Der Anteil deutscher Betriebe, die Masthähnchen nach den Kriterien des niederländischen Tierschutzlabels „Beter Leven“ (1 Stern) halten, wächst. Neben Deutschland beteiligen sich auch Betriebe in Polen, Rumänien und Belgien an dem Programm. In den Niederlanden selbst sorgt es für Verwunderung, dass ein ursprünglich niederländisches Gütesiegel zunehmend international Anwendung findet.
Wachsende Zahl zertifizierter Betriebe
Nach Angaben des niederländischen Tierschutzverbands ist die Zahl der deutschen Beter-Leven-Masthähnchenbetriebe in den vergangenen Jahren von etwa sechs auf rund zehn Prozent gestiegen. In Polen ist die Zahl leicht rückläufig, während auch Belgien und Rumänien einige zertifizierte Betriebe aufweisen.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr 644 Masthähnchenbetriebe und 264 Legehennenbetriebe für das 1-Stern-Siegel registriert. Damit wurden rund 155 Millionen Masthähnchen und 6,2 Millionen Legehennen unter den Vorgaben des Programms gehalten.
Absatz steigt: Umsatz mit Beter-Leven-Geflügelfleisch erreicht fast eine Milliarde Euro
Der Umsatz mit Beter-Leven-Geflügelfleisch belief sich 2024 auf 928 Millionen Euro – ein Anstieg um fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahr (852 Mio. Euro). Im Lebensmitteleinzelhandel lag der Marktanteil von 1-Stern-Masthähnchen bei stabilen 93 Prozent. Der Anteil der 1-Stern-Eier stieg auf 86 Prozent.
Übergangsregelung für Auslaufbreiten bis 2026 verlängert
Um Planungssicherheit zu schaffen, hat die Stiftung „Beter Leven keurmerk“ im Juni eine Übergangsregelung veröffentlicht. Demnach können Betriebe bis spätestens 31. Dezember 2026 neue Anträge und Verlängerungen von Ausnahmegenehmigungen für Auslaufregelungen einreichen. Dies gilt auch dann, wenn bestehende Genehmigungen erst nach dem 1. Januar 2027 auslaufen.
Diskussion um ausländische Produktion
Dass zunehmend auch ausländische Betriebe für das Gütesiegel produzieren, stößt in der niederländischen Geflügelbranche auf Kritik. Einige Halter bezweifeln, dass in osteuropäischen Ländern dieselben Kontrollstandards durchgesetzt werden können.
Der Verband Nepluvi hatte bereits 2021 Bedenken hinsichtlich der Überwachung in Polen und Rumänien geäußert. Kritiker sehen die Gefahr, dass dortige Produzenten Kostenvorteile durch weniger strenge Futterkontrollen erzielen könnten.
Stellungnahme des Tierschutzverbands
Der niederländische Tierschutzverband weist diese Vorwürfe zurück. Alle Betriebe innerhalb der EU müssten dieselben Anforderungen erfüllen und würden von niederländischen Kontrollstellen überprüft. Ziel sei es, den Tierschutz vor allem in Nordwesteuropa zu stärken – unabhängig davon, in welchem EU-Land die Produktion stattfinde.




































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