BfT fordert: Impfung gegen Vogelgrippe als Teil der Seuchenstrategie zulassen

30 Oktober 2025
Impfung
ZDG Enten

In Frankreich, Italien und den Niederlanden laufen Impfprogramme gegen die Vogelgrippe – in Deutschland dagegen herrscht Stillstand. Der Bundesverband für Tiergesundheit fordert nun ein Umdenken und klare politische Entscheidungen für die Zulassung wirksamer Impfstoffe.

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) hat dazu aufgerufen, die bisherige Strategie zur Bekämpfung der Vogelgrippe grundlegend zu überdenken und Impfungen stärker in den Fokus zu rücken. Angesichts der anhaltenden und frühen Ausbrüche der Geflügelpest in dieser Wintersaison sei es an der Zeit, „die Türen für eine Impfung zu öffnen“, so der Verband.

Ergänzung zu Biosicherheitsmaßnahmen – Fokus auf gefährdete Betriebe

Der BfT spricht sich seit Längerem dafür aus, präventive Impfmaßnahmen in die Seuchenbekämpfung einzubeziehen und ihnen einen höheren Stellenwert einzuräumen. Die weite Verbreitung des H5N1-Virus in der Wildvogelpopulation mache deutlich, dass Biosicherheitsmaßnahmen allein nicht ausreichen, um den Schutz der Geflügelbestände sicherzustellen.

„Besonders gefährdet sind Freilandhaltungen und Wassergeflügel, vor allem in Regionen mit starkem Vogelzug“, erklärte die BfT-Geschäftsführerin Dr. Sabine Schüller. Auch Putenbetriebe hätten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Den Betrieben sollte deshalb die Möglichkeit eingeräumt werden, Impfungen als ergänzendes Instrument zu nutzen.

Impfstoffe sind verfügbar – internationale Erfahrungen zeigen Erfolg

Der Verband verweist auf positive internationale Erfahrungen: In Frankreich werden seit Längerem Enten erfolgreich gegen die Vogelgrippe geimpft, die Niederlande haben Pilotprojekte mit Legehennen gestartet, und Italien setzt Impfungen bei Puten im Rahmen von Feldversuchen ein. Anders als bei anderen Tierseuchen, etwa der Afrikanischen Schweinepest, lägen für die Vogelgrippe bereits praxiserprobte Impfstoffe und Konzepte vor.

Politik soll Weg für präventive Impfung freimachen

Damit Impfungen auch in Deutschland eingesetzt werden können, seien klare politische Entscheidungen erforderlich. Nur verbindliche Genehmigungen und Bedarfsfestlegungen ermöglichten es der Industrie, ausreichende Impfstoffmengen bereitzustellen, betonte der BfT. Zudem müssten Handelsbarrieren abgebaut und die EU-Vorgaben für das Monitoring von Feldvirus-Einträgen praxistauglicher gestaltet werden.

Durch den Einsatz von Impfungen könne nicht nur Tierleid verhindert, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Verluste vermieden werden. „Impfungen können helfen, Kosten für Tötung und Entsorgung zu sparen und zugleich die Versorgung mit Eiern und Geflügelfleisch zu sichern“, so Schüller. Darüber hinaus sei die vorbeugende Impfung gegenüber der Keulung von Tieren auch ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Tierhaltung.

Geflügelnews
Bild: ZDG, AdobeStock_mnimage

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