Bio-Junghennen statt Schweinemast: Mit Ruhe zum Erfolg im Stall

29 Juli 2026
Junghenne
Krüssel

Die Schweinemast aufgeben und in die Geflügelhaltung einsteigen – dieser Schritt gelingt nur wenigen Betrieben. Henning Krüssel aus dem Emsland hat ihn gewagt. Heute zieht der CERES-AWARD-Finalist 2026 fast 30.000 Bio-Junghennen auf und setzt dabei auf Tierbeobachtung, Ruhe im Stall und eine konsequente Vorbereitung der Tiere auf den späteren Legebetrieb.

Vom Schweinemäster zum Bio-Junghennenaufzüchter

Wirtschaftlicher Druck und fehlende Planungssicherheit in der Schweinemast haben viele Betriebe zum Umdenken gezwungen. Henning Krüssel aus Twist entschied sich für einen konsequenten Neuanfang. Gemeinsam mit seinem Vater baute er den Familienbetrieb zu einer modernen Bio-Junghennenaufzucht um. Heute wachsen dort rund 30.000 Tiere für Bio-Legehennenbetriebe heran.

Mit diesem Konzept hat sich der 34-Jährige einen Platz auf der Shortlist des CERES AWARD 2026 gesichert.

Ein kompletter Neustart in der Geflügelhaltung

Der Wechsel zur Geflügelhaltung war für Krüssel Neuland. Vor dem Bau des ersten Stalls informierte er sich intensiv auf anderen Betrieben, arbeitete eng mit Beratern zusammen und eignete sich das nötige Fachwissen an. Seit dem Einzug der ersten Tiere im Mai 2024 entwickelt er den Betriebszweig kontinuierlich weiter.

Tierbeobachtung steht über moderner Technik

Obwohl Sensoren täglich Daten zu Futteraufnahme, Wasserverbrauch, Gewicht und Stallklima liefern, verlässt sich Krüssel nicht allein auf digitale Auswertungen. Mehrmals täglich kontrolliert er seine Herden persönlich. Verhalten, Uniformität und Tiergesundheit bestimmen, ob Licht, Lüftung oder Fütterung angepasst werden müssen.

Für den Betriebsleiter beginnt eine erfolgreiche Legeperiode bereits während der Aufzucht. Deshalb sollen die Junghennen früh lernen, sich sicher in Volieren zu bewegen und verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten zu nutzen.

Ruhe im Stall als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Grundsatz prägt die Arbeit auf dem Betrieb: möglichst wenig Unruhe. Nur notwendige Arbeiten finden im Stall statt. Das reduziert Stress und fördert eine gleichmäßige Entwicklung der Tiere. Gerade diese Gleichmäßigkeit gilt in der Junghennenaufzucht als entscheidende Voraussetzung für leistungsfähige Legehennen.

Mehr als ein Betriebsumbau

Der Betrieb von Henning Krüssel zeigt, dass sich auch tiefgreifende Veränderungen erfolgreich umsetzen lassen. Entscheidend sind eine klare Strategie, intensive Vorbereitung und konsequente Tierbeobachtung. Wie der CERES-AWARD-Finalist seine Junghennen aufzieht, welche Rolle Stallmanagement, Fütterung und Lichtprogramme spielen und welche Erfahrungen er beim Umstieg von der Schweinemast gesammelt hat, zeigen auch die Videos, die beim Besuch von Geflügelnews auf dem Betrieb Krüssel entstanden sind. 

Steckbrief: Betrieb Henning Krüssel

Standort: Twist (Landkreis Emsland)

Betriebsschwerpunkte: Bio-Junghennenaufzucht, Ackerbau auf 166 Hektar (davon knapp die Hälfte Kartoffeln) sowie Lohnunternehmen

Kapazität: Rund 30.000 Bio-Junghennenplätze

Aufzuchtkonzept: Vierphasige Fütterung, intensive Tierbeobachtung und konsequente Vorbereitung auf den Legebetrieb

Besonderheiten: Ehemaligen Schweinemaststall zur Bio-Junghennenaufzucht umgebaut, Lohnaufzucht für Bio-Legehennenhalter

Ergebnis: 96 Prozent Uniformität und ein Ausstallgewicht von rund 1.200 Gramm














Geflügelnews
Bild: Christa Diekmann-Lenartz
Quelle: agrarheute / Martina Hungerkamp

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