In Weert, Provinz Limburg (Niederlande), hat der 29-jährige Landwirt und Unternehmer Sander Saes einen mutigen Schritt gewagt: Er hat nicht nur zwei neue 1-Stern-Beter-Leven-Masthähnchenställe gebaut, sondern damit auch die Weichen für eine nachhaltigere und wirtschaftlich stabile Zukunft gestellt. Aus ehemals 94.000 konventionellen Masthähnchen wurden nun 85.000 Tiere, die unter verbesserten Haltungsbedingungen aufwachsen – ein Schritt, der nicht nur den Markttrends folgt, sondern auch bewusst auf Tierwohl und Betriebseffizienz setzt.
„Ich gehe davon aus, dass Stern-Hühner in den kommenden Jahren gute Erträge bringen werden, da die Nachfrage steigt. Außerdem passt das Konzept gut zu unseren anderen Betriebszweigen“, erklärt Saes, der neben Geflügel auch Schweine züchtet und mit Landmaschinen handelt.
Modernes Stallkonzept mit Blick auf Tierwohl und Effizienz
Die neuen Ställe, jeweils 96 Meter lang und 22 Meter breit, verfügen über einen vier Meter breiten Wintergarten, in dem die Tiere frische Luft genießen können. Tageslichtfenster an Seitenwänden und Dach sorgen für eine gleichmäßige Lichtverteilung – wichtig, um Schattenzonen zu vermeiden. Die Einrichtung folgt dem Beter-Leven-Standard, was sich unter anderem in einer geringeren Besatzdichte und optimierten Fütterungs- und Tränkelinien widerspiegelt.
Im Stall sorgen Forte-LED-Lampen für gleichmäßiges Licht, und eine Firstentlüftung hält das Klima auch an heißen Tagen stabil. Für die Klimaführung setzt Saes auf einen Wärmetauscher mit Kühlfunktion, der Feinstaub um 50 Prozent reduziert. An besonders heißen Tagen kombiniert er diesen mit Nebelkühlung – eine Maßnahme, die den Unterschied zwischen optimalen Endgewichten und hitzebedingten Leistungseinbußen ausmachen kann.
„Anfang Juli hatten wir draußen 38 Grad. Dank der Kühlung blieb es im Stall bei 28 Grad – die Küken wuchsen trotzdem weiter“, erzählt Saes stolz.
Pragmatische Technik, die den Alltag erleichtert
Neben ausgeklügelter Lüftung und Kühlung achtete Saes auch auf Reinigungseffizienz: Edelstahlstreifen an Auslaufschiebern, automatische Hebesysteme für Futter- und Trinklinien sowie Hoch- und Niederdruckschläuche mit mehreren Anschlussstellen machen die Stallpflege schneller und gründlicher. Die Ställe werden nach jedem Durchgang nicht nur gereinigt, sondern auch mit einem eigens entwickelten Desinfektionsgerät behandelt – robust, verzinkt und optimal an die Bedürfnisse des Betriebs angepasst.
Hygiene ohne Kompromisse
Wer Saes’ Betrieb betritt, muss zuerst duschen und saubere Arbeitskleidung anziehen – für ihn eine Selbstverständlichkeit, um Krankheitserreger fernzuhalten. „Ich verstehe nicht, warum es darüber Diskussionen gibt. Eine Infektion kann finanziell und emotional enorme Schäden verursachen“, sagt er.
Kameras im und um den Stall geben Saes auch unterwegs den Überblick. So sieht er jederzeit, wie es den Tieren geht oder ob das Futter geliefert wurde.
Blick in die Zukunft
Die beiden neuen Ställe sind erst der Anfang. Saes plant, seine ältesten Gebäude aus den 70er- und 80er-Jahren abzureißen und durch moderne Neubauten zu ersetzen. Große Silos, die er gebraucht erwarb, sind schon so positioniert, dass sie künftig vier Ställe mit Futter versorgen können.
„Man muss heute langfristig denken – nicht nur, was den Markt betrifft, sondern auch Energieverbrauch, Tierwohl und Arbeitsabläufe“, sagt er. Mit dem Bau der 1-Stern-Beter-Leven-Ställe hat er nicht nur seine Bodenfläche für die Broilerzucht verdoppelt, sondern auch seinen Betrieb fit für die kommenden Jahre gemacht.
Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.