Newcastle-Krankheit: Spanien verschärft Impfstrategie für Geflügelbetriebe nach neuen Fällen

20 Juli 2026
Impfung
Masthähnchen

Die Newcastle-Krankheit (ND) breitet sich in der nordspanischen Region Kastilien und León weiter aus. Nach zwei neuen Fällen auf Masthähnchenbetrieben zählt die Region inzwischen 17 Ausbrüche. Als Reaktion verschärfen die Behörden ihre Maßnahmen und führen schrittweise eine Impfpflicht für gewerbliche Geflügelbetriebe ein.

Zwei weitere Betriebe betroffen

Die Newcastle-Krankheit ist auf zwei weiteren Masthähnchenbetrieben in Kastilien und León nachgewiesen worden. Damit steigt die Zahl der bestätigten Ausbrüche in der Region auf insgesamt 17. Beide Betriebe hielten ungeimpfte Tiere.

Der erste Fall trat auf einem Betrieb in Alcazarén (Provinz Valladolid) mit rund 92.000 Masthähnchen auf. Anlass für die Untersuchungen war ein leichter Anstieg der Tierverluste am 8. Juli. Bereits einen Tag später bestätigten die Behörden einen weiteren Ausbruch in Peleagonzalo (Provinz Zamora). Dort werden rund 72.500 Masthähnchen gehalten. Auch in diesem Bestand war eine erhöhte Sterblichkeit aufgefallen. Darüber berichten die Fachportale Poultrymed.com und Beaconbio.org.

Hochpathogener Virusstamm nachgewiesen

Das Zentrale Veterinärlabor in Algete bestätigte in beiden Fällen einen velogenen, hochpathogenen Stamm des Newcastle-Virus. Genetische Untersuchungen ordnen die Viren dem Genotyp VII.2 zu.

Nach Angaben der spanischen Behörden unterscheidet sich dieser Genotyp von dem Virus, das zuvor bei Ausbrüchen in der Region Valencia nachgewiesen wurde. Die Behörden sehen deshalb keinen epidemiologischen Zusammenhang zwischen den beiden Seuchengeschehen.

Behörden verschärfen die Bekämpfung

Die Veterinärbehörden sperrten die betroffenen Betriebe und leiteten epidemiologische Untersuchungen ein. Um die Standorte richteten sie Schutz- und Überwachungszonen mit einem Radius von drei beziehungsweise zehn Kilometern ein. Die betroffenen Bestände werden gekeult, möglicherweise kontaminiertes Material wird vernichtet.

Als weitere Konsequenz führt die Regionalregierung eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit ein. In den Restriktionsgebieten müssen gewerbliche Geflügelhalter ihre Bestände bereits impfen. Ab dem 1. August gilt diese Pflicht für alle Geflügelbetriebe in den Provinzen Valladolid und Segovia. Zum 1. September wird die Impfpflicht auf die gesamte Region Kastilien und León ausgeweitet.

Auswirkungen auf den Geflügelmarkt bleiben offen

Welche Folgen die Ausbrüche in Spanien für die Versorgung mit Masthähnchenfleisch haben werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Fest steht jedoch: Spaniens Geflügelwirtschaft gewinnt im europäischen Wettbewerb an Bedeutung. Bereits im April hatte der internationale Geflügelmarktanalyst Nan-Dirk Mulder von der Rabobank darauf hingewiesen, dass die spanische Masthähnchenproduktion durch neue Stallkapazitäten und größere Betriebe ihre Wettbewerbsposition gegenüber anderen europäischen Erzeugern kontinuierlich ausbaut.

Geflügelnews
Bild: Agrio
Quelle: Tom Schotman

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