Neubau ist nicht immer die einzige Möglichkeit: Bente und Hauke Bronsema aus Elmlohe im Landkreis Cuxhaven haben für ihren zweiten Legehennenstall einen vorhandenen Boxenlaufstall umgebaut. Das Beispiel zeigt, wie sich bestehende Bausubstanz für eine neue betriebliche Nutzung einsetzen lässt. Am 18. September gibt es dort einen Tag der offenen Tür.
Bente und Hauke Bronsema kauften 2019 eine Hofstelle im niedersächsischen Elmlohe und bauten einen vorhandenen Hähnchenmaststall zu einem Freiland-Legehennenstall mit knapp 15.000 Plätzen um. In einem zweiten Hähnchenmaststall fanden Eierverpackung und Eierlager Platz. Hauke Bronsema arbeitet hauptberuflich als Vorstandsmitglied der Raiffeisen Weser-Elbe eG. Bente Bronsema leitet den landwirtschaftlichen Betrieb.
Um die Legehennenhaltung, die gut lief, zu erweitern, kaufte das Paar einen rund acht Kilometer entfernten Standort mit einem alten Boxenlaufstall. Der alte Milchviehstall wurde bis auf den Güllekeller abgerissen. Der Keller fängt heute Waschwasser auf. Der neue Legehennenstall bietet heute Platz für ebenfalls knapp 15.000 Tiere. Im Stall stehen drei Volierenreihen.
Bei Stalleinrichtung auf Bewährtes setzen
Bei der Einrichtung setzte die Familie bewusst auf Technik, mit der sie bereits am ersten Standort Erfahrungen gesammelt hatte. Einen Unterschied beim Volierensystem: Die obere Ebene ist im neuen Stall breiter, die Fläche wird besser genutzt.
Zusätzliche Tränken in der unteren Volierenebene sollen den Tieren den Zugang zum Wasser erleichtern. Zwei Pluspunkte fürs Tierwohl: Eine Sprühkühlung minimiert die Hitzebelastung der Legehennen an warmen Tagen. Über dem Eierband befindet sich eine zusätzliche Abdeckung, die Staub zurückhalten soll.
Gute Einbindung der Nebengebäude
Besonders viel Wert legte Familie Bronsema auf die Gestaltung der Nebengebäude. Farmpacker und Technikräume liegen nicht direkt an der Stirnseite des Stalls, sondern seitlich versetzt. Die Gebäudeanordnung sorgt dafür, dass Staub aus dem Packbereich herausgehalten wird. Wer dort arbeitet, öffnet nicht einfach eine Tür und steht unmittelbar im Hühnerstall. Ein Zwischenbereich trennt die Arbeitsräume zusätzlich. Das erleichtert die Reinigung und verbessert nach Einschätzung der Familie die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter.
„Uns ist wichtig, dass wir auch gute und vernünftige Arbeitsplätze anbieten können,“ sagt die Betriebsleiterin. Die hochwertige Bauausführung der Nebenräume soll diese Zielstellungen gewährleisten.
Kleiner Teil Ab-Hof-Vermarktung
Beim Farmpacker setzt Bente Bronsema ebenfalls auf ein System, das sich bereits im bestehenden Stall bewährt hat. Sie entschied sich für einen Farmpacker von Moba. Ausschlaggebend war unter anderem die schonende Eierbehandlung durch die mechanische Arbeitsweise. Die Vermarktung läuft zum größten Teil über einen Eierhändler. Ein kleiner Teil der Eier wird ab Hof direkt vermarktet. Für die Familie bedeutet das: nicht möglichst große Eier zählen, sondern vor allem marktgängige Gewichtsklassen.
Bente Bronsema hält weiße Legehennen von ab ovo. Für diese Hennen sprächen ihre Robustheit, eine gute Futterverwertung und eine lange Nutzungsdauer. „Uns ist ein unkompliziertes Handling der Legehennen im täglichen Ablauf besonders wichtig“, ergänzt sie.
Alle Herden über 100 Wochen im Stall
Die Herden erreichten bisher alle eine Nutzungsdauer von mehr als 100 Lebenswochen. „Eine lange Nutzungsdauer und eine gute Tiergesundheit sind ein wichtiger Baustein unserer Legehennenhaltung“, fasst Bente Bronsema zusammen.
Neben der Legehennenhaltung und der Schweinemast ist Bente Bronsema an zwei kleineren Hähnchenställen mit zusammen rund 20.000 Mastplätzen beteiligt. Auch beim Ackerbau setzt sie auf enge Zusammenarbeit mit anderen Betrieben. Bereits seit dem Start als landwirtschaftliche Unternehmerin baut sie Blumen zum Selbstpflücken an. Hierfür gibt es eigene Maschinen. Die breite Aufstellung verteilt das wirtschaftliche Risiko. „Nicht alle Eier in einen Korb“, bringt es Hauke Bronsema passend auf den Punkt.
Freilandhaltung hat positives Image
„Uns ist es wichtig, dass wir moderne Tierhaltung so gestalten, dass Tiere lange gesund bleiben, Mitarbeiter gut arbeiten können und der Betrieb zur Familie passt“, fasst Bente Bronsema zusammen. Die Freilandhaltung sieht sie auch mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz als Vorteil. Um den Stall Interessierten zu zeigen, öffnet die Familie am Freitag, den 18. September 2026, von 13 bis 18 Uhr die Türen zu ihrem neuen Stall.
So finden Sie hin:
Der neue Stall befindet sich in 27624 Ringstedt, Ortsausfahrt Richtung Kührstedt. Die Anfahrt zum Stall ist ausgeschildert.






































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