Kontrolle über das Auslieferungsgewicht bedeutet Kontrolle über dein Ergebnis. Wie du auf das gewünschte Auslieferungsgewicht steuerst, ist bei Konzepthähnchen anders als bei regulären Masthähnchen. Mit einem stabilen Stallklima und aktuellen Daten kannst du das Wachstum genau verfolgen und gezielt steuern. So holst du das Maximum aus deiner Mastperiode heraus.
Wie du das optimale Auslieferungsgewicht steuerst, unterscheidet sich bei regulären Masthähnchen von Hähnchen, die in langsam wachsenden Konzepten gehalten werden. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf ein vorhersehbares Auslieferungsgewicht bei langsam wachsenden Konzepthähnchen.
Vorhersehbares Auslieferungsgewicht
Für Hähnchen, die beispielsweise im Beter-Leven-1-Stern-Konzept (BLK) gehalten werden, legt die Schlachterei eine maximale Kilogrammzahl pro Quadratmeter fest, mit der du die Tiere ausliefern darfst. Für das Beter-Leven-1-Stern-Konzept sind das maximal 25 Kilogramm pro Quadratmeter Stallfläche.
Um die maximale Rendite zu erzielen, besteht das Ziel darin, so nah wie möglich – aber knapp darunter – an diese 25 Kilogramm pro Quadratmeter heranzukommen.
Lieferst du schwerere Hähnchen, werden sie als reguläre Masthähnchen abgewertet. Ein vorhersehbares Auslieferungsgewicht ist daher entscheidend für langsam wachsende Masthähnchen.
Wie kann ich bei BLK-Masthähnchen auf ein vorhersehbares Gewicht steuern?
Geflügelspezialist Henk Roordink erhält diese Frage regelmäßig von Mastgeflügelhaltern, die im Beter-Leven-1-Stern-Konzept liefern.
Henk Roordink
Henk: „Für ein gesundes und vorhersehbares Wachstum ist eine gute Tiergesundheit entscheidend. Maximale Hygiene und ein abgestimmter Impfplan in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt sind dabei sehr wichtig. Sind alle Bedingungen optimal, wachsen die Hähnchen bis zum Ausladen sehr stabil weiter – abgesehen von kleinen saisonalen Einflüssen. Das Auslieferungsgewicht der BLK-Masthähnchen ist dadurch gut vorhersehbar.“
Klima ist die Basis
Die optimalen Stallbedingungen sind die Grundlage für ein gutes und vorhersehbares Ergebnis. „Die Stallbedingungen und das Klima stehen in direktem Zusammenhang mit stabilem Wachstum und der Gesundheit der Masthähnchen“, sagt Henk. „Messen heißt wissen. Kontrolliere deshalb während der gesamten Mastperiode, ob das Klima stabil ist und die Technik einwandfrei funktioniert.
Achte außerdem kontinuierlich auf weitere Faktoren und Einstellungen im Stall. Passt die Futterhöhe noch zum Alter der Hähnchen? Ist der Futtercomputer richtig eingestellt? Gibt es ausreichend sauberes Wasser? So legst du die Basis für ein gutes Ergebnis.“
Präzise Vorhersage mit Daten
Wachsen die Hähnchen gut und stabil, beginnt die gezielte Steuerung in Richtung des gewünschten Auslieferungsgewichts.
Henk: „Um das Auslieferungsgewicht der Hähnchen zuverlässig vorherzusagen, musst du über aktuelle Daten verfügen. Dazu gehören grundlegende Angaben wie Stallfläche und Tieranzahl. Mit zusätzlichen Informationen – etwa der insgesamt gefütterten Kilogrammzahl und der Anzahl der verbleibenden Tage bis zum Auslieferungstermin – lassen sich Wachstum und erwartetes Auslieferungsgewicht genau prognostizieren.“
So nah wie möglich an 25 kg
„Am Ende der Mastperiode musst du das Steuer fest in der Hand haben“, so Henk. „Liegt die Berechnung zwei Wochen vor dem Ausladen etwas unter oder über dem Zielwert, kannst du noch nachsteuern, um das gewünschte Gewicht zu erreichen. Masthähnchen fressen jeden Tag ein bisschen mehr. Genau dieses Gramm Futter weniger oder mehr am Ende kann jedoch den Unterschied machen. Indem du in den letzten Wochen mit einem präzisen Fütterungsplan gezielt auf das gewünschte Gewicht steuerst, erzielst du die optimale Rendite.“
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