Geflügelpest breitet sich in Europa aus – Erste Ausbrüche der Saison 2025/26 gemeldet

13 Oktober 2025
Biosicherheit
Gänse

Zum Start der Vogelgrippesaison 2025/26 häufen sich erneut Fälle der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Europa. Betroffen sind unter anderem Betriebe in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Polen. Fachleute rechnen mit einem Anstieg der Ausbrüche in den kommenden Wochen.

Deutschland, Dänemark, Niederlande und Polen melden neue HPAI-Fälle – Experten erwarten weitere Ausbrüche im Herbst

Der Beginn der kühleren Jahreszeit bringt auch in diesem Jahr neue Fälle der Geflügelpest mit sich. In mehreren europäischen Ländern wurden Anfang Oktober Ausbrüche der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) des Subtyps H5N1 bestätigt.

In Deutschland trat die Geflügelpest jetzt in Schleswig-Holstein, in Brandenburg und in Bayern auf. Auch Dänemark meldete am 8. Oktober einen HPAI-Ausbruch in einem Betrieb nahe der Stadt Fredericia. Nach Angaben der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde handelte es sich ebenfalls um den Virus-Subtyp H5N1. Rund 150.000 Tiere mussten gekeult werden. Mit dem aktuellen Fall verliert Dänemark vorerst seinen Status als HPAI-freies Land. Um die Ausbreitung einzudämmen, wurden Sperr- und Überwachungszonen im Umkreis von drei beziehungsweise zehn Kilometern eingerichtet. Betroffen sind sowohl gewerbliche als auch Hobby-Geflügelhaltungen. Der Ausbruch ist der erste der neuen Saison 2025/26; der letzte Fall wurde im April dieses Jahres registriert.

In den Niederlanden wurde am 7. Oktober ein weiterer Geflügelpestfall in der Provinz Drenthe bestätigt. Laut der niederländischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) mussten rund 71.000 Tiere getötet werden. Sechs weitere Betriebe im Drei-Kilometer-Radius werden derzeit untersucht, 25 weitere befinden sich in der Zehn-Kilometer-Zone. Eine landesweite Stallpflicht besteht aktuell noch nicht. Es ist der erste registrierte Fall seit März 2025.

91. Ausbruch in Polen

Polen verzeichnet derweil bereits den 91. HPAI-Ausbruch des Jahres. Nach Angaben der obersten Veterinärinspektion betraf der jüngste Fall einen Mastentenbetrieb mit mehr als 52.000 Tieren in der Woiwodschaft Großpolen. Zwei Tage zuvor war dort ein weiterer Ausbruch auf einem Hof mit fast 26.000 Gänsen gemeldet worden.

Nach Einschätzung des aktuellen „Radar Bulletin“, das vom Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gemeinsam mit dem FLI erstellt wird, bleibt die Zahl der HPAI-Meldungen in Europa zwar noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im September wurden europaweit 54 Fälle registriert, nach 57 im August. Während die Zahl der Nachweise bei Wildvögeln leicht zurückging, ist bei Geflügel ein Anstieg zu verzeichnen. Mit Beginn der neuen Saison rechnen Fachleute mit einem weiteren Anstieg der Ausbrüche in Europa.

Geflügelnews
Bild: Cordula Möbius

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