Backhaus fordert Impfung gegen Vogelgrippe – „Warum ist das in Deutschland nicht möglich?“

30 Oktober 2025
Deutschland
Backhaus Mecklenburg Vogelgrippe

Angesichts der anhaltenden Ausbrüche der Geflügelpest (Vogelgrippe, H5N1) fordert Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) eine Impfstrategie gegen die Tierseuche. Impfstoffe würden in Frankreich erfolgreich eingesetzt, betonte der Minister bei der Festveranstaltung zum 35-jährigen Bestehen des Geflügelwirtschaftsverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat sich bei der Festveranstaltung zum 35-jährigen Bestehen des Geflügelwirtschaftsverbandes (GWV) Mecklenburg-Vorpommern eindringlich für den Einsatz von Impfungen gegen die Geflügelpest ausgesprochen. Angesichts der anhaltenden Ausbrüche der hochansteckenden H5N1-Virusvariante sprach Backhaus von einer „schwierigen Lage“ und forderte entschlossenes Handeln.

Geflügelpest breitet sich aus: Behörden in Dauer-Alarmbereitschaft

„Wir wissen, dass wir das Virus in der Fläche haben“, betonte der Minister. Die Veterinärbehörden des Landes seien in ständiger Alarmbereitschaft. Vorrangig gehe es derzeit darum, die Ausbruchsgeschehen einzudämmen: „Unsere Aufgabe ist es, jeden Krisenherd so schnell wie möglich zu löschen. Das heißt, tote Tiere müssen unverzüglich geborgen und ordnungsgemäß entsorgt werden.“

Backhaus mahnte die Geflügelhalter eindringlich, alle Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Zugleich stellte er die bisherige Strategie infrage, die fast ausschließlich auf Keulung und Aufstallung setze. Besonders bei Enten und Gänsen, so der Minister, sei eine dauerhafte Stallpflicht tierschutzrechtlich problematisch.

Stattdessen plädierte Backhaus für den gezielten Einsatz von Impfstoffen. „Der Impfstoff wird in Frankreich bereits erfolgreich eingesetzt, insbesondere bei Wassergeflügel“, erklärte er. Denkbar seien sogenannte Ringimpfungen in Betrieben rund um Ausbruchsgeschehen. Damit ließe sich die vorsorgliche Tötung ganzer Bestände deutlich einschränken.

Backhaus stellte die Frage, warum ein solches Vorgehen in Deutschland bislang nicht möglich sei. Er appellierte an die von Bund und Ländern eingesetzte Arbeitsgruppe, den möglichen Einsatz des Impfstoffes zügig zu prüfen. Die Bereitschaft in der Branche, neue Wege zu gehen, sei vorhanden – vor allem bei Haltern von Wassergeflügel.

Noch rechtliche Hürden für Impfungen in Deutschland

Bisher stehen allerdings noch rechtliche und handelspolitische Hürden im Weg: Der Export geimpfter Tiere und Produkte ist nach internationalen Standards bislang nur eingeschränkt möglich. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung laufen derzeit Impfversuche am Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald sowie in den Niederlanden und Frankreich. Diese Tests seien jedoch auf langfristige Prävention ausgelegt und könnten in der aktuellen Krise nicht unmittelbar helfen.

Appell an Geflügelhalter: Biosicherheit und rechtzeitige Schlachtung

Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage rief Backhaus die Betriebe auf, schlachtreife Bestände rechtzeitig zu vermarkten. „Sichern Sie den Weihnachtsbraten“, sagte der Minister – und verband damit den Appell, die wirtschaftliche Stabilität der heimischen Geflügelhaltung trotz der schwierigen Seuchenlage zu bewahren.

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

Mehr von diesem Autor , Proplanta
Bild: Cordula Möbius

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.