„Die Lage zu Vogelgrippe hat sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt“, sagte Dr. Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), auf der Veranstaltung Landwirtschaft im Dialog der Fachzeitschrift top agrar.
Schleicher beschreibt die Stimmung in der Branche zur Vogelgrippe als zwiegespalten: „Als Geflügelhalter hat man Panik, das Virus in den Betrieb zu bekommen. Gleichzeitig darf man keine Panik verbreiten.“ Die Biosicherheitsmaßnahmen funktionierten zwar, doch der aktuelle Seuchenzug verlaufe „früher, stärker und schärfer“ als in den vergangenen Jahren. Das Virus breite sich schneller und aggressiver aus.
Zentralverband fordert konsequentere Aufstallungspflichten
Die Geflügelwirtschaft begrüße die Aufstallungspflichten, die viele Landkreise derzeit verhängen. „Diese Maßnahmen sind richtig. Wir fordern sogar ein entschlosseneres Vorgehen“, sagte Schleicher.
Eine mögliche Lösung sehen viele Fachleute in der Impfung. Schleicher warnt jedoch vor Schnellschüssen: „Wir sind grundsätzlich für jedes Instrument der Seuchenbekämpfung – dazu gehört die Impfung. Aber wenn geimpfte Tiere nicht mehr exportiert werden dürfen, verlieren wir einen wichtigen Teil unserer Wertschöpfung.“
Er fordert daher eine einheitliche Linie auf internationaler Ebene: „Wenn Impfstoffe sicher sind und die Überwachung funktioniert, muss auch der Handel mit geimpften Tieren erlaubt bleiben.“
Schleichers Ausblick fällt vorsichtig aus: „Ich wünsche mir, dass die Dynamik der letzten zwei Wochen nicht anhält.“
































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