Die Diepholzer Moorniederung im Nordwesten Niedersachsens ist ein Hauptrastplatz für Kraniche auf dem Zug in den Süden. Schätzungsweise 50.000 Kraniche halten sich in der Region unweit der geflügelstarken Landkreise Vechta und Cloppenburg auf. Es wird befürchtet, dass sie die Geflügelpest mitbringen.
Der Landkreis Cloppenburg teilte bereits mit, dass bei einem toten Kranich im Kreisgebiet der Geflügelpest-Erreger festgestellt wurde. Das schreibt die Münsterländische Tageszeitung. Im Landkreis Diepholz wurden vermehrt tote Kraniche gefunden. Die Untersuchungsergebnisse stehen hier noch aus.
Hohe Kranichzahlen in der Region erhöhen Risiko für Geflügelbetriebe
Jonas Wobker ist beim BUND Diepholzer Moorniederung für die Erfassung der Kranichbestände dort zuständig. Er sagt, es mehren sich auch in seiner Region die Meldungen über kranke oder tote Kraniche. Aufgrund der Vorkommnisse in Ostdeutschland, wo die Zahl verendeter Kraniche in die Höhe schnellt, rechnet er damit, dass es auch in Niedersachsen Geflügelpest-Befunde bei den Zugvögeln geben wird.
Kraniche haben nachts feste Schlafstätten. Sie schlafen im Stehen in flachen Gewässern, die ihnen Schutz vor Raubtieren bieten. Tagsüber entfernen sie sich auf Nahrungssuche durchaus mehrere Kilometer hiervon und sind aktuell vielfach auf abgeernteten Maisflächen zu sehen.
Behörden und Naturschützer warnen vor Kontakt mit toten Tieren
Wie auch die Behörden, warnt Jonas Wobker dringend davor, kranke oder verendete Tier anzufassen oder sich ihnen zu nähern. So bestünde auch die Gefahr, dass der Erreger weiter verbreitet wird. Funde von verendeten Kranichen sollten aber den Veterinärbehörden der Landkreise unbedingt gemeldet werden. Der Landkreis Diepholz hat dafür ein Bürgertelefon eingerichtet. Auch Aasfresser wie zum Beispiel Rabenvögel können sich mit dem Geflügelpest-Erreger infizieren und/oder ihn weiterverbreiten.

































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