Geflügelpest: Auch Italien startet Impfprojekt

26 Mai 2026
Biosicherheit
Flagge Italien

Auch Italien war in den vergangenen Monaten stark von der Geflügelpest betroffen. Besonders traf es Norditalien, eine Region mit starker Geflügelhaltung. Ein Schwerpunkt der Ausbrüche lag in Putenbetrieben. Jetzt soll dort ein Pilotprojekt zur Impfung starten.

Auch Italien traf im Winter 2025/2026 die Geflügelpest empfindlich. Allein von Ende November 2025 bis Ende Februar 2026 gab es 37 Ausbrüche mit knapp 2,3 Mio. toten bzw. gekeulten Tieren. Die meisten Ausbrüche betrafen die geflügelstarken Regionen in Norditalien, hier mehrheitlich Putenbetriebe. Hier soll jetzt ein Impf-Pilotprojekt starten. 

Italien möchte die Impfung als zusätzliches Instrument der Bekämpfung der hochpathogenen Geflügelpest etablieren, auch um künftig das massenhafte Keulen infizierter Bestände zu vermeiden. Unter Aufsicht der Generaldirektion für Tiergesundheit und Tiermedizin des italienischen Gesundheitsministeriums soll das Pilotprojekt in den Provinzen Venetien und Lombardei durchgeführt werden. Das berichtet das Fachjournal „Poultry Med“. 

Italienische Referenzlabor führt Projekt durch

Das italienische Pilotprojekt wird technisch unterstützt vom dortigen nationalen Referenzlabor für die Aviäre Influenza, dem „Istituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie“ (IZSVe). Das Pilotprojekt zielt speziell auf den Putensektor ab, der in Italien in der Vergangenheit hauptsächlich von der Geflügelpest betroffen war. Unter strengen Regularien soll die Feldstudie in Verbindung mit einer intensiven Überwachungsstrategie der geimpften Bestände durchgeführt werden. Im Fokus steht dabei die Unterscheidung geimpfter und infizierter Tiere. Dies ist unter Verwendung sogenannten DIVA-Impfstoffe möglich.  

Italien sieht sich damit in einer Reihe der wichtigen Geflügelländer in Europa, die die Impfung als zusätzliche Maßnahme zur Bekämpfung der Geflügelpest vorantreiben möchten. In Großbritannien ist im März diesen Jahres ein 24-wöchiger Impf-Feldversuch auch bei Puten gestartet. Auch dort waren in der Vergangenheit Putenbestände stark betroffen von der Geflügelpest. In den Niederlanden gab es erfolgreiche Studien und ein Pilotprojekt der Geflügelpest-Impfung von Legehennen. 

Überwachung geimpfter Bestände ein Fokus

In Italien erhofft man sich vom jetzigen Impf-Projekt unter anderem entscheidende epidemiologischen Daten für den Abbau von Handelsrestriktionen infolge der Impfung. Durch den Nachweis, dass eine fortschrittliche Überwachung die „stille“ Ausbreitung des Virus unter der Impfdecke verhindern kann, sollen Bedenken globaler Handelspartner abgebaut werden. 

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: AdobeStock_railwayfx

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