturschutzbehörden der einzelnen Landkreise sowie an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Niedersachsen geschickt. 

Von verschiedener Seite war diese Möglichkeit gefordert worden, um von der Vogelgrippe betroffene Kraniche zu erlösen. Die aktuelle Vogelgrippe-Welle hat vor allem auch Kraniche getroffen. Diese sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und dürfen nicht getötet werden. 

Ausnahmegenehmigungen dürfen erteilt werden


Laut dem Schreiben des Ministeriums „kann es zum Schutz des Tierwohls und zur Eindämmung der Ausbreitung erforderlich sein, schwer erkrankte Kraniche tierschutzgerecht zu töten.“ Der Kreisjägermeister (die Jägerschaft) darf zur Ausführung bestätigte Jagdaufseher sowie Jagdausübungsberechtigte beauftragen. Die Ausnahmegenehmigung soll zeitlich sowie auf betroffene Gebiete begrenzt werden. Zudem dürfen nur Kraniche getötet werden, die offensichtliche Symptome der Vogelgrippe zeigen. Der Abschuss von Tieren, bei denen nur ein vager Infektionsverdacht besteht, bleibt untersagt.

Bremen war vor zwei Wochen Vorreiter

Vorreiter war in dieser Hinsicht die Freie Hansestadt Bremen, dort und in Bremerhaven gilt bereits seit dem 27. Oktober eine naturschutzrechtliche Ausnahme des Tötungsverbots für Kraniche für Jägerinnen und Jäger des Landesjagdverbandes Bremen (LJB). So sollen auch Wiesen- und Bodenbrüter vor einer Ansteckung geschützt werden. 

Außerdem meldet die LJB auffällig gewordenes Raubwild, denn das H5N1-Virus kann auch von infizierten Kadavern auf zum Beispiel Füchse und Marderhunde übertragen und durch sie verbreitet werden.

Mehrere Landkreise reagierten bereits

Auch die Landkreise Verden, Stade und Heidekreis handeln bereits aktiv. Laut der Verdener Aller-Zeitung wurden allein in den Schutzgebieten der Wümmeniederung  innerhalb weniger Tage etwa 300 mutmaßlich an der Vogelgrippe verendete Kraniche aufgefunden. „Dank der Unterstützung seitens der Jägerschaft kann durch das sachkundige Töten das Leiden der Kraniche verkürzt werden“, betonte Silke Brünn, Leiterin der Verdener Naturschutzbehörde.

Helena von Hardenberg, Redaktion Niedersächsischer Jäger
Bild: Adobe_Bergringfoto

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