Symbolbild
Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Gaditz im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) steht eine mögliche Ursache im Raum. Laut einem Bericht der Bauerzeitung könnte der Erreger durch die Reinigung einer Photovoltaikanlage auf einem Stalldach eingeschleppt worden sein.
Wartungsfirma zwei Tage vor Ausbruch vor Ort
Wie die Bauernzeitung schreibt, war zwei Tage vor dem ersten Verdacht auf die Geflügelpest eine Wartungsfirma vor Ort, um die Solaranlagen zu reinigen. Dabei sei Wasser mit hohem Druck über das Dach gespritzt worden – offenbar ohne Vorkehrungen, um eine mögliche Verunreinigung des Stallbereichs zu verhindern.
Laut Torsten Seelig, Bürgermeister von Kemberg, wird mittlerweile stark vermutet, dass der Erreger auf diesem Weg in den Stall gelangte. Einen Beweis dafür gebe es zwar nicht, doch Fachgespräche hätten diesen Verdacht erhärtet.
Betrieb war gut abgesichert
Der betroffene Betrieb galt nach Aussage Seeligs als bioabgesichert. Eine Einschleppung des Virus durch Mitarbeitende oder Fahrzeuge halten Experten bislang für eher unwahrscheinlich.
28.000 Hühner mussten getötet werden
Ende März war in dem Elterntierbetrieb in Gaditz das hochpathogene Geflügelpest-Virus H5N1 festgestellt worden. Der Betrieb hatte zuvor am 27. März erhöhte Tierverluste in einem von fünf Ställen bemerkt. Am Folgetag bestätigten das Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal sowie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Verdacht.
Daraufhin wurde der gesamte Bestand von über 28.000 Hühnern am 30. März durch eine Spezialfirma tierschutzgerecht mit Kohlendioxid begast und getötet. Die Tiere wurden anschließend in einer Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt. In den betroffenen Ställen fand zudem eine erste Desinfektion statt.
Schutz- und Überwachungszonen rund um betroffenen Stall
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, ordnete die Kreisverwaltung Wittenberg Schutzmaßnahmen an. Im Umkreis von drei Kilometern rund um den betroffenen Betrieb wurde eine Schutzzone, im Umkreis von zehn Kilometern eine Überwachungszone eingerichtet. Laut Landkreis gibt es in der engeren Zone rund 40 Geflügelhaltungen – meist kleine private Bestände, aber auch einen größeren Direktvermarkter.

































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