Auch in Kanada gab es im vergangenen Herbst/Winter viele Fälle von Vogelgrippe in Geflügelbetrieben. Der Letzte datiert vom 16. Mai 2026. Durch das Land verlaufen mehrere Nord-Süd-Routen von Zugvögeln. Sie gelten als wichtige Eintragsquelle für das Virus. Die kanadische Geflügelbranche hat jetzt ihre Biosicherheitsregeln verschärft.
In Deutschlands Geflügelställen ist eine Hygieneschleuse schon lange Pflicht ab einer bestimmten Tierzahl. Hier wird der wichtige Biosicherheits-Faktor Personal als möglicher Einträger von Keimen „neutralisiert“. Hier zieht man sich um, wäscht sich die Hände, reinigt und desinfiziert Schuhe sowie Gerätschaften. In der Hygieneschleuse kann Hof- und Stallkleidung separat aufbewahrt werden.
Hygieneschleusen wichtiger Vorsorgefaktor
Sie muss weder viel kosten, noch braucht sie viel Platz. Wird sie „gelebt“, ist das ein wichtiger Vorsorgefaktor nicht nur bezüglich Vogelgrippe, sondern auch bezüglich anderer Keime wie etwa Salmonellen.
In Kanada empfiehlt die Branchenorganisation der Masthähnchenhalter CFC („Chicken Farmers of Canada“) ihren Betrieben auch schon lange die Einrichtung einer Hygieneschleuse am Stalleingang. Nun hat CFC diese Maßnahme mit sofortiger Wirkung zur Pflicht gemacht. Das berichtet das Fachmagazin „Poultry World“. So sollen die Hähnchenmastbetriebe besser vor einem Eintrag der Vogelgrippe durch den Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden.
Eintragsrisiko über Wildvögel groß
Über Kanada verlaufen mehrere Nord-Süd-Routen von Zugvögeln. Straßenkleidung und -schuhe können bekanntlich mit dem Vogelgrippe-Virus oder anderen Krankheitserregern kontaminiert sein, etwa durch Kontakt mit Vogelkot auf dem Hofgelände.
Bislang war in kanadischen Masthähnchenställen lediglich eine Bodenmarkierung als Trennung des Schwarz-Weiß-Bereiches vorgeschrieben. Nun muss eine Barriere installiert werden, die hoch genug ist, um darüberzusteigen oder sich darauf zu setzen, um Straßenschuhe und Stallstiefel o.Ä. zu wechseln. Zudem müssen die Barrieren so konstruiert sein, dass sie lückenlos bis zum Boden reichen und beidseitig an die Wand anschließen.
Andere Geflügelfachgruppen wollen nachziehen
CFC sieht in der Vogelgrippe eine anhaltende Bedrohung für die kommerzielle Masthähnchenhaltung des Landes und hat deshalb die Mindestanforderungen für den Zugang zu Ställen verschärft. Die Schwesterverbände „Turkey Farmers of Canada“ (Putenerzeuger) und „Canadian Hatching Egg Producers“ (Bruteiererzeuger) überprüfen derzeit ebenfalls ihre betrieblichen Vorgaben und erwägen auch, Barrieren am Stalleingang vorzuschreiben.




































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