Machen Sie aus Ihrem Start einen TOP-Start
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Die Bedeutung eines guten Startmanagements bei Broilern: „Was ein Küken in den ersten Tagen nicht an Wachstum und Entwicklung mitbekommt, lässt sich später in der Runde nur schwer aufholen“, erklärt Rens van Berkel, Spezialist für Broiler und Stallklima.
Die erste Woche entscheidet
Eine erfolgreiche Broilerrunde beginnt bereits während der Leerstandsphase. Die Aufzuchtphase legt fest, ob sich die Küken richtig entwickeln. „Ein guter Start sorgt dafür, dass auch die weniger starken Küken auf den richtigen Weg kommen“, erläutert Rens. „Verläuft in den ersten Tagen etwas falsch, kann das zu Verlusten, verminderter Mastleistung oder zum Einsatz von Antibiotika führen.“
Alles beginnt mit der Vorbereitung
Für einen erfolgreichen Start sind insbesondere vier Faktoren entscheidend: Futter, Wasser, Klima und Beleuchtung. Diese Punkte erscheinen zwar offensichtlich — dennoch werden sie häufig unterschätzt. Ein Küken startet optimal, wenn diese Aspekte konsequent und korrekt umgesetzt sind.
Beobachten Sie mit allen Sinnen
Wenn Rens einen Stall betritt, nutzt er seine gesamten Sinne. „Ich achte darauf, wie sich die Küken verteilen und ob sie aktiv sind: Suchen sie Wasser und Futter auf, oder liegen sie still an der Stelle, wo sie entladen wurden? Auch das Geräuschbild der Küken sagt viel aus. Klingt es unruhig, kann das auf eine falsche Temperatur oder falsches Lichtniveau hinweisen. Mit kleinen Klimaanpassungen lässt sich testen, worauf die Küken positiv reagieren. Große Sprünge sollte man vermeiden – ein Eintagsküken ist extrem empfindlich.“
Nutzen Sie alle Sinne, um Ihre Tiere zu beobachten.
Die vier entscheidenden Faktoren für einen erfolgreichen Start
Futter
Frisches und ausreichend vorhandenes Futter ist essenziell. Sobald die Küken den Stall beziehen, muss genügend Futter auf dem Kükenpapier liegen, damit sie sofort fressen können. Immer häufiger werden Fütterungssysteme mit „Picknick-Plätzen“ verwendet — etwa dass ein Viertel der Futtertröge speziell für die ersten Stunden vorbereitet wird — was die Aufzuchtergebnisse merklich verbessert.
Wasser
Sauberes Trinkwasser ist von großer Bedeutung. Küken benötigen jederzeit Zugang zu frischem Wasser. Es ist wichtig, die Tränkanlagen während der Leerstandphase gründlich zu reinigen und unmittelbar vor dem Einbringen der Küken mit frischem Wasser zu spülen — allerdings nicht zu kurz davor, da kaltes Wasser die Küken schnell auskühlen lässt.
Klima
Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung bestimmen maßgeblich, wie wohl sich die Küken fühlen. Ein zu kalter Boden oder zu trockene Luft kostet die Küken Energie, die sie eigentlich für Wachstum und Entwicklung benötigen. Ideal ist eine Bodentemperatur zwischen 27 °C und 29 °C, kombiniert mit einer Luftfeuchtigkeit und Stalltemperatur, die gemeinsam einen sogenannten „Komfortwert“ von etwa 90 Punkten ergeben — z. B. 60 % relative Luftfeuchtigkeit bei 30 °C Stalltemperatur.
Beleuchtung
Licht beeinflusst sowohl das Aktivitätsniveau als auch die Futteraufnahme der Küken. Ausreichendes Licht zieht Küken zu Futter und Wasser, darf aber nicht so grell sein, dass sie sich in dunkle Ecken zurückziehen. Eine gute Balance sorgt dafür, dass die Küken Ruhe finden und gleichzeitig aktiv fressen.
Ein Startcheck zeigt sofort, wie vital die Eintagsküken sind.
Der Startcheck für Eintagsküken
Um wirklich zu wissen, wie gut der Start verläuft, gibt es den Startcheck für Eintagsküken: ein praktisches Instrument, mit dem Geflügelhalter und Spezialisten gemeinsam die ersten Tage dokumentieren. Beim Startcheck für Eintagsküken werden zufällig 25 Küken untersucht — u. a. auf Körpertemperatur, Kropfinhalt, Gewicht und Nabelqualität. Zusätzlich werden Klima-Parameter gemessen: Stall- und Bodentemperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt. Die Küken werden am Tag 0 und erneut am 7. Lebenstag kontrolliert.
„Der Startcheck für Eintagsküken zeigt sofort, wie wohl und vital die Küken sind“, erklärt Rens. „Man sieht auf einen Blick, wo nachgesteuert werden kann. Es ist eine einfache, aber effektive Methode, um den Start objektiv zu bewerten und gezielt zu verbessern.“ Die Ergebnisse liefern wertvolle Informationen — nicht auf Basis subjektiver Einschätzung, sondern messbar und nachvollziehbar.
Zudem ist der Startcheck für Eintagsküken eine hervorragende Gesprächsgrundlage mit Tierarzt, Brüterei und Futtermittellieferant. Durch die standardisierte Datenerhebung ist ein Vergleich zwischen verschiedenen Runden gut möglich. Gemeinsam mit dem Spezialisten kann auf Basis der Ergebnisse bei Bedarf ein gezieltes Verbesserungsprogramm erstellt werden.
Ein großer Vorteil: Der Startcheck für Eintagsküken liefert unmittelbar umsetzbare Erkenntnisse. Auf Basis der Messwerte kann noch am selben Tag nachgesteuert werden. So sind Verbesserungen nicht nur in der nächsten Runde sichtbar — häufig schon innerhalb weniger Stunden im Stall.
Lern- und Verbesserungsmöglichkeiten
Die meisten Fehler entstehen laut Rens, bevor die Küken überhaupt eintreffen. „Zu spätes Aufheizen, falsche Luftfeuchtigkeit oder zu wenig Futter auf dem Papier. Die ersten Tage brauchen gute Kontrolle und schnelle Korrektur, wo nötig. Doch geben Sie den Küken auch Ruhephasen. Integrieren Sie bewusst dunkle Phasen“, so Rens. „Nach dem Transport müssen sich die Küken erst akklimatisieren. Eine kurze dunkle Phase kann helfen, zur Ruhe zu kommen. Danach sind sie bei Licht aktiver und nehmen besser Futter auf.“
Die aufmerksame Sicht eines Spezialisten
Ein Besuch eines Spezialisten in den ersten Tagen ist laut Rens von großem Wert. „Wir schauen mit frischem Blick: Wie verteilen sich die Küken? Sind Futter und Wasser gut erreichbar? Ist der Kropfinhalt in Ordnung? Wie ist das Klima im Stall? Ein Geflügelhalter sieht seinen Stall jeden Tag und wird dadurch aufgrund der Gewohnheit betriebsblind. Ein kritischer Blick von außen bringt oft wertvolle Verbesserungsmöglichkeiten.“
Der Startcheck für Eintagsküken liefert unmittelbar umsetzbare Erkenntnisse.
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Möchten Sie mehr erfahren über die Möglichkeiten des Startchecks für Eintagsküken oder darüber, wie Sie Ihr Startmanagement auf Ihrem Betrieb optimieren können? Dann nehmen Sie Kontakt mit einem unserer Spezialisten auf.
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