Weitere Ausbrüche der Newcastle Disease in Brandenburg

27 März 2026
Biosicherheit
Legehennen Bodenhaltung

Die Newcastle-Krankheit greift in Brandenburg weiter um sich. In mehreren Betrieben und Kleinhaltungen wurden neue Ausbrüche bestätigt. Behörden reagieren mit strengen Maßnahmen, um die Seuche einzudämmen.

In den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree (Brandenburg) wurden weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit festgestellt. Damit steigt die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in dem Bundesland auf 14.

Betrieb in Bestensee komplett betroffen

Besonders betroffen ist der Legehennenbetrieb in Bestensee, der nach aktuellem Stand nun vollständig von der Newcastle-Krankheit betroffen ist. Stefan Wichary, Beigeordneter und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Dahme-Spreewald sagte: „Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief. Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle. Der vollständige Befall des Geflügelbestandes durch die Newcastle-Krankheit stellt den Betrieb vor immense wirtschaftliche Herausforderungen.“ 

1,36 Millionen Tiere im Landkreis Dahme-Spreewald getötet

Nach den Ausbrüchen der hochansteckenden Geflügelkrankheit in Bestensee und Zeesen mussten bisher 1,36 Millionen Tiere im Landkreis Dahme-Spreewald getötet werden. Auch vier Kleinstierhalter in Bestensee, Zeesen und Mittenwalde sind betroffen.

Im Landkreis Oder-Spree alarmierten Tierverluste und Krankheitsanzeichen in einem Mastbetrieb mit rund 70.000 Hähnchen. Das zuständige Veterinäramt reagierte sofort und sperrte den Bestand.

Laboruntersuchungen brachten schnell Klarheit: Das Landeslabor Berlin-Brandenburg identifizierte das aviäre Paramyxovirus. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den ND-Befund anschließend endgültig.

Die epidemiologischen Ermittlungen werden durch das zuständige Veterinäramt mit Unterstützung des Tierseuchenbekämpfungsdienstes des Landes Brandenburg und des Friedrich-Loeffler-Institutes fortgeführt.

Biosicherheit noch mehr im Fokus

Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV) mahnt Geflügelhalter an, bestehende Biosicherheitsmaßnahmen kritisch zu überprüfen und möglichst zu optimieren. Ziel ist es, das Risiko eines Eintrags oder einer Weiterverbreitung des Virus zu minimieren. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Kontrolle von Personenkontakten sowie dem Austausch von Gegenständen zwischen verschiedenen Geflügelhaltungen gelten.

Wichtig bleibe eine gesteigerte Aufmerksamkeit, so das MLEUV: So sollte auch in ND-geimpften Herden bei Auftreten von unklaren Todesfällen oder Leistungseinbrüchen eine Laboruntersuchung auf ND eingeleitet werden, um einen Ausbruch der atypischen Geflügelpest so früh wie möglich zu erkennen und eindämmen zu können.

Monitoring wird ausgeweitet

Das Monitoring zur Feststellung der ND werde durch die zuständigen Veterinärbehörden intensiviert, teilt das MLEUV mit. Sowohl klinisch krankes oder verendetes Geflügel als auch Wildvögel werden verstärkt untersucht.

Geflügelnews
Bild: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Quelle: MLEUV

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