Kanada bevorratet sich mit Vogelgrippe-Impfstoff

22 Februar 2025
Biosicherheit
Flagge Kanada

Die kanadische Gesundheitsbehörde PHAC hat mitgeteilt, dass sie eine Erstlieferung von 500.000 Dosen eines Vogelgrippe-Impfstoffes für Menschen geordert hat. Damit will man bei Bedarf Menschen versorgen können, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. 

In der Mitteilung des PHAC (Public Health Agency of Canada) heißt es, dass die Beschaffung des humanen Impfstoffes gegen die Vogelgrippe eine Vorsichtsmaßnahme sei. Man wolle auf mögliche Gesundheitsbedrohungen vorbereitet sein. 

Das PHAC stuft das derzeitige Risiko für die Öffentlichkeit, an Vogelgrippe zu erkranken, als weiterhin gering ein. Für Personen, die in höherem Maße Kontakt zu infizierten Tieren haben, bestünde jedoch ein größeres Risiko. Sie sollten ggf. entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. 

Bisher ein humaner Ansteckungsfall in Kanada

Am 9. November vergangenen Jahres war in Kanada die erste Vogelgrippe-Ansteckung bei einem Menschen gemeldet worden. Der Fall verlief schwer, wie das Deutsche Ärzteblatt schreibt, die Ansteckungsquelle sei nicht bekannt. 

60 Prozent der georderten Impfstoffdosen sollen laut PHAC an Provinzen und Territorien verteilt werden. Der Rest soll in einem Bundesvorrat zur nationalen Vorbereitung aufbewahrt werden. Die Provinzen und Territorien sollen eigenständig über den potenziellen Einsatz des Impfstoffes entscheiden. 

Kanadas Nationales Impfkomitee hat zudem vorläufige Leitlinien für den Einsatz von Humanimpfstoffen gegen die Vogelgrippe veröffentlicht. Sie gelten unter der Annahme, dass die Vogelgrippe nicht zur Pandemie wird. Eine breite Impfkampagne wird demnach derzeit aber nicht empfohlen.  

Gut vorbereitet durch proaktive Maßnahmen

Das PHAC betonte, dass man auf neu auftretende Probleme wie der Vogelgrippe gut vorbereitet sei durch proaktive Maßnahmen wie Risikobewertungen, Laborkapazitäten und -tests, Überwachung, wissenschaftliche Koordinierung und Experteneinbindung sowie Beratung für Fachleute und die Öffentlichkeit. 

Mehrere andere Länder haben sich in den vergangenen Monaten bereits Vogelgrippe-Humanimpfstoff gesichert. n der EU sind Vogelgrippe-Impfstoffe für Menschen zugelassen. Im vergangenen Jahr gab es eine Abfrage der EU zum Bedarf, etwa für Mitarbeitende in Geflügelbetrieben, Schlachthöfen oder für Tierärzte. Die Resonanz war jedoch gering. Deutschland hat bisher keinen Impfstoff geordert.

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

Mehr von diesem Autor
Bild: AdobeStock_Onur

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.