Geflügelpest an der Mecklenburgische Seenplatte: Aufstallgebot für Tausende Tiere verhängt

17 Oktober 2025
Biosicherheit
Mecklenburgische Seenplatte

Mit dem Zug der Wildvögel ist auch die Geflügelpest zurück nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen. Jetzt ist das Virus im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in einem Bestand mit mehr als 30.000 Tieren  nachgewiesen worden. Im Landkreis gilt nun ein Aufstallgebot. 

Die mecklenburgische Seenplatte ist ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel auf dem herbstlichen Weg in den Süden. In einem Geflügelbestand im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben Veterinäre und Kontrollbehörden die Vogelgrippe in einem Geflügelbestand mit über 30.000 Tieren festgestellt. Das berichten verschiedene Medien wie der Nordkurier.

Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass zum Schutz anderer Geflügelbestände drei Kilometer weit reichende Schutz- und Zehn-Kilometer-Überwachungszonen um den Ausbruchsbetrieb eingerichtet worden sind.

Der Ausbruch lässt bei Geflügelhaltern in der Region und darüber hinaus im Land die Alarmglocken klingeln. In der Überwachungszone werden in 450 Betrieben 400.000 Stück Geflügel gehalten. Darunter sind auch Anlagen mit über 5.000 Tieren. 

Tiere fürs Weihnachtsgeschäft jetzt schlachten

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zeigte sich besorgt: „Das Krankheitsgeschehen erfolgt zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Vogelzuges und zeigt, dass die Vogelgrippe längst endemisch ist.“ Dr. Till Backhaus riet Tierhaltern, Tiere, die für das Weihnachtsgeschäft vorgesehen seien, vorsorglich zu schlachten und so den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten.

Erst vor wenigen Tagen waren in der Region Mecklenburgische Seenplatte mehrere tote Kraniche entdeckt worden, die an der Geflügelpest verendet sein könnten. Vor einigen Tagen waren im Landkreis Vorpommern-Greifswald mehr als 40 tote Kraniche gefunden worden. In Proben wies das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Vogelgrippe-Viren nach.

Aufstallgebot im Landkreis für Geflügelhalter

Im jetzt betroffenen Landkreis ist ein Aufstallgebot für alle Geflügelhaltungen im Landkreis mit 5000 und mehr Tieren ausgesprochen worden, so das Ministerium. Das solle helfen, das Eintragsrisiko des Geflügelpestvirus in die Anlagen zu minimieren. Auch die Kleinsthalter im gesamten Kreisgebiet seien aufgefordert, ihre Tiere von Wildvögeln fernzuhalten, die Tiere im Stall zu füttern und zu tränken, sowie eventuell vorhandene Teiche einzuzäunen.

Virus ständig und überall aktiv

Das Vogelgrippe-Virus hält sich hartnäckig in der Region: Zwar schwanke die Zahl der Ausbrüche in Hausgeflügelhaltungen saisonal, doch das Virus sei mittlerweile ständig und überall aktiv, warnte Agrarminister Backhaus: „Dafür spricht, dass wir Ausbrüche auch in anderen Teilen Deutschlands zur Kenntnis nehmen müssen.“ 

Im September erst hatte es einen Vogelgrippe-Ausbruch in Zarnewanz im Landkreis Rostock gegeben. Betroffen waren zwei Betriebe mit insgesamt etwa 5000 Enten, gut 3200 Gänsen und 200 Hühnern, die alle vorsorglich getötet werden mussten. Bei einigen Tieren war nach früheren Angaben des Landkreises eine Infektion mit dem hochansteckenden Virus-Subtyp H5N1 nachgewiesen worden.

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

Mehr von diesem Autor
Bild: AdobeStock_holger.l.berlin

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.